Evangelische Landeskirche in Bayern als verlängerter Arm der zionistischen Israellobby

Sehr geehrter Herr Landesbischof Bedford-Strohm,

vor einer Woche hat der Kultur-Dezernent der Stadt München  meinen Vortrag über „Antisemitismus heute“ untersagt und damit Zensur ausgeübt. Ich wollte über den hierzulande hysterisierten Antisemitismus-Vorwurf sprechen und die Stadt München und die jüdische Gemeinde  haben demonstriert, wie Recht ich mit meinem Thema hatte.

Ich frage mich, wo Ihre Zivilcourage war, die Sie vorgeben nach dem Dritten Reich wieder gewonnen zu haben. Schon damals hat sich die Evangelische Kirche dem Naziregime unterworfen und bei der Judenhetze mitgemacht und heute machen Sie wieder mit, indem Sie einer Jüdin das Reden über die Zustände in Gaza verboten haben und wegen der Untersagung meines Vortrags nicht protestiert haben. Sie verschließen wieder die Augen vor dem Unrecht und dem Versucht das Reden darüber zu unterdrücken. 

Schämen Sie sich nicht? Woher nehmen Sie noch die Chuzpeh, über Freiheit und Antisemitismus zu reden, wo Sie selber doch die Unfreiheit fordern und fördern und Juden wieder diskriminieren. Der Vorfall heute und der Vorfall vor einer Woche sind keine Einzelfälle in München. Schon vor sieben Jahren hat man den israelischen Historiker Ilan Pappe daran gehindert, in München einen Vortrag zu halten. Es braucht keine weiteren Beispiele und Beweise für den hierzulande hysterischen und feigen Umgang mit dem Antisemitismus-Vorwurf.

Besonders infam und lächerlich ist ihr Akzeptieren des absurden und abscheulichen Vorwurfs der Präsidentin der Israelischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, dass der Boykott-Aufruf israelischer Waren, die in der besetzten Westbank produziert werden, gleichzusetzen sei mit der Nazi-Parole „Kauft nicht bei Juden“. Man muss doch nicht besonders intelligent und man braucht auch nicht besonders gebildet zu sein, um zu erkennen, dass diese Nazi-Parole nichts gemein hat mit dem BDS-Aufruf „Kauft nicht Produkte aus den besetzten Gebieten“. Wenn Frau Knobloch daraus macht „Kauft nicht vom jüdischen Staat“, dann ist es eine billige und gemeine Manipulation und eine Lüge.

 Die Juden im Dritten Reich hatten keine Wahl, sie waren Opfer des Regimes und konnten sich nicht wehren, weil u.a. die Kirchen sie im Stich gelassen haben, so wie sie heute die Palästinenser im Stich lassen, sogar die christlichen Palästinenser. Israel aber hat die Wahl sich diesem Boykott zu entziehen, es braucht nur seine Politik zu ändern.

 Der Staat heißt Israel und wird von der ganzen Welt auch als Israel anerkannt. Kein Staat auf der Welt erkennt Israel als jüdischen Staat an. Als die Israelis 1947 das vom amerikanischen Präsidenten Truman verlangten, hat er die Worte „Jewish State“ gestrichen und durch “State of Israel” ersetzt. Israel ist der Staat all seiner Bürger; der Juden, aber auch der Moslems und der Christen.

 Von keinem anderen Staat verlangt Israel die Anerkennung als „jüdischer Staat“, außer von den Palästinensern, die das aber nicht machen können, weil sie sich damit selber den Boden unter den Füßen wegziehen werden, ja, um das ominöse Wort zu gebrauchen, sich selber damit „delegitimieren“ werden. Auch Sie müssten dafür Verständnis haben, dass sie das nicht machen können.

 Leider versäumen Sie es immer wieder, die Christen zu schützen und die Moslems sowieso. Ich frage mich, was Leute wie Sie aus Auschwitz gelernt haben? Ich frage mich, worauf Sie noch warten? Ich frage mich, wann Sie endlich aufstehen und hinausschreien: Die Freiheit ist immer die Freiheit des anderen, des Andersdenkenden. Meinungsverschiedenheiten, auch wenn sie extrem sind, muss unsere Gesellschaft ertragen. Auch ich als Jude muss eine Charlotte Knobloch ertragen, deren Meinung ich nicht teile.

Wieder zeigt sich, dass wir in einer Demokratie ohne Demokraten leben. Und die wenigen, die Zivilcourage und Mut haben, werden von Leuten wie Ihnen diffamiert, verleumdet und das alles noch im Namen des Juden Jehoschua, der sich für Sie schämen würde, wenn er unter uns wäre.

 Ich frage mich jetzt noch, ob Sie den Mut haben werden zu antworten.

 Abraham Melzer

Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost

 

Ein Gedanke zu „Evangelische Landeskirche in Bayern als verlängerter Arm der zionistischen Israellobby

  1. Lieber Abi Melzer,
    Ihr Brief war richtig und notwendig, wenngleich er keine besondere Beachtung
    finden wird. Bedford-Strohm, wie auch sein kath. Kirchenfürst-Kollege Reinhard
    Marx, sind moralische u. polit. Kriminelle! Schließlich opfern sie in Israel selbst
    ihre christl. Araber u. Palästinenser, um vor der Israel-Politk Angelika Merkels
    ihren Kotau zu machen, so wie Sie richtig schreiben, die Ev. Kirche dies auch im
    Dritten Reich praktizierte. Das sind auch keine Kirchen mehr, vielmehr Theater-
    vereine, und das auch noch mit miserablen Schauspielern/Darstellern.
    Wir müssen standhaft weiterkämpfen!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert