Ein wenig Säbelrasseln?

von Ulrich Kammer

Nach Kurznachricht in der GAZ schließt usere neue Verteidigungsministerin einen Bundeswehreinsatz im iranischen Krisengebiet nicht aus. Zugleich läßt sie durchblicken, daß bisher von einem solchen noch nicht die Rede ist. Also: Ihr neuer Job braucht „publicity“, bildlich: Ein wenIg Säbelrasseln.

Publicity bescherte den Medien im Vorjahr auch US-Präsident Trump mit hochgehaltenem Säbel in vorderster Reihe mit saudischen Würdenträgern .   Sie schwangen die Säbel zum Kampf gegen den Iran als Hauptschuldigen am Terrorismus in Nahost. Der langjährige „Zeit“-Korrespondet in Nahost, M. Lüders, hat jedoch schlüssig nachgewiesen, daß die  wahhabitischen Haßprediger aus Saudi-Arabien die Terroristengruppe Al Kaida und  im Chaos nach dem Irak-Krieg von 2003 dort und später in Syrien auch dort das sogenannte IS-Kalifat hervorgebracht haben. 

Will Trump mit seinem vorgehaltenen Säbel ausserdem der israelischen Regierung helfen, weitere Menschen aus den besetzten Palästinensergebieten dadurch zu vertreiben, daß sie dort eine neue Siedlung mit Namen „Trump“ gründet? Netanjahu hat schon durchblicken lassen, daß Israel nach seinem erneutem Wahlsieg das Westjordanland annektieren werde.

Das offizielle Saudi-Regime bekämpft IS, aber hintenrum wird IS  von reichen Erdölverdienern aus Saudi-Arabien finanziert, wie schon zuvor Al Kaida. Wer sich wirklich über den Iran informieren will, muß zur Kenntnis nehmen, daß sich in Teheran die  zweitgrößte jüdische Gemeinde im gesamten Orient mit rd. 20.000 Mitgliedern befindet. Deren Synagogen brauchen  keinen Polizeischutz wie in Deutschland. In der hervorragenden jüdischen Klinik arbeiten mehr Moslems als Juden, und ihre Patienten sind ebenfalls überwiegend Moslems. So viel also zum  „Antisemitismus“ des Iran.

Einschränkend muß betont werden: Das iranische Regime verletzt Menschenrechte, nämlich vorwiegend die von Frauen. Die Sanktionspolitik der USA hilft dagegen gar nichts, sondern unter ihr haben jetzt die  „Kleinen Leute“ zu leiden. Was eine westliche Intervention bewirken würde, kann man sich vorstellen: Irak und Syrien sollten warnende Beispiele sein. Ein Bombardement Teherans könnte auch die dortigen Juden treffen. Ob unsere neue Verteidigungsministerin dies alles bedenkt?

4 Gedanken zu „Ein wenig Säbelrasseln?

  1. „Ein Bombardement Teherans könnte auch die dortigen Juden treffen. Ob unsere neue Verteidigungsministerin dies alles bedenkt?“

    Nun, die Verteidigungsministerin kann ja alle Antisemitismus-Beauftragten
    in den Iran schicken, weil die doch „jüdisches Leben“ schützen wollen.

  2. AK08/15 ist nicht ganz informiert; sie muß erst Kanzlerin werden, bevor sie einen Einsatz „nicht ausschließen“ darf.
    Davon abgesehen gelingen deutschen Militärs keine Panthersprünge, wahrscheinlich auch nicht nach Hormuz. Es fehlt an allem, am Fressen und an der Moral. Eines könnte AK08/15 jedoch gemeint haben, was schon der Kurfürst von Hessen-Kassel erfolgreich praktizierte: Deutsche Soldaten an die USA vermieten. Den Soldaten wird es sicher Spaß machen, im Rahmen der ausgezeichneten amerikanischen Logistik zu operieren; diese ist bei solchen Einsätzen besser als die Versorgung bei uns im Lande. Wie in Afghanistan kann der verantwortliche höhere BW-Führer auch jederzeit amerikanische Flieger anfordern, um Schulkinder, die unerlaubt deutsche Tanklastzüge anzapfen, bombardieren zu lassen. Nix Säbelrassel, bald
    „rasseln die Ketten, es dröhnt der Motor, Panzer rollen gen Teheran vor..“

  3. Das wirklich erstaunliche daran besteht darin, dass jene oft beschworene „urbane Mittelschicht“ auf der einen Seite einen Klimawandel fürchtet, aber den politischen Klimawandel hin zu Einsätzen der Bundeswehr – nach meinem veralteten Grundgesetz eine reine Verteidgungsarmee – überall in der Welt, u.a. auch als Zielsucher für amerikanische Bomben in Syrien, schulterzuckend ignoriert, sondern sich über einen Politclown wie Björn Höcke oder einen eingebildeten Antisemitismus aufregt. Hochgebildete Biederfrauen und Biedermänner schlürfen ihren Latte und klopfen sich auf die Schulter, weil Jens Spahn nun endlich auch heiraten darf. Glückwunsch!

    • Die Grünen, die Vertretung der bürgerlichen Mittelschicht der heutigen Deutschen haben ihre „Wurzeln“ in der Friedensbewegung und in der Naturschutz und AAK –Bewegung.

      Den Frieden, den hat diese Gruppierung lange verraten, schon 1999 mit ihrer Galionsfigur Joschka Fischer der im Namen von Auschwitz der Bombardierung Belgrads im KosovoKrieg zustimmte- von den Medien anschließend zum beliebtesten Politiker hochgehypt wurde.
      Nun wollen sie das Klima retten – und hoffen, dass ein paar Unwetter ihnen die kenntnislosen, naiven Wähler zutreiben, die sich mit Klimadaten über einen Zeitraum vom 30 Jahren täuschen lassen.

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