Offener Brief an Charlotte Knobloch

Sehr geehrter Frau Knobloch,

Ihre jüngsten Auslassungen gegen Jürgen Totenhöfer wegen seines Textes auf Facebook unter der Überschrift „Fassungslos in Gaza“ sind so, dass es Speiübel geworden ist. Auch ich bin fassungslos über Sie und Ihre Art zu schreiben, die primitiv und dumm ist.

Mir ist unbegreiflich, wie verantwortungsvolle und seriöse Medien Ihnen ein Forum bieten können, um Ihre Anschauungen zu verbreiten, die offensichtlich jeden Bezug zur Realität verloren haben. Wahrscheinlich aber, weil sie Jüdin sind und als solche in diesem Land Narrenfreiheit genießen, ähnlich wie Henryk Broder, wobei aber Broder zumindest schreiben kann, sie aber nur niveaulos jammern.

Sie sind in einer Weise voreingenommen und beseelt von zionistischem Gedankengut, dass ich mir ernsthaft Sorgen um Ihren Gemütszustand machen sollte, es aber nicht kann. Es ist erschreckend, wie eine angeblich seriöse Politikerin unseres Landes, die von jüdischen Werten geprägt sein sollte, derart den Boden unter den Füßen verliert.  Weiterlesen

Pfui Teufel, Herr Casdorff!

Während sich in der Bundesregierung langsam die Erkenntnis durchsetzt, dass die israelische Regierung und ganz besonders Benjamin Netanjahu die Freundschaft Deutschlands und die Lienentreue der Bundeskanzlerin gnadenlos instrumentalisiert werden und man anfängt, auf Distanz zu gehen, gibt es noch deutsche Journalisten, die sich an die israelische Propaganda, an das berühmt berüchtigte Hasbara-Ministerium, verkaufen und die zionistische Politik in Deutschland besser erklären, als es Netanjahu je könnte.

Im Berliner “Tagesspiegel” ist solch ein Beitrag soeben erschienen und der Chefredakteur persönlich zeichnet dafür mit seinen Namen. Casdorff war für eine Woche zu einem Seminar in Yad Vashem eingeladen, natürlich auf Kosten der israelischen Hasbara, natürlich in einem Fünf-Sterne-Hotel untergebracht und selbstverständlich von israelischen Propagandisten geführt, die ihm nur das zeigten, was er sehen sollte. Und deshalb ist es auch kein Wunder, dass im Beitrag von Stephan Andreas Casdorff nicht ein einziges Mal die Rede von den Palästinensern ist und schon gar nicht, dass sie irgendwelche Rechte haben und natürlich muss ein solcher Beitrag damit enden, dass sich „der Antisemitismus wieder verbreitet“. Die Frage ist nur wo? Ich vermute in der Redaktion des Tagesspiegel und in den Köpfen dieser Journalisten, denn der Artikel verbreitet diesen unangenehmen Geruch des Gekauften, des mit einer Luxusreise bestochenen, die man als „Seminar in Yad Vashem“ beim Finanzamt und beim eigenen Gewissen verbucht. Zum Glück wissen das die Opfer, die Yad Vashem angeblich vertritt, nicht.  Weiterlesen

Israel im Schulbuch – Nahostkonflikt und sonst nichts?

Am 26. Mai 2016 findet eine mehr als einseitige  Konferenz über “Israel im Schulbuch” in Braunschweig statt. Aus dem folgenden Programm wird ersichtlich, dass es sich hier um eine Propaganda-Veranstaltung handelt, die das Ziel verfolgt, das israelische Besatzungsregime auch in deutschen Schülbüchern aufzuhübschen.

Israel im Schulbuch – Nahostkonflikt und sonst nichts?

am Donnerstag, den 26. Mai 2016

Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig

Programm:

10.00 Uhr Begrüßung/Grußworte

Prof. Eckhard Fuchs (Direktor des Georg-Eckert-Instituts) Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (angefragt) Rogel Rachman (Gesandter-Botschaftsrat der Israelischen Botschaft in Deutschland)

10.30 Uhr Impulsreferat: Das Israelbild in deutschen Schulbüchern – Ergebnisse der DeutschIsraelischen Schulbuchkommission

Dr. Dirk Sadowski (Georg-Eckert-Institut, Braunschweig)

11.00 Uhr Kaffeepause

11.15 Uhr Vortrag mit Diskussion: Israel und Deutschland – Eine Wertegemeinschaft

Prof. Dr. Doron Kiesel (Fachhochschule Erfurt)

12.00 Uhr „Das ist ja doch ganz anders als wir vermutet hatten“ – Berichte eines deutschisraelischen Jugendprojekts

Peer-Leader-International

12.30 Uhr Mittagsimbiss

13.45 Uhr Workshop-Phase

 Workshop I: Multiperspektivität und Emotionalität in der Darstellung des Nahostkonflikts – Beispiele aus aktuellen Geschichts-, Geographie- und Sozialkundeschulbüchern

Dr. Dirk Sadowski

Workshop II: Wie geht man mit antisemitischen Einstellungen und Verhaltensmustern in der Schule um?

N.N.

15.30 Uhr Abschlussdiskussion

16.00 Uhr Ende der Veranstaltung

Ort: Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Celler Straße 3, 38114 Braunschweig Anmeldung: VeDaB Veranstaltungsnummer 16.21.78

 Niedersächsisches Kultusministerium

Warum beschäftigt sich die versammelte Kompetenz (!) nicht einmal mit dem latenten und alle gesellschaftliche Bereiche infizierten Rassismus in israelischen Schulbüchern gegenüber den unterdrückten Palästinensern, der von der renommierten israelischen Wissenschaftlerin Nurit Peled-Elhanan in einer exzellenten Studie dargelegt worden ist? Was hat bei einer solchen Veranstaltung ein Gesandter der israelischen Botschaft zu suchen? Fungiert er als Wachhund, dass niemand der Anwesenden kritische Fragen stellt? Warum ist das Niedersächsische Kultusministerium an dieser Farce beteiligt und verplämpert dafür die Gelder des Steuerzahlers?

Spekulation oder Hoffnung

Jahrelang haben wir uns gegen die israelische Propaganda gewehrt, jahrelang bekämpfen wir Benjamin Netanjahu und seine Politik und haben offensichtlich dabei übersehen, dass die israelische Propaganda (Hasbara) und Netanjahu selbst, unsere besten Partner und Unterstützer sind.

Jedes Mal wenn Netanjahu eine flammende Rede hält und weitere Sanktionen gegen die Palästinenser fordert oder gar verkündet, jedes Mal wenn die widerliche israelische Hasbara neue Lügen, Hass und chauvinistischen Rassismus verbreitet, steigt die Zahl derer, die uns verstehen und uns unterstützen.  Weiterlesen

Maxim Billers Biografie

BillerDie ersten 50 Seiten machten mich ratlos. Ich fand sie arrogant, dumm, langweilig, peinlich und inhaltslos und fragte mich, wie man einen solchen Schwachsinn schreiben konnte, und vor allem, wie man einen solchen Text verlegen konnte. Ich fragte mich nicht, was Maxim Biller sich dabei gedacht hat, ich fragte mich, was der Verleger sich dabei gedacht hat. Bis ich auf Seite 52 eine Antwort und eine Erklärung fand. Biller schreibt: „Wir konnten auch ganz gut mit dem Schwanz denken.“ Da fiel mir ein Stein vom Herzen, denn ich hatte schon Angst, dass ich den Text nicht verstehe, weil ich z. B. nicht weiß was „Tisch b´Aw“ bedeutet (Seite 19). Ich schaute bei Wikipedia nach und fand heraus, dass der 9. Av (hebr. Tischa be Aw), der neunte Tag des hebräischen Monats Av ist. Neun heißt aber auf Hebräisch Tischa und nicht Tisch.

Ich frage mich auch, was Biller uns sagen wollte, dass er eine Einzelperson den Gruppentanz „Hora“ tanzen lässt oder einen Kantor statt „Kol Nidre“ nun Lieder von Joseph Schmidt singen lässt oder statt Jesus, Joschua ben Josef schreibt (Seite 32), der aber, wenn schon, auf Hebräisch Jeschua Ben Josef heißt. Alles Kleinigkeiten, aber wenn es Seite für Seite so weitergeht, dann wird man müde.  Weiterlesen

Israels palästinensische Gefangene

von Ludwig Watzal

Am 17. April eines jeden Jahres gedenkt das Palästinensische Volk der misslichen Lage seiner Gefangenen in den israelischen Gefängnissen (Tag der Gefangenen). Die israelische Besatzungs- und Kolonialmacht betreibt nicht nur das größte Freiluftgefängnis der Welt im Gaza-Streifen, sondern hat darüber hinaus noch Tausende von Palästinensern in seinen Gefängnissen “legal” eingekerkert.

Augenblicklich sitzen in israelischen Gefängnissen zirka 7 000 Häftlinge ein. Davon sind etwas mehr als 700 so genannte Administrativhäftlinge, das heißt, diese Menschen werden unter einem Vorwand eingesperrt und können so lange wie es der Besatzungsmacht passt, gefangen gehalten werden. Diese Art der Haftstrafe muss alle sechs Monate formal verlängert werden und kann bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag dauern, ohne dass der Gefangene jemals angeklagt wird. Eine modifizierte Form der Wegsperrung ad Infinitum hat das George W. Bush-Regime auf Guantanamo, Kuba, für so genannte Terroristen eingerichtet, von denen niemand bis dato auch nur einer einzigen Straftat überführt worden ist.

Weiterlesen

Im Vergleich zu Israel ist die Mafia ein Waisenknabe

Ein Skandal wird vom nächsten abgelöst und Israel kommt nicht zur Ruhe. Noch haben wir nicht die Lynch-artige Tötung eines Palästinensers verdaut und schon steht der nächste Skandal in den Überschriften aller Zeitungen.

Auf ihrem Weg zu einem vollkommen faschistischen Staat – besonders wenn man von einem Faschismus spricht, der einen religiösen Hintergrund hat – muss die Gesellschaft eine gründliche Dehumanisierung durchleben. Das führt dazu, dass man ohne zu zögern einen am Boden liegenden verwundeten Palästinenser, auch wenn er von manchen Terrorist genannt werden sollte, erschießt oder, dass man sich an den Ressourcen des Staates bedient, als wären sie Privateigentum.  Weiterlesen

Frieden und Gerechtigkeit – was ist mit den Juden los?

Was ist nur mit den Juden los? Ja, ich meine die Juden und nicht Israel. Was mit Israel los ist, das wissen inzwischen alle. Israel hat jedes Maß an Moral und Ethik verloren, Israel betrachtet einen Soldaten, der einen wehrlosen Palästinenser ermordet hat, als das Opfer und sein Opfer als den Täter! Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der noch am selben Tag behauptet hat, dass die Tat des Soldaten nicht die moralischen Werte der israelischen Armee repräsentiert, macht jetzt unter dem massiven Druck rechtsgerichteter Israelis und Regierungsmitglieder einen Rückzieher und meint, dass die Vernehmung des Soldaten, „die schwierigen Verhältnisse der Operationen“ in Betracht ziehen wird. Er meinte, die Soldaten der „moralischsten Armee der Welt“, kämpfen gegen „blutrünstige Mörder“, und fügte hinzu „Israels Soldaten, unsere Kinder, halten hohe und höchste moralische Grundsätze.“  Weiterlesen

Republikflüchtling

Ich bin wohl auch ein Republikflüchtling wie alle diejenigen, die seinerzeit die DDR verlassen haben, weil es ihnen dort nicht gefallen hat und sie in Freiheit leben wollten. Ich habe Israel nicht aus diesen Gründen verlassen, aber aus diesen Gründen kehre ich nicht wieder nach Israel zurück. Die Unfreiheit, die dort herrscht, ist eine geistige und seelische Unfreiheit, die dich erwartet, wenn du, Gott behüte, gegen den politischen und gesellschaftlichen Strom schwimmen willst oder gar musst, weil du mit der dort praktizierten egozentrischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Politik nicht leben kannst. Jeder, der anders denkt, als die herrschende Clique um Benjamin Netanjahu, ist ein potentieller Verräter, ein jüdischer Selbsthasser oder sogar ein „koscherer Antisemit“, wie mich einmal Henryk Broder nannte. Ein gewisser A. Bundy nennt mich im Netz einen „durchgeknallten Judenhasser“ und meint, ich sei „scheinheilig“, weil ich nicht um ermordete Israelis, die er fälschlicherweise Juden nennt, weine. Ich weine auch um unschuldige Israelis, wenn es solche gibt, aber ich werde nicht um tote Siedler weinen und ermordete Rassisten, weil ich in der Tat keine Krokodilstränen vergießen möchte.  Weiterlesen