Die wahren Antisemitenmacher

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht über Antisemitismus oder über BDS in der Presse berichtet wird. Meistens unwissend und deshalb auch falsch. Beides klebt an Deutschland wie eine Zecke und es gibt offensichtlich kein Werkzeug, um es zu entfernen.

In der SZ vom 5. Juli 2018 hat Thorsten Schmitz wieder gezeigt, dass er sich bemüht. Aber fast getroffen, ist auch verfehlt. Er meint wieder, dass die BDS-Bewegung die Atmosphäre zwischen Palästinensern und Israelis vergiftet. Es ist aber die perfide Berichterstattung von Zeitungen wie der SZ, die die Atmosphäre vergiften und weniger in Israel, als vielmehr in Deutschland. Die Reaktion vieler deutscher Zeitungen – aber auch Bürgermeister und Stadtkämmerer, wie z.B. Uwe Becker in Frankfurt oder kleinkarierter Politiker oder jüdischer Gemeindevorsitzender oder Besitzer jüdischer Gemeinden, wie Charlotte Knobloch, die private Anwaltskosten vom Konto der Gemeinde bezahlt – ist hysterisch, perfide und dumm.

BDS ist ein Synonym für Antisemitismus geworden. Der Verdacht, jemand sei ein aktives Mitglied der BDS-Bewegung, kommt fast schon einem Todesurteil gleich, zumindest, was die Karriere betrifft. Da das Wort „Antisemitismus“ den Deutschen schon aus dem Hals hängt und keiner es noch ernst nehmen kann, schwenkt man langsam auf einen Ersatzbegriff wie BDS ein. Antisemitismus ist Out, BDS ist In. Wenn man aber BDS sagt, dann meint man Antisemitismus. Selbst der Antisemitismusbeauftragter benutzt mehr und mehr den Begriff BDS und plant Denunziationsbüros einzurichten, in denen man BDS Aktivitäten denunzieren kann.  Weiterlesen

Nachruf auf Felicia Langer: Rede von Abi Melzer am Grab von Felicia

Eine große Frau ist von uns gegangen. Gideon Levy schrieb in Haaretz: Eine Gewissens-Emigrantin. Man kann freilich auch sagen: Ein Gewissens-Flüchtling.

Ihr Tod stellt einen großen Verlust für den Kampf des Palästinensischen Volkes und auch vieler Juden für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Selbstbestimmung dar. Sie und ihr 2015 verstorbener Ehemann Mieciu standen nach ihrer Immigration oder Flucht von Israel nach Deutschland für das andere, das bessere Israel, das sich gegen Kolonialismus, Kriege, Landraub, Folter, Apartheid sowie unzählige Menschen- und Völkerrechtsverletzungen wendet.

Felicias Leben und Wirken wurde sowohl in Israel als auch in Deutschland massiv angefeindet, weil sie die Palästinenser in ihrem Kampf für Gerechtigkeit und Gleichbehandlung unterstützt hat. Man könnte glauben, dass Erich Fried sein Gedicht ZUR ZEIT DER VERLEUMDER für Felicia Langer geschrieben hat:

Sie nennen mich

Verräter an meinem Volk

Sie nennen mich

Jüdischer Antisemit

Weil ich spreche von dem

Was sie tun in Israels Namen

Gegen Palästinenser

Gegen Araber anderer Länder

Und auch gegen Juden

Die totgeschwiegen werden

 

Später einmal

Werden Juden die übrigbleiben

Wenn dieser Wahnsinn vorbei ist

Zu suchen beginnen

Nach Spuren von Juden

Die nicht mittaten

Sondern warnten

 

So haben Deutsche gezeigt

Nach dem Untergang Hitlers

Auf Deutsche die tags zuvor

Noch verfolgt wurden oder getötet

Die sollten nun Zeugen sein

Dass Deutsche auch anders waren

 

Ob dann ein Wort

Noch nachlebt

Von meiner Warnung?

Wichtiger aber:

Ob dann in Palästina

Noch Juden leben

Entronnener jener Vernichtung

Die sie selbst herbeiführen halfen

Durch ihr Unrecht

Zu meiner Zeit

Und ich füge hinzu: Auch zu unserer Zeit.

Felicia war die erste, die es gewagt hat, sich vor israelischen Gerichten für palästinensische Widerstandskämpfer, die die Israelis „Terroristen“ nennen, einzusetzen. Sie hatte einige Erfolge zu verzeichnen, aber vor den israelischen Militärgerichten, die im Prinzip Scheingerichte waren und immer noch sind und für die Weltöffentlichkeit eine „Gerichtsbarkeit“ vortäuschen sollen, blieb ihr der „Erfolg“ versagt. Eigentlich eine Auszeichnung für jeden ehrenwerten Anwalt. Auch konnte sie nie etwas mit der rassistisch-zionistischen Ideologie anfangen, die in Israel und von Zionisten in Deutschland so verehrt und mit allen Mitteln – auch antidemokratischen – verteidigt wird.  Weiterlesen

Antisemitismus-Beauftragter – ein Antisemitenmacher?

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat
Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland imd den Kampf gegen Antisemitismus

Alt-Moabit 140
10557 Berlin                                                                                      12.Juni 2018                      

Sehr geehrter Herr Felix Klein,

Sie waren wohl mit ihrer eigenen Karriere am Ende, als Sie sich bereit erklärten, den höchst überflüssigen Posten des Antisemitismusbeauftragten anzunehmen. Wir fragen uns schon von Anfang an, was ein Antisemitismusbeauftragter machen soll und was Sie machen werden.

Der offiziell dekretierte Antisemitismus ist in Europa 1945 durch die Rechtsgleichheit von Juden und Nichtjuden beendet worden; diese Rechtsgleichheit allerdings verweigern “die Juden” in Israel allen Nichtjuden! Das hat das jüdische Mitglied der englischen Regierung, Edwin Samuel Montagu, in seiner Rede gegen die Balfour-Deklaration 1917, also schon vor 100 Jahren, zurecht befürchtet.

Die vom Staat per Gesetz verordnete Rechtsgleichheit sollte genügen. Für Straftaten ist die Polizei zuständig. Antisemitische Vorstellungen wird der Staat und der von ihm beauftragte Aufpasser nicht beseitigen können, denn bekanntlich sind die „Gedanken“ frei. Das hat uns schon vor mehr als 150 Jahren der Jude Heinrich Heine in seinem berühmten Epos „Deutschland – ein Wintermärchen“ gelehrt.

“Antisemitismus” ist und war immer schon eine Falschbezeichnung; sogar Goebbels hat, wie Sie wissen sollten, dies bei “seinen” Journalisten reklamiert und diese aufgefordert, diesen Begriff zu vermeiden, der heute inflationär genutzt wird, um politische Gegner zu beleidigen und zu de-legitimieren.  Weiterlesen

Gesinnungspolizisten in Frankfurt a. Main und OB Feldmann schweigt

Da Frankfurts OB Feldmann auf meinen Brief nicht geantwortet hat, fühle ich mich nicht mehr an die Vertraulichkeit gebunden.

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,

lassen Sie uns doch mal versuchen, die möglichen Missverständnisse und die – wie ich es sehe – Verletzungen von demokratischen Spielregeln seitens der Stadt Frankfurt zu klären, und vielleicht können Sie mir bei der Gelegenheit auch  vermitteln,  woher die Chuzpeh kommt, mit der die Stadt und die Saalbau GmbH, die offensichtlich von der Stadt dirigiert wird, mir unterstellen – so  Frank Junker von der ABG-Holding –, ich würde Positionen vertreten „von denen wir nicht wollen, dass sie bei uns vertreten werden.“ Daher werde man „weiter gegen solche Veranstaltungen vorgehen“. Und als ob das nicht reichte, fügt er noch hinzu: „Wir ziehen das durch.“

Vielleicht können Sie, verehrter Herr Feldmann, mir erklären, was Herr Junker mit „solchen Veranstaltungen“ meint? Sollte er etwa von der Stadt Frankfurt mit der Funktion des Gesinnungspolizisten betraut worden sein?  Hat er das Mandat der Bürger Frankfurts für die damit einhergehende Zensurbefugnis? Sie werden in Ihrem Amt als Oberbürgermeister doch nicht müde zu betonen, wie liberal und tolerant Ihre Stadt sei. Sie stützen sich unter anderem auch auf die liberale jüdische Tradition Frankfurts, machen aber offensichtlich die Augen zu, wenn diese Tradition verletzt wird und dies auch noch gegenüber Juden bzw. Israelis.

In Ihrer Wahlwerbung schrieben Sie: „Unser Frankfurt ist seit jeher eine weltoffene und internationale Stadt. Früher als Handelsstadt, heute als attraktives Ziel für Menschen aus aller Welt. Wir empfangen jährlich mehrere Millionen Gäste, darunter allein über 2 Millionen Messebesucher.“ Wie wollen Sie diesen Gästen und besonders den Besuchern der Buchmesse erklären, dass in Frankfurt Zensur geübt wird, dass man in dieser ihrer Stadt nicht mehr frei über jedes Thema reden darf? Die Buchmesse lebt doch von der Meinungsfreiheit, die Frankfurt augenscheinlich einzuschränken bereit ist.  Weiterlesen

Zukunft für Palästina?

Die Konferenz über die Zukunft Palästinas hat ein sehr düsteres und hoffnungsloses Bild der Entwicklung des Nahost-Konflikts gezeigt. Die gut informierten und leidenschaftlich engagierten Referenten vermochten es aber leider nicht, die Stimmung zu heben und Hoffnung zu verbreiten.

Rolf Verleger erklärte in seiner Eröffnungsrede, wo der Zionismus entstanden ist, nämlich in Osteuropa, und wurde nicht müde zu betonen, dass bei all den zionistischen Schriften und Erklärungen, Träumen und Plänen die Palästinenser, die das Land bewohnten, eigentlich nie erwähnt wurden, als ob das Land tatsächlich ohne Volk gewesen wäre und auf ein Volk ohne Land nur gewartet hätte. Die Ursünde des Zionismus steckte schon in seiner Gründung. Weder Pinsker noch Herzl beschäftigten sich mit den Bewohnern des Landes Palästina, mit den Palästinensern.

Die folgenden Referenten Dr. Ghaleb Natour und Ekkerhard Drost berichteten über das hoffnungslose Leben der unterdrückten Palästinenser in ihrem eigenen Land, das ihnen nicht mehr gehört. Ich gehe davon aus, dass für die meisten Zuhörer und Teilnehmer an diesem Kongress das alles nicht neu war, denn viele von ihnen kennen das z. B. aus Reisen nach Israel und Palästina. Weiterlesen

Broder verzichtet

Der zionistische Publizist HMB (Henryk M. Broder) verzichtet auf den Johann-Heinrich-Voß-Preis seines Mentors und Arbeitgebers Stefan Aust, weil „da läuft eine Kampagne gegen mich, gegen die ich mich nicht zu Wehr setzen will.“ Das sei ihm alles viel zu anstrengend, behauptet Broder. Tatsächlich kann er sich aber nicht zu Wehr setzen, weil die Kampagne vollkommen berechtigt ist. Ähnlich verhielt es sich, als Broder vom Herausgeber und Chefredakteur des Focus, Helmut Markwort, den Ludwig-Börne-Preis zugeschustert bekam.

Was sind denn schon solche Preise wert, die von „Freunden“ verliehen werden, und was ist schon ein Johann-Heinrich-Voß-Preis für Broder wert, wenn er nicht mit einem Geldgeschenk verbunden ist. Da kann man leicht darauf verzichten.

Sein Protegé Stefan Aust bedauerte, „dass ein kritischer Journalist derartig diffamiert wird.“ Und was meint Aust hierzu? Schade aber, dass derselbe Aust es nicht bedauert, wenn dieser sogenannte „kritische Journalist“ selber diffamiert, und zwar derart unter der Gürtellinie, dass man es nicht wiederholen mag. Trotzdem, wenn Broder behauptet, alle Kritiker der israelischen Politik seien Antisemiten, und manche jüdische Kritiker seien „koschere Antisemiten“, frage ich mich, wo dann die Stimmen der deutschen Kollegen waren und wo die kritische Stimme eines Stefan Aust war, der mit Broder seit gemeinsamen Tagen bei den St. Pauli Nachrichten, „befreundet“ ist. Wer weiß, ob Aust nicht genügend Leichen im Keller hat, die ihn veranlasst haben, Broder zum Spiegelredakteur zu befördern und später, nachdem der Spiegel sich von Broder verabschiedet hat, ganz gleich wer wen gekündigt hatte, ihn als Mitarbeiter der WELT zum Springer-Konzern zu holen.  Weiterlesen

Solidarität auf dem Kopf und Exkremente im Kopf

Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker hat mit dem Slogan: Solidarität auf dem Kopf dazu aufgerufen, am 14. Mai einen ganzen Tag lang eine Kippa zu tragen. Zu einem solchen Unsinn ist auch nur jemand fähig, der die Rolle des zionistischen Pudels spielt und keine Ahnung vom Judentum hat. Diesem Aufruf scheinen aber auch andere naive und unwissende Bürgermeister zu folgen.

Solidarität trägt man nicht auf dem Kopf, sondern im Kopf und im Herzen. Solidarität mit wem? Mit dem Staat Israel? Seit wann ist das Tragen einer Kippa ein Zeichen der Solidarität mit einem Staat, sei es auch Israel? Kippa tragen ist ein ritueller Brauch und keine politische oder ideologische Demonstration.

 Nach jüdischem Brauch soll man eine Kippa nicht öffentlich tragen, sondern zuhause und in der Synagoge, als Zeichen der „Solidarität“ mit Gott, und nicht mit einem säkularen Staat, auch wenn dieser Staat dabei ist seine Säkularität aufzugeben und ein Religionsstaat zu werden und sich vom Rest der Welt abzunabeln.

Und was soll das alles bedeuten? Angeblich ist es eine Reaktion auf den antisemitischen Angriff auf zwei Kippa tragende Männer in Berlin im April dieses Jahres. Ein Angriff, der vollkommen im Dunklen blieb, weil alles, was man darüber wissen müsste, verheimlicht wird. Man weiß aber, dass der „Kippa tragende Mann“ kein Jude war, sondern ein Palästinenser, der sich als Jude ausgab. Man weiß, dass es eine Provokation war. Man weiß aber nicht wer die Angreifer waren. Waren es vielleicht auch Provokateure und das ganze vielleicht von interessierter Seite inszeniert? Keiner fragt! Alle schweigen.  Weiterlesen

Rosenmontag im Mai

Einen Tag mit der Kippa herumlaufen, als Zeichen der Solidarität mit Israel. Einen Tag Jude spielen, als Buße für den Holocaust. Eigentlich eine ausgezeichnete Idee, wenn sie nicht so verlogen und heuchlerisch wäre.

Geht es Uwe Becker und allen, die bei diesem Zirkus mitmachen um Solidarität oder um die Beruhigung ihres Gewissens? Solidarisieren sie sich mit Juden oder versuchen sie ihre dunkle Vergangenheit zu beruhigen, indem sie für einen Tag den Juden spielen und den philosemitischen Rosenmontag inszenieren? All diese Kippa-Träger kommen mir vor wie Jecken mit Cowboyhut, die für einen Tag sich wie im Wilden Westen fühlen und am Aschermittwoch ist alles vorbei.

Eigentlich müssten sie alle mit Büßerhemd rumlaufen und einen gelben Judenstern auf der Brust tragen, statt mit einer Kippa auf dem Kopf, die nur ein religiöses Symbol ist und weder Israel noch das Judentum repräsentiert. Nur Schmocks wie Uwe Becker können auf eine solche aberwitzige Idee kommen, dass Kippatragen Solidarität mit Israel bedeutet.  Weiterlesen

Meinungsfreiheit in Frankfurt?

„Die freie Entwicklung eines jeden ist die Voraussetzung für die freie Entwicklung der Gemeinschaft.“ Diese Worte von Karl Marx sind heute gültiger denn je. Mit anderen Worten, die Freiheit des Einzelnen ist die Voraussetzung für die Freiheit aller. Die freie Meinung des Einzelnen ist Voraussetzung für die freie Meinung aller. Wenn man mir heute meine Meinungsfreiheit verweigert, wie vom Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker gefordert, wird man morgen auch anderen in Frankfurt das Recht auf freie Meinung entziehen. Wer also meine Meinungsfreiheit verteidigt, schützt auch seine eigene Meinungsfreiheit.

Ich wundere mich, dass Stadtkämmerer und Bürgermeister Uwe Becker immer noch im Amt ist und nicht schon längst suspendiert, nachdem er im Juni 2017 versucht hat die KoPI-Konferenz „50 Jahre israelische Besatzung“ zu verhindern und nur durch eine EV des Amtsgerichts Frankfurt daran gehindert wurde. Daraus hat er aber nichts gelernt. Im Oktober desselben Jahres versuchte er wieder die Präsentation meines neuen Buches „Die Antisemitenmacher“ zu verhindern und wurde wieder durch eine EV derselben Richterin gestoppt. Meine Präsentation konnte stattfinden und verlief sogar außergewöhnlich ruhig.  Weiterlesen