Was Antisemitenmacher alles dürfen

Diese überaus wichtigen Bücher (erschienen im Westend-Verlag in Frankfurt/M.) zu den Hintergründes des Antisemitismus werden von den Mainstream Medien totgeschwiegen. Ein dümliches Pamphlet wie das von Oliver Polak wird dagegen in den Himmel gehoben.

Tatsächlich ist die Antisemitismus-Diskussion in Deutschland, und wahrscheinlich auch überall sonst, ein Witz. Diese angebliche Diskussion wird von Interessen gesteuert, die diese Debatte überlagern und immer bestimmen wollen, wer Antisemit ist oder nicht. Sie reißen mit Gewalt die Deutungshoheit über den Antisemitismus an sich und manipulieren damit die Öffentlichkeit. Man muss es nicht mehr sagen. Es ist ganz offensichtlich der Staat Israel, der mit seinem Propaganda-Ministerium hinter dieser Gehirnwäsche steht.

Es ist ansonsten kaum erklärbar, warum ein analytisches Buch über diese Debatte, wie „Der allgegenwärtige Antisemitismus oder Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit“ von Prof. Moshe Zuckermann, ein  emotional sachliches Buch wie „Die Antisemitenmacher – Wie Kritik an der Politik Israels verhindert wird“ von mir oder ein geschichtlich aufklärendes Buch wie „Hundert Jahre Heimatland“ von Prof. Rolf Verleger, von der Presse ignoriert und verschwiegen werden und ein unbedeutendes und überflüssiges Pamphlet von einem Comedian wie Oliver Polak im Spiegel drei Seiten bekommt und von den Medien so viel Aufmerksamkeit erfährt. Zu meinem Buch schrieb der Freitag: „Ein ungemein wichtiges Buch. Mögen es Viele lesen, um zu verstehen:“ Aber damit viele es lesen müsste die Presse darüber berichten.  Weiterlesen

Antisemitismus – Kein Witz?

In der Süddeutschen Zeitung hat Matthias Drobinski vom 27.Dezember 2018 einen Artikel mit dem Titel veröffentlicht: Antisemitismus – Kein Witz. Natürlich ist das eine banale Erkenntnis. Der Antisemitismus ist verantwortlich für die Ermordung Millionen von Menschen, nur weil sie Juden waren. Und dennoch machen Komödianten und Satiriker, darunter auch Juden, Witze auf Kosten der Opfer und empfinden offensichtlich größte Genugtuung, wenn ihr Publikum brüllt und lacht. Da fragt man sich, was es da zu lachen gibt, wenn der jüdische Comedian Oliver Polak einem staunenden Publikum verkündet: „Ich habe diese neue App, sie heißt Anne-Frank-App und zeigt dir die besten Verstecke in Europa.“ Das ist eine krankhafte Art mit einem angeblich wachsenden Antisemitismus in Deutschland umzugehen, zumal wenn man sich, wie Polak, in Wirklichkeit Sorgen macht.

Als Polak einmal vorschlug, dass vielleicht nicht das gesamte Programm auf sein Jüdischsein verwendet würde, entgegnete ihm der Veranstalter: „Sorry, aber dein Judentum ist dein ´Unique Selling Point`, da musst du jetzt durch.“ Und so verkauft Polak schon seit Jahren sein „Jüdischsein“ gegen harte Währung.

Wenn man den Beitrag in der SZ gelesen hat und die Umstände berücksichtigt, die dazu geführt haben, dann muss man zur Schlussfolgerung gelangen, dass der Antisemitismus doch ein Witz ist, wenn auch ein geschmackloser und peinlicher.  Weiterlesen

J`Accuse – ich klage an! Undzer shtetl brent!

“Israeli Border Policewoman Arrested on Suspicion of Shooting Palestinian for Fun. Judge says suspect shot the man, who was seriously wounded, ‚as a dubious form of entertainment’”

Als ich diese Nachricht in Haaretz las, wollte ich meinen Augen kaum trauen. Viel schneller als erwartet, ist in Israel das Realität geworden, wovor ich seit Jahren warne. Schon der reaktionäre jüdische Publizist Henryk M. Broder schrieb bereits vor fast zehn Jahren, „Es stimmt, Israel ist heute mehr Täter als Opfer. Das ist auch gut und richtig so… es macht mehr Spaß, Täter als Opfer zu sein.“ Damals hat es niemand ernst genommen.

Heute müssen alle, die es jahrelang ignoriert oder totgeschwiegen haben, sich fragen, was sie sich dabei gedacht haben? Etwa, dass Israel sich von selbst besinnen und zur Normalität zurückkehren würde, zur Bewahrung der Menschenrechte und Achtung der Menschenwürde? Das hat offensichtlich nicht stattgefunden. Stattdessen wurde aus dem, was der Schreibtischtäter im Übermut, und möglicherweise auch zum Spaß, geschrieben hatte, bittere Realität. In Israel töten Soldatinnen und Soldaten Palästinenser aus Spaß, zur Unterhaltung. Selbst israelische Richter meinen, dass dies eine seltsame Art von „Entertainment“ sei.

Als ich das las, wünschte ich, dass die Erde sich auftun und mich verschlingen möge, so sehr habe ich mich geschämt. Inzwischen meine ich, dass es für uns alle und für den Weltfrieden besser wäre, die Erde würde sich auftun und die rassistisch-kolonialistischen Israelis verschlingen, damit wir endlich Ruhe vor ihrer Überheblichkeit und ihrer Selbstgerechtigkeit haben.  Weiterlesen

Empört euch! Wie lange noch?

Wieder haben „Münchner Bürger gegen Antisemitismus und Israelhass“ – so nennen sie sich –, eine möglicherweise israelkritische Veranstaltung verhindert, diesmal den Film „Heimat am Rande“ des palästinensisch-israelischen Regisseurs Wisam Zureik, obwohl er in israelischen Kinos ganz ohne „Skandal“ gezeigt wird. Diese „Bürger“ werfen den Veranstaltern Antisemitismus, sowie den Münchner Kinobetreibern „Unterstützung von BDS-Aktivisten“ vor. Außerdem wolle man „einen einseitigen Propagandafilm“ vorführen, „der Israel diffamiert und den Hass auf die Juden schürt!“

Der Vorwurf „Unterstützung von BDS“ ist zum neuen Antisemitismusvorwurf geronnen. Der alte religiöse und rassische Antisemitismus ist kaum noch vorhanden (mit wenigen Ausnahmen), der sekundäre Antisemitismus hat sich als eine Erfindung der Antisemitismusforscher erwiesen und der sog. israelbezogene Antisemitismus hat mit Antisemitismus nichts zu tun. Trotzdem gibt es kaum einen Vorwurf, der öfters und lauter vorgebracht wird als Antisemitismus.

Der „Antisemitismusprofi“ Henryk M. Broder fragt in der Neuauflage seines alten Pamphlets „Der ewige Antisemit“, was den Antisemiten unterscheidet von der Abneigung gegenüber Analphabeten, Schwulen, Veganen, Karnivoren, Rauchern, Radfahrern, Rentnern Rockern und Alkoholikern – im Grunde meint er die gesamte Bevölkerung. Broder selbst kann zum Beispiel Männer nicht ausstehen, die Baseballmützen verkehrt herum tragen. Das ist sein vom Grundgesetz verbrieftes Recht. Andere zum Beispiel mögen Männer und Frauen nicht, die Israels Politik mögen. Das ist auch ihr gutes Recht.  Weiterlesen

Sie schämen sich nicht!

Wir können noch so viele offene Briefe schreiben, wie den treffenden Brief von Siegfried Ullmann, den ich hier ungekürzt zitieren möchte:

Sehr geehrter Herr Präsident des Landtags NRW, zu dem o. a. Antrag gegen BDS möchte ich folgende Stellungnahme abgeben:

Es sind propagandistische “fake news” oder Desinformationen, zu behaupten, BDS wolle Israel destabilisieren und stelle sein Existenzrecht in Frage. Wegen der völkerrechtswidrig von Israel besetzten oder schon annektierten Gebiete sind Boykottmaßnahmen gegen Israel genauso gerechtfertigt, wie die gegen Rußland wegen der Annektierung der Krim verhängten. Warum sollen für Israel andere völkerrechtliche Maßstäbe gelten?

Wer versucht, die BDS-Bewegung als antisemitisch zu verleumden und zu kriminalisieren, der unterstützt die völker- und menschenrechtswidrige israelische Besetzung und Annektierung der restlichen palästinensischen Gebiete mit der entschädigungslosen Enteignung der Bevölkerung. Und offensichtlich fehlen ihm oder ihr jegliche Empathie mit den Leiden des palästinensischen Volkes.

Die Behauptung, BDS sei antisemitisch, ist natürlich das übliche perfide Mittel, um Artikel 5 des Grundgesetzes außer Kraft zu setzen. Dabei geht es der BDS-Bewegung nur um eine Beendigung der israelischen völkerrechtswidrigen Besetzung und Besiedlung palästinensischen Gebietes.

Die BDS-Kampagne will durch Druck auf die israelische Regierung doch nur das erreichen, was auch von der Bundesregierung gefordert wird: Einen souveränen palästinensischen Staat an der Seite Israels in dessen international anerkannten Grenzen, also ein Rückzug aus den völkerrechtswidrig besetzten oder annektierten Gebieten. Mit anderen Worten: “Ja zu Israel – in den Grenzen des Jahres 1967.”

Dies ist auch in Israels langfristigem Interesse. Deshalb wird BDS ebenfalls  von  jüdischen Menschen nicht nur als gerechtfertigt, sondern als notwendig betrachtet, wie zum Beispiel aus dem beigefügten Beitrag von Ilana Hammerman, der in der israelischen Zeitung Haaretz veröffentlicht wurde, hervorgeht.  Weiterlesen

Sechs Millionen Gründe nicht zum Lachen

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, sagt man, und Oliver Polack ist offensichtlich nicht weit von seinem Guru gefallen, der früher oder später Tantiemen verlangen wird für das originelle Moto, „Ich darf das, ich bin Jude.“ Broders Motto, „Warum sachlich, wenn es auch persönlich geht“, ist auch bestens geeignet für eine Kabarettnummer mit der entsprechenden Anpassung. Warum sachlich, ich bin Jude, ich darf das, das könnte eine erfolgreiche Verbindung sein: Ich bin Jude, ich darf alle beleidigen und denunzieren, als Antisemiten verleumden und alle auffordern, verklagt mich doch. Und wenn mich jemand verklagen sollte, dann hetze ich ihm meinen Dobermann an den Hals, meinen treuen Blockwart.

Ich frage mich ernsthaft, ob der SPIEGEL Oliver Polack loben oder vorführen wollten. Seine Witze über den Holocaust sind schlicht peinlich. Er ist ein selbst ernannter „jüdischer Patient“, der an Depressionen leidet, was mich nicht wundert, aber das Urteil über sein Buch und seine Auftritte „ist nicht verhandelbar“. Der amerikanische Stand-up Commedian Dave Attell hat es so ausgedrückt: „Es gibt sechs Millionen Gründe, warum ich seinen skurrilen Humor nicht gut finden kann.“

Polak beginnt sein Programm mit seinem irrwitzigen Klassiker, dass er am Vorabend aus Deutschland mit dem Flugzeug angekommen sei, „In Deutschland reise ich normalerweise mit dem Zug – eine alte jüdische Familientradition. Die Abfahrtzeit kann man sich nicht aussuchen, aber die Tickets sind kostenlos, alle Züge fahren in eine Richtung – nach Polen.“ Das Publikum lacht und Oliver ist zufrieden. So wie Broder würde auch er für einen guten Gag seine Mutter samt Großmutter verkaufen.  Weiterlesen

Eine Hetzjagd hat es nicht gegeben

Auch der rechtsradikale Welt-Mitarbeiter und Berufszionist Henryk M. Broder ist der Meinung, dass in Chemnitz alles „normal“ war und niemand gehetzt und verfolgt wurde. Immerhin ist die Szene, die man in den Nachrichten sehen konnte, nur 20 Sekunden lang und das reicht Broder offensichtlich, um zu behaupten, es habe keine Hetzjagd gegeben. Er beruft sich, wie im Folgenden zu lesen ist, auf den Politologen Werner Patzelt, der offensichtlich auch nur diese 20 Sekunden gesehen hat:

nun bin ich über einen beitrag des politologen Werner Patzelt gestolpert, der eine vielzahl von berichten über chemnitz ausgewertet hat. sein resümee: „Jene ‚Hetzjagden‘, bei denen sich – so der anfangs letzter Woche allenthalben verbreitete Eindruck – sehr viele von denen, die in Chemnitz demonstrierten, auch noch ans Fangen und Verprügeln von Migranten machen wollten, hat es so nicht gegeben.“  Weiterlesen

Gott schütze uns vor unseren Freunden: den Antisemitismusbeauftragten und den Philosemiten

Politiker verletzen demokratische Grundsätze, sie kümmern sich nicht mehr um das Grundgesetz, in dem explizit die Meinungsfreiheit geschützt und garantiert wird. Es wird von „antisemitischer Israelkritik“ gesprochen, dabei ist mir Kritik an der völkerrechtswidrigen Politik des Staates Israel zwar bekannt, nicht aber eine antisemitische Kritik. Man ist leider auch und besonders in der Politik sehr schnell und leichtfertig mit einer solchen Diffamierung bei der Hand und sorgt damit für eine inflationäre Abnutzung des Begriffs, so dass kaum jemand ihn noch ernst nimmt. Um nicht missverstanden zu werden, und um Vorwürfen, ich würde den Antisemitismus bagatellisieren, gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, möchte ich betonen, dass ich mir durchaus bewusst bin, dass es noch Reste von echtem Antisemitismus in Deutschland gibt, nämlich da, wo es um Judenhass geht, um Hass gegen Juden, nur weil sie Juden sind. Solcher Hass ist mir bei der Kritik an Israels Politik noch nie begegnet, und wenn es ihn geben sollte, dann ist er so marginal, dass man ihn zwar beachten sollte, ihn aber nicht fürchten muss.

In Amtsstuben der Republik, in Landes- und Stadtparlamenten und den verschiedensten Presseorganen, von der taz bis zur WELT, wird die Evangelische Akademie von Philosemiten und Freunden Israels als antisemitisch verleumdet und eine kritische Tagung, bei der es um Dialog und Verständnis ging, als ein „Happening der Israelkritiker“ diffamiert.  Weiterlesen

In Memoriam Uri Avnery

In meiner Kindheit gab es für mich drei israelische Medienstars, die ich bewunderte. So wie mein Großvater, der Goethe, Schiller und Heine in der Synagoge in Galizien heimlich unter dem Gebetbuch las, so las ich deren Bücher und Artikel versteckt unter der Lektüre, die mein Vater mir verordnet hat. Bei meinem Vater begann Literatur erst mit Thomas Mann und so waren ihm Namen wie Igal Mosinsohn, Dan Ben Amotz und Uri Avnery kaum geläufig oder zumindest nicht nach seinem Geschmack. Alle drei waren miteinander befreundet und saßen regelmäßig jeden Freitag im berühmten Cafe „Kassit“ auf der Disengoff in Tel Aviv und ließen sich von den Fans bewundern, darunter auch mich. Ich hatte später die Ehre alle drei kennenzulernen. Igal Mosinsohn, dem Erfinder der legendären Buchreihe „Chasamba“ traf ich einmal auf einer Buchmesse und stellte fest, dass er auch ernsthafte Bücher schrieb. Dan Ben Amotz habe ich kennengelernt während meines Aufenthalts in der israelischen Armee. Ich verschlang sein Buch „Erinnern und Vergessen“, weil es fast meine eigene Geschichte in Deutschland beschrieb. Ich erwarb die Rechte für Deutschland und sorgte dafür, dass es im Verlag meines Vaters erschienen ist. Später wurden wir Freunde und er besuchte mich in Deutschland und ich ihn in Jaffo. Leider sind Igal und Dan schon längst tot.

Nun ist auch Uri Avnery gestorben. Uri lernte ich später kennen, vor etwa 30 Jahren, als ich meine Zeitschrift SEMIT startete und er uns damals, in den1980er Jahren, einen vernichtenden Artikel über Ralph Giordanos Buch „Israel, um Himmels willen, Israel“ schrieb, in dem er Giordano vorgeworfen hat, dass er Israel durch eine rosarote Brille sieht. Seitdem sind wir in Kontakt geblieben bis zu seinem Tod. Und nun schreibe ich an seinen Nachruf.  Weiterlesen