Antisemitismusjäger in Sachen „Antisemitismus“ nicht up-to date

von K. K.

Kritikern der Politik Israels – vor allem solch hervorragenden wie Gideon Levy usw. öffentliche Räume in Deutschland zu verwehren mit der Begründung, nichts „Antisemitisches“ verbreiten zu lassen, ist tatsächlich die subtilste Form des zeitgenössischen deutschen Antisemitismus, da eine solche Haltung öffentlicher „Entscheidungsträger“ das wesentlichste Kriterium deutschern Antisemitismus bedient, „man dürfe Juden nicht kritisieren“.

Es ist nicht nur der Dummheit von Mitgliedern des Zentralrats der Juden geschuldet – deren Einwände gegen die Thematik der Kritik leicht mit Verweis auf das GG abzuwehren wäre – sondern meines Erachtens die genuine Absicht der Entscheidungsträger, die mit „klammheimlicher Freude“ mit ansehen, dass der „Judenstaat“ zum Gegenteil dessen verkommt, was das einstige Diaspora-Judentum von den europäischen Nationen immer wieder eingefordert hatte. 

Das Beschweigen dieser Entwicklung ist nicht nur der ökonomischen Vernunft geschuldet, auch nicht der Einsicht, dass gerade deutscherseits aufgrund „unserer“ dunklen Vergangenheit Juden nicht kritisiert werden sollten, – denn Gideon Levy, Ilan Pappe, Moshe Zuckermann usw. sind nun mal keine Deutsche – sondern dieser Schweigeverpflichtung liegt doch eher jene „klammheimliche Freude“ oder Genugtuung zu Grunde, dass der mahnende jüdische Ankläger seine eigene moralische Legitimation schon lange verloren hat und man bei seinen schmerzhaften Erinnerungen sich mit Freuden dessen politischer Gegenwart in seinem „Judenstaat“ gedenkt, der ja bekanntlich jedem Juden nicht nur seine Staatbürgerschaft andient.

Dass in deutschen Q-Medien gern jüdische Hardcore-Zionisten beschäftigt werden, die diese Drecksarbeit publizistisch begleiten, vermittelt bei den Entscheidungsträgern vermutlich das gleiche Gefühl wie bei jenen in den KZ, in denen Nazis jüdische „Oberkapos“ einen Teil der Drecksarbeit machen ließen.

Die alte Judenfeindschaft ist längst wieder da, „mitten in der Gesellschaft“, jedoch in einem vollständig anderen Gewand, als dies die modernen „Antisemitenjäger“ begreifen können, die selbst durch Politik und Herausgeber zum bezahlten Teil dieses bösen Spiels geworden sind.

Emanzipation und Aufklärung im Sinne des „sapere aude“ und des „kategorischen Imperativs“ erforderten eine andere Grundhaltung gegenüber Israel als die heutiger deutscher und jüdischer „Entscheidungsträger“.

Wenn es auch für einen Juden zum Verzweifeln sein sollte, aber es sind die wenigen Stimmen eines Uri Avnery usw., die zur Ehrenrettung eines Judentums beitragen, das einmal als „dekompositorisches Element“ eine der besten intellektuellen Säulen Europas im 19. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gewesen war, eines Judentums, das heute auf einen primitiven Ethnozentralismus abgestiegen ist, beschützt vor Kritik durch eine äußerst wirksam instrumentalisierte Erinnerung an den Holocaust.

Ein Gedanke zu „Antisemitismusjäger in Sachen „Antisemitismus“ nicht up-to date

  1. Geplante Protestveranstaltungen von eifrigen AntisemitismusjägerInnen:

    Mi. 7.6.2017, 19.30 Uhr, FRANKFURT/M.
    »Boykott Israel: Kritik oder Antisemitismus?«
    Die Diskussion zur BDS-Bewegung und die sog. Israelkonferenz in Frankfurt/Main.
    Podiumsdiskussion mit:
    • Jutta Ditfurth (Stadtverordnete ÖkoLinX-Antirassistische Liste)
    • Meron Mendel (Direktor der Bildungsstätte Anne Frank)
    • Gabriele Scherle (Pröpstin für Rhein-Main, Evangelische Kirche in Hessen Nassau)
    • Moderation: Hanning Voigts (Frankfurter Rundschau)

    Eine Veranstaltung der Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/M.
    Ort: Ökohaus, Kasseler Str. 1a, 60486 Frankfurt/M.
    Wegbeschreibung: S 3/4/5/6 Westbahnhof; U6/U7 Leipziger Straße; Bus 16 Adalbertstraße.
    Eintritt: frei

    Mehr Infos zur Bildungsstätte Anne Frank: http://www.bs-anne-frank.de/

    Fr. 9.6.2017, 18.30–20:00 Uhr, FRANKFURT/M.
    Protestkundgebung gegen die KOPI-Palästinakonferenz:

    »Wir wollen gemeinsam aufstehen gegen die BDS-Bewegung und gegen die Delegitimierung und Dämonisierung des Staates Israel.«

    Redner*innen: • Sacha Stawski (Honestly Concerned) • Uwe Becker (CDU) • TBA (Jüdische Gemeinde Frankfurt/M.) • Volker Beck (DIE GRÜNEN) • Michaela Engelmeier (SPD) • Jutta Ditfurth (ÖkoLinX-Antirassistische Liste) • Eldad Beck (Achronot, Israel) • Tibor Luckenbach (Junges Forums der Deutsch-Israelischen Gesellschaft) • Alon Meyer (Makkabi Deutschland e.V., Jüdische Gemeinde Frankfurt/M.)

    Ort: Ökohaus, Kasseler Str. 1a, 60486 Frankfurt/M.
    Wegbeschreibung: S 3/4/5/6 Westbahnhof; U6/U7 Leipziger Straße; Bus 16 Adalbertstraße.
    http://www.jutta-ditfurth.de/allgemein/Termine.htm,

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