„Gott schütze das arme Israel“ vor verlogenen Philosemiten

Schon wieder hat ein treuer Philosemit und Israel-Beschützer, oder wäre nicht eine treffendere Bezeichnung,  wie zum Beispiel „Sayanim=Inoffizieller Mitarbeiter des Mossad“ passender für Georg M. Hafner, der im Kampfblatt des Zentralrates der Juden, „Jüdische Allgemeine“, zugeschlagen hat und uns zu belehren versucht, was Treue zum verlogenen und rassistischen Zionismus sein kann: Selbstgerechtigkeit und Dummheit.

Wenn heute auch von manchen zionistischen und rechtsradikalen Juden der Begriff „Lügenpresse“ in den Mund und in die Feder genommen wird, so zeigen uns die „Jüdische Allgemeine“ und der Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks, Hafner, dass sie mit der Wahrheit manchmal auf Kriegsfuss stehen, und dies mit einer solchen Selbstgerechtigkeit, dass man fast geneigt ist zu glauben, dass es ihnen tatsächlich um das Wohl der „armen“ palästinensischen Arbeiter gehe, die durch die böswillige BDS-Kampagne arbeitslos werden, da als Erfolg dieser Aktionen der Sprudelhersteller SodaStream aus dem Industriepark bei Maale Adumim im besetzten Westjordanland umzog in die Negev-Wüste. Als ob es der BDS-Kampagne darum ging, dass SodaStream wegzieht. Ganz Maale Adumim sollte wegziehen, erst dann kann man die Kampagne beenden. Die Palästinenser wollen keine geringerer Fremdherrschaft, sondern gar keine. 

Hafner bedauert in seiner zynischen Art, dass die palästinensischen Arbeiter, die nun statt rund 1 200 Euro, „die sie bei SodaStream verdienten“ nur noch 325 Euro Arbeitslosenunterstützung erhalten. Ist dies eine unverschämte und dumme Lüge oder eine zionistische Desinformation? Hätte dieser verblendete und sture Hafner, der mit seiner Kollegin Esther Shapira 2015 ein einseitiges, pro israelisches Pamphlet unter dem Titel „Israel ist an allem schuld“ veröffentlicht hat, die „Jüdische Allgemeine“ vom 26. Januar 2016 gelesen, dann hätte er im Artikel von Sabine Brandes erfahren, den sie „Arme Arbeiter“ betitelt hat, wie die tatsächliche Lohnskala in Israel ist und dass arabische Arbeiter, zumal in den Besetzten Palästinensischen Gebieten, weit davon entfernt sind, solche Fantasielöhne zu bekommen, die Hafner ihnen andichtet.

Sabine Brandes berichtet, dass selbst zwei Universitätsabschlüsse und eine Arbeit als Sozialarbeiterin an der Universität Tel Aviv, der Israelin Efrat Kasantini etwas mehr als 900 Euro einbringen. Wie soll da ein palästinensischer Arbeiter in den Besetzten Palästinensischen Gebieten 1 200 Euro verdienen? Aber möglicherweise ist Herrn Hafner nur der Finger auf den Tasten seines PC´s „verrutscht“; er wollte nicht Euro sondern Shekel schreiben. Dann hätte es gestimmt.

Bei Georg M. Hafner muss das Papier geduldig sein, denn auch die vergeschobene Anteilnahme am Schicksal der Palästinenser erregt nur Ekel und Abscheu. Die Palästinenser sollen auf Ihren eigenen Staat verzichten, damit israelische Firmen nicht genötigt werden, umzuziehen und palästinensische Arbeiter zu entlassen. Die Palästinenser sollten wohl auch noch den Israelis dafür dankbar sein, dass sie ihr Land besetzt halten und darauf Fabriken bauen und Bodenschätze ausbeuten, insbesonderse Wasser. So denken alle Kolonialisten, von Südafrika, wo dieser Rassismus inzwischen beendet wurde, bis Palästina, wo Israel einen Apartheid-Staat geschaffen hat.

Dabei sagen alle Statistiken, dass die Palästinenser zu diesem Opfer bereit sind, wenn sie am Ende nicht mehr in einem Apartheid-Staat leben müssen. Hafner zaubert irgendeinen palästinensischen Quisling, einen Israel-Freund, als Zeugen aus dem Hut, der eine eigene Menschenrechtsorganisation gegründet hat, die der Autonomiebehörden auf die „korrupten“ Finger guckt. Besser wäre es, wenn er den israelischen Behörden auf die korrupten, aber auch rassistischen und menschenverachtenden Finger schauen würde. Ob seine Co-Autorin Esther Shapira das erlauben würde?

Und natürlich vergisst Hafner nicht, den Vergleich mit „Kauft nicht bei Juden“ zu erwähnen, dabei ist er es und all diejenigen, die es ihm gleich machen, der Israel in die Nähe der Nazi-Ideologie rückt. Er macht solche Vergleiche, auf die wir niemals kommen würden, weil sie nicht nur absurd sind, sondern schlich und einfach falsch. Den Zionisten und seinen Inoffiziellen Mitarbeitern (IMs) scheinen alle Mittel Recht zu sein, um Israel permanente Verbrechen zu relativieren und zu rechtfertigen.

Uri Avnery schreibt: „Der Boykott ist eines der Grundrechte des Menschen. Jeder Mensch hat das Recht zu kaufen oder nicht zu kaufen. Jeder Mensch hat auch das Recht seinem Nächsten zu bitten zu kaufen oder nicht zu kaufen, ganz gleich wie die Begründung sein wird.

Millionen von Israelis boykottieren seit Jahren Tag für Tag Geschäfte und Restaurants, die nicht „koscher“ sind. Sie glauben, dass das ein Gebot Gottes ist.

Als die Nazis an die Macht kamen, haben die amerikanischen Juden einen Boykott gegenüber Deutschland ausgerufen (manche englische Juden sogar einen Wirtschaftskrieg). Die Nazis reagierten darauf, indem sie für einen Tag jüdische Geschäfte boykottierten. Braune SA-Truppen gingen mit Plakaten durch die Straßen auf denen stand: „Deutsche wehrt euch! Kauf nicht bei Juden!“

Die BDS-Kampagne ruft nicht dazu auf Israel als Ganzes zu boykottieren. Das wäre kontraproduktiv, denn wenn das Land tatsächlich bedroht wird, dann vereinen sich alle Israelis und es drängt die anständigen Israelis in die Arme der Siedler. Dabei wollen wir genau das Gegenteil: Zwischen Siedler und der anständigen Gesellschaft trennen. Die BDS-Kampagne verlangt: Die Beendigung der Besatzung, Gleichberechtigung für die Palästinenser und Rückkehr der Vertriebenen.

Mit einem hat Hafner freilich Recht: BDS hat (Gott sei dank) Konjunktur. Aber Hafners Schlussfolgerung ist falsch und irreführend. Leidtragende werden nicht die Palästinenser sein, wenn sie am Ende einen eigenen Staat bekommen, sondern einzig und allein die Israelis, die schon jetzt ziemlich isoliert dastehen und von der Welt gemieden werden.

Hafner zieht am Ende seines primitiven und nicht lesenswerten Beitrags seine letzte Waffe und warnt die Europäer (und vor allem die Deutschen): Wenn sich die wirtschaftliche Lage der Palästinenser, dank des „Eifers“ ihrer europäischen Unterstützer, verschlechtert, werden sie ihren Dank vielleicht persönlich überbringen. Als Flüchtlinge.

Vorerst ist es aber so, dass die Israelis flüchten und Israel zu tausenden verlassen. In Berlin allein leben fast 30 000 geflohene Israelis. Israelis gehen also ins Exil nach Deutschland! Die Erfahrung lehrt uns, dass die Palästinenser mehr an ihrer Heimat hängen als die Juden, die gewohnt sind zu fliehen und deren Heimatland überall dort ist, wo es ihnen gut geht.

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