Kahane der Prophet

von Yakov M. Rabkin

Bei meinem letzten Besuch in Tel Aviv wohnte ich auf dem Ben-Gurion-Boulevard, nur einen Steinwurf von dem Haus entfernt, in dem Ben-Gurion, der Gründer des zionistischen Staates, gelebt hatte. Heutzutage ist die Nachbarschaft voll von jungen Leuten, die Cafés und Restaurants füllen, zu Fuß herumlaufen, aber meistens mit den allgegenwärtigen Elektrorollern, von denen einige eine Yogamatte über die Schulter gehängt haben. Diese Bevölkerung kennt die Thora und ihre Gebote kaum, und einige erhaltene Synagogen stehen größtenteils leer. An dem Tag, an dem ich dorthin ging, zog die Große Synagoge, die für tausend Gläubige gebaut worden war, kaum zwanzig Personen zum Sabbatmorgendienst an, der traditionell das meistbesuchte der drei täglichen Gebete war.

Politisch wird das Zentrum von Tel Aviv als links oder unpolitisch angesehen. Einige bedauern seine hedonistischen Werte, andere verurteilen den Mangel an nationalistischem Eifer. Es war daher überraschend, an einem der Häuser einen gemalten Slogan der ultranationalistischen Kach-Bewegung zu sehen: eine geballte Faust mit dem Slogan „Nur so!“ ( Rak Kach) . Es dürfte schwierig sein, in diesem vornehmen Viertel Schüler von Rabbi Meir Kahane, dem Gründer von Kach, zu finden.  Weiterlesen

Die Ohrfeige des Jahrhunderts oder wie Trump den Palästinensern einen Staat geschenkt hat?

Wir sind verurteilt die Geschichte zu wiederholen, wenn wir aus der Geschichte nicht die richtigen Lehren ziehen und immer wieder dieselben Fehler machen. Es ist noch nicht so lange her, als die Nazipropaganda verkündete, dass der Führer den Juden eine Stadt geschenkt hat. Die Stadt, Theresienstadt, war zwar nichts anderes als ein Konzentrationslager, aber der Propaganda war es egal. Die Juden in Theresienstadt wurden nicht wie in Auschwitz vergast und verbrannt, aber sie starben auch wie die Fliegen an Unterernährung und die üblichen Schläge und Demütigungen.

Donald Trump und Benjamin Netanjahu hatten am Dienstag (28.01.2020) in Washington einen Plan für den Friedensprozess zwischen Israel und Palästina präsentiert. Das seltsame und ungewöhnliche dabei war aber die Tatsache, dass kein Palästinenser bei dieser Zeremonie dabei war. Vertreter der Palästinenser waren weder bei der Entstehung des Plans einbezogen und auch nicht zu der Präsentation eingeladen worden. Der Deal des Jahrhunderts wurde innerhalb der „Mishpoche“ ausgehandelt. Nicht wenige Staatsmänner bezeichneten es als einen schlechten Witz. Norbert Rüttgen bezeichnete es als „eine Art Ultimatum nach dem Motto, friss oder stirb.“  Weiterlesen

Wie wir vom Staat und der zionistischen Lobby belogen und betrogen werden.

Charlotte Knobloch hat in ihrer Rede zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz den Deutschen wieder einmal bescheinigt, dass sie von Natur aus Antisemiten seien. Sie erinnerte sie daran, dass ihre Großmutter in Auschwitz ermordet wurde. Ihre Großmutter väterlicherseits. Ihre Großmutter mütterlicherseits war eine deutsche Katholikin. Sollte Charlotte Knobloch etwa von Natur aus zur Hälfte antisemitisch sein?

Mich nannte Frau Knobloch einst einen „berüchtigten Antisemiten“, obwohl auch meine Großmutter in Auschwitz ermordet wurde, aber nicht nur sie, sondern auch mein Großvater, meine sechs Tanten und mein Onkel. Fast die ganze Familie meiner Mutter und die halbe Familie meines Vaters sind in Auschwitz vergast und verbrannt worden. Es versteht sich leider von selbst, dass Frau Knobloch sich für diese ungeheuerlich-schamlose Beleidigung niemals entschuldigt hat. Ich nehme sogar an, dass sie es gar nicht so gemeint hat. Sie benutzte den diffamierenden Begriff „Antisemit“ nur als Waffe, um mich zum Schweigen zu bringen. Dabei ist ihr – wie es scheint – jedes Mittel recht, auch die Beleidigung eines jüdischen Publizisten als Antisemit, nur weil er in Bezug auf die Politik des Staates Israel anderer Meinung ist als sie. In meinem Fall spielte die Tatsache, dass auch meine Familie von den Nazis ermordet wurde, weil sie Juden waren, für Knobloch keine Rolle. Sie dachte nicht daran, darauf Rücksicht zu nehmen. Die Hälfte der Familie von Charlotte Knobloch hat überlebt, weil sie katholisch und deutsch war. Nur die Familie des jüdischen Vaters, ist vernichtet worden. Daher nimmt sie sich auch das vermeintliche Recht, im Namen aller sechs Millionen ermordeten Juden zu sprechen, als ob alle Zionisten gewesen wären und die gegenwärtige Politik des Zionismus unterstützt hätten. Die Deutschen sind mitnichten von Natur aus Antisemiten, wie auch die jüdischen Israelis nicht von Natur aus Palästinenser hassen. Sie sind dazu durch zionistische Demagogen verführt worden, und wie leicht man Menschen in die Irre führen kann, erleben wir heute in den USA, in Großbritannien, Ungarn, Polen und nicht zuletzt in Israel.  Weiterlesen

Skandal in München – der Fall Marian Offman

Der neue Skandal in München um den Juden Marian Offman duftet so übel, dass man es auch in Frankfurt riecht und einem der Appetit vergeht, weil man nicht so viel essen kann, wie man kotzen möchte. Ich erlaube mir offen vom Juden Marian Offman zu schreiben, obwohl das eigentlich seine Privatsache ist, aber angesichts der Tatsache, dass die SZ und auch schon die BILD in dicken Lettern verkündete, dass Offman Jude ist, denke ich, dass keine Vorwürfe wegen Antisemitismus erhoben werden, denn dann wäre ja Mariam Offman selbst der Antisemit.

Es geht schon lange nicht mehr darum, dass Offman, den die CDU nicht mehr aufstellte, weil sie sich zu Recht verjüngen wollte und deshalb den 72jährigen Stadtrat bei der Listenaufstellung nicht mehr berücksichtigt hat. Darauf reagierte der jüdische Stadtrat mit dem Wechsel in die SPD, wo ihm allerdings auf Listenplatz 23 bei den kommenden Kommunalwahlen die Rückkehr ins Stadtparlament nicht glücken dürfte. In der SZ erklären freilich Frau Tausend und Herr Reissl, beide SPD, „sie wollten aber auch nicht ausschließen, dass Offman zu den fünf Bewerbern gehören könnte, die OB Reiter und der Parteivorstand auf die Liste setzen können.“ Wir können nur hoffen, dass das nicht passiert.  Weiterlesen

Unerwickliche Antisemitismusbeauftragte: Uwe Becker und Felix Klein

Herr Becker, Ich kann Ihnen nur raten nicht von Niveau zu schreiben, denn das, was Sie ständig sagen hat erst Recht kein Niveau. Bertold Brecht schrieb: Was ist der Einbruch in einer Bank gegen die Gründung einer Bank. Ich möchte mich daran anlehnen und sagen: Was ist die Beleidigung eines Menschen gegen die Diffamierung ganzer Menschengruppen und eines ganzen Volkes. Denken Sie mal darüber nach.

 Und übrigens: Wie kommen Sie darauf, dass ich mit Ihnen kommunizieren möchte. Sie sind eine öffentliche Person und Ihr Amt ein öffentliches Amt und da nehme ich mir, als braver Steuerzahler und Anhänger des GG, die Freiheit Ihnen hin und wieder zu schreiben und ihre Auftritte und Aussagen zu kritisieren. Wollen Sie es mir verbieten?

MfG
Abraham Melzer
Verleger, Herausgeber, Autor und Kritiker

Mein lieber Herr Becker,

wenn Sie es unbedingt wollen, dann kann ich auch Sie ein Arschloch nennen. Und jemanden ein Arschloch nennen ist noch lange kein Beweis für „schlechten Charakter“, da ist die Tatsache, dass Sie Menschen die demokratischen bürgerlichen Rechte, die vom GG garantiert sind, vorenthalten, schon eher ein Nachweis für schlechten Charakter, zumal seit 1983 Joshka Fischer mit dem Wort „Arschloch“ im deutschen Bundestag den damaligen  Bundestagsvizepräsidenten  Richard Stücklen („Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“) beschimpft hat, das Wort nicht mehr einmal von schlechter Erziehung zeugt. Und Joshka Fischer ist immerhin Bundesaußenminister geworden.

Wenn Sie „Anstand, Erziehung und ordentliche Kinderstube“ hätten, dann würden Sie auch mehr Achtung vor der Würde des Menschen haben (GG Art. 1) und Juden wie z.B. Prof. Moshe Zuckermann, Judith Bernstein oder mich, nicht als Antisemiten beleidigen und verfolgen und mehr Achtung vor Andersdenkende haben. Und wenn Sie „anständig“ wären, dann würden Sie auch Respekt vor der palästinensischen BDS-Bewegung haben, die nicht mehr will, als ein freies und unabhängiges Palästina in der Westbank, die aber leider mit völkerrechtswidrigen israelischen Siedlung gepflastert ist. Diese Siedlungen verschandeln nicht nur die Landschaft, sondern vergiften auch das politische Klima und sind ein Hindernis für eine faire und endgültige friedliche Lösung.

Dazu schweigen Sie leider sehr laut und das ist schlimmer als schlechter Charakter. Das ist nämlich auch noch dumm. Sie mögen in Zukunft nicht mehr antworten, was mir sehr recht ist, denn Ihre dummen Antworten sind wahrlich kaum lesenswert. Aber ich werde nicht aufhören Ihnen politische Artikel zuzuschicken, damit Sie nicht sagen können, Sie hätten nichts gewusst.

Und ich werde damit aufhören, wenn Sie aufhören zu sagen, dass Juden wie Moshe Zuckermann in Frankfurt nicht willkommen sind, oder wenn Sie sagen würden, dass Israelis wie Benjamin Netanjahu (potentieller Kriegsverbrecher) oder Ajelet Shaked, die behauptet, dass Faschismus wie Demokratie duftet, in Frankfurt nicht willkommen sind.

 Alles Gute für 2020

Abi Melzer

Mein lieber Herr Melzer,

wieder einmal versenden Sie unanständige Mails an einen größeren Verteilerkreis. Auch wenn Sie diesmal nicht mich, sondern den Bundesbeauftragten Dr. Klein als A…. titulieren, belegt auch diese Mail wieder einmal Ihren schlechten Charakter.

Als Vorsatz für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, nicht mehr auf beleidigende, respektlose, extremistische oder sonstige Mails zu antworten, die Anstand, Erziehung und ordentliche Kinderstube vermissen lassen und keinerlei Bewusstsein für die Werte unserer Gesellschaft erkennen lassen. Da all dies auf Ihre unanständigen und unsäglichen Mails zutrifft, können Sie mich gerne aus Ihrem Verteiler nehmen, ich werde darauf zumindest nicht mehr antworten.

Alles Gute für den Rest des Jahres 2019

Uwe Becker

Felix Klein sagt im Spiegel: „Wir können es als Gesellschaft doch in keiner Weise hinnehmen, dass ein jüdischer Künstler Morddrohungen bekommt“. Was für ein Arschloch! Und können wir es als Gesellschaft hinnehmen, dass ein moslemischer Künstler Morddrohungen bekommt? Können wir es hinnehmen, dass ein deutscher Künstler Morddrohungen bekommt? Können wir es hinnehmen, dass überhaupt irgendjemand, Künstler, Schauspieler, Politiker, Wissenschaftler oder einfacher Angestellter, Arbeiter oder Arbeitsloser, Morddrohungen bekommt?

Die Kriminalisierung von Morddrohungen nur bei Juden ist purer Antisemitismus. Wer befreit uns endlich von diesem primitiven und naiven Antisemitismusbeauftragten? Oder ist er vielleicht beauftragt worden Antisemitismus zu schaffen?

Armes Deutschland. Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann werde ich um den Schlaf gebracht. Oder ist Felix Klein ein von der israelischen Hasbara beauftragter Armleuchter?

Wenn überhaupt, dann hat Israel Interesse daran, dass in Deutschland und möglichst in ganz Europa Antisemitismus herrscht und Morddrohungen Juden nach Israel „spülen“.

Abi Melzer

Juden und Judentum

Die Juden betrachten sich als Volk, aber sie sind es nicht. Sie sind höchstens eine Glaubensgemeinschaft, falls sie überhaupt gläubig sind, die überall auf der Welt verstreut ist, wie Katholiken, Protestanten und andere religiöse Minderheiten. Sofern sie in Israel leben, sind sie Angehörige der israelischen Nation, obwohl es diese offiziell nicht geben darf. Im israelischen Personalausweis steht unter Nationalität, dass der Inhaber Jude ist. Israelis sind demnach keine Israelis, sondern Juden und diverse Klagen israelischer Bürger, die das ändern wollten, scheiterten am Obersten Gericht. In Israel gibt es keine Israelis, sondern nur Juden oder Nichtjuden.

Dabei gibt es gar keine jüdische Nationalität. Schon immer, in der Literatur, in Buchtiteln und in den verschiedensten Schriften ist die Rede immer nur von „AM ISRAEL“ – vom Volk Israel. Gemeint sind natürlich die Juden. Für Nation steht das hebräische Wort LEOM, aber die zionistische Ideologie benutzt das Wort Nation auch als Volk und macht da keinen Unterschied. Insofern ist es für die zionistische Staatsideologie Israels konsequent, Nichtjuden als nicht zugehörig zum jüdischen Volk und zur jüdischen Nation zu betrachten – siehe das neue Nationalstaatsgesetz. Sie sind Fremde im eigenen Land und werden auch als solche behandelt, obwohl die jüdische Religion das verbietet.  Weiterlesen

Das Niveau der Antisemitismus-Beauftragten am Beispiel von Uwe Becker und Felix Klein

Das Niveau der Antisemitismus-Beauftragten am Beispiel von Uwe Becker und Felix Klein

Zu meinem Email-Verkehr mit Uwe Becker und Felix Klein erübrigt sich jeglicher Kommentar.

Von: Uwe-Becker@stadt-frankfurt.de Uwe-Becker@stadt-frankfurt.de

Bürgermeister der Stadt Frankfurt, Antisemitismusbeauftragter des Landes Hessen und Präsident der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft

Gesendet: Donnerstag, 26. Dezember 2019 17:33

An: abimelzer@t-online.de

Betreff: Frohes Chanukka

Frohes Chanukka für Sie und Ihre Familie. Gleichzeitig sende ich herzliche Chanukka Grüße auch an die Frauen und Männer der Israelischen Verteidigungskräfte IDF, die täglich ihre Gesundheit und ihr Leben dafür einsetzen, Israelische Familien vor Terror und Angriffen zu bewahren und den einzigen demokratischen Rechtsstaat im Nahen Osten zu schützen.

Uwe Becker

Ich frage mich warum ein deutscher Politiker israelischen Soldaten Chanukka-Grüße senden, nicht aber den deutschen Soldaten Frohe Weihnachten wünscht. Vielleicht sollte er nach Israel auswandern und sich dort bei der Hasbara bewerben. Man würde ihn sicher gleich zum Leiter der deutschen Abteilung machen. Er sollte allerdings nicht vergessen sich vorher beschneiden zu lassen, denn sonst wird er nicht als Jude anerkannt und genießt nicht alle Vorteile, die jüdische Einwanderer erhalten.

 Abraham Melzer

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Die Berichterstattung der Berliner Presse über eine Palästina-Konferenz ist unerträglich

Als ob sich alle Berliner Zeitungen zusammengefunden haben, um gegen die 13. Konferenz des Palestinian Return Centre (PRC) und dem Verein der Palästinensischen Gemeinschaft in Deutschland (PGD) auf primitivsten hetzerischen Niveau zu protestieren und das Treffen im Vorfeld zu diffamieren und vorzuverurteilen und bei der späteren Berichterstattung über die Konferenz zu lügen, zu manipulieren und Organisatoren und Gäste zu verleumden. Dabei war es eine ganz harmlose, friedliche und sachliche Konferenz, bei der es nicht, wie die Presse behauptete, um Anhänger der Terrororganisation Hamas ging. Diese Berliner Presse hat ihrem Ruf als „Lügenpresse“ alle Ehre gemacht.

Die Berliner Morgenpost schrieb: „Israel-Hasser halten wieder Konferenz in Berlin ab.“ Der Tagesspiegel schrieb: „Israelfeinde netzwerken in Moabit.“ Die BZ titelte ihren Bericht mit „B.Z. bei der Judenhasser-Konferenz in Berlin“. Zwei Tage vorher titelte dieselbe Zeitung: „Protest gegen Judenhasser-Treffen in Berlin.“ Die Berliner-Zeitung schrieb am 5.12.2019, zwei Tage vor der Konferenz, „Israel-Hass mitten in Berlin: Es ist unerträglich“. Und einen Tag später schrieb die Welt: „Warum die Israel-Hasser erneut in Berlin konferieren dürfen.“  Weiterlesen

Antisemitismus – ein Perpetuum Mobile

Das Glück der späten Geburt. Ein solches Glück hat Uwe Becker, Frankfurts Bürgermeister und Stadtkämmerer und zusätzlich Hessens Antisemitismusbeauftragter und Vorsitzender der DIG, der Deutsch-Israelischen-Gesellschaft? Ist es nicht merkwürdig, dass ein Antisemitismusbeauftragter Präsident der DIG geworden ist? Es ist aber typisch und konsequent für die israelische Propaganda, die Israel immer im Schatten des Antisemitismus sieht. Die ganze Welt hasst Israel ja angeblich, und Antisemitismus ist so zum Perpetuum Mobile der deutsch-israelischen Beziehungen mutiert. Insofern scheint auch niemandem aufzufallen, wie unpassend es ist, wenn ein Präsident der DIG anlässlich des 9. Novembers in Berlin eine Rede hält. Die DIG sollte sich um die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland kümmern und dazu gehört dieser Gedenktag wohl kaum. Es würde diesen Beziehungen auch nicht schaden, wenn die DIG Israels Politik mitunter auch einmal kritisch  kommentieren würde, und Israels permanenten Bruch des Völkerrechts, seine Diskriminierung der Palästinenser und seine terroristische Unterdrückung ihres zivilen Widerstands und –  last not least –  Israels Vorreiterrolle für rechtsnationalistische Politiker auf der ganzen Welt thematisieren würde. Und wenn Becker wirklich etwas Sinnvolles machen möchte, dann sollte er klären, warum eine einzige Kerze brennt, wo bis 1938 die Synagoge in Randegg stand, einem sogenannten „Judenort“, wo 30% der Einwohner Juden waren. Das wäre reales Gedenken jenseits von Berlin.

Oder ist es vielleicht unser aller Glück, dass Becker nicht vor 100 Jahren geboren wurde, denn da hätte er Karriere im tausendjährigen Reich gemacht. Er wäre dann zwar nicht Antisemitismusbeauftragter geworden, aber möglicherweise ein ganz gewöhnlicher Judenreferent. Als solcher hätte er sich auch um Juden kümmern dürfen. Er hätte sie wohl nicht beschützen, aber in Schutzhaft nehmen können. Sein Vorgesetzter wäre dann der berühmt-berüchtigte Adolf Eichmann gewesen.  Weiterlesen