Jeder kann Antisemit sein

Ein Beitrag des israelischen Botschafters in der Zeitschrift „The European“ hat mich erschreckt und amüsiert zugleich. Ich hätte niemals gedacht, dass die israelische Botschaft solch einen banalen und absurden Texte freigeben würde. Gibt es denn niemanden dort, der darauf achtet, dass der Botschafter seine Würde behält und nicht Unsinn schreibt auf einem Niveau, das, wenn ich Volksschullehrer wäre und mir einer meiner Schüler einen solchen Aufsatz vorlegte, er von mir ohne zu zweifeln, eine tiefrote Sechs bekommen würde. Aber ein israelischer Botschafter darf sich in diesem Land einiges erlauben, was kein anderer Botschafter tun würde: Er mischt sich in innere Angelegenheiten Deutschlands ein und findet es sogar gut so. Das tut Yakov Hadas-Handelsmann und das taten auch seine Vorgänger immer wieder.

Die Frage von „The European“ war sehr einfach und klar: Ab wann ist Kritik an Israels Politik antisemitisch? Dabei hätte der Botschafter z. B. schreiben können: Die rote Linie wenn berechtigte Kritik Antisemitismus wird, ist dann überschritten, wenn man hetzt, rassistisch argumentiert und Gewalt verherrlicht. Sie wird aber nicht überschritten, wenn man eindringlich und kompromisslos Kritik übt. Kritik muss man immer und jederzeit zulassen, egal ob berechtigt oder nicht, egal ob sie gerecht ist oder ungerecht. Das ist die Basis einer Demokratie. Wem Kritik nicht passt aus Angst, dass die Schande bekannt werden könnte, sollte seine Reaktion und Position überprüfen..Ab wann ist Kritik an Israels Politik antisemitisch?

Auch der Botschafter reiht sich in die Gruppe derer ein, die überall in Deutschland Antisemitismus wittern und inzwischen dafür eine hypersensible Nase entwickelt haben.  Weil ein paar durchgeknallte und traumatisierte Schreihälse in der Tat judenfeindliche Parolen gebrüllt hatten, spricht er und andere von einer „Welle des Antisemitismus“ in diesem Land, von „Judenhass“, von „verbrannten Synagogen“ und davon, dass „Juden ´vergast`, ´verbrannt` und ´geschlachtet` werden sollen. Wer behauptet, dass Paranoia keine Grenzen kennt, hat Recht. 

Hadas-Handelsmann schreibt: „Wer behauptet, Israel dürfe man nicht kritisieren, versteckt dahinter nur seine antisemitischen Vorurteile.“ Einen solchen Satz muss man zweimal oder sogar dreimal lesen, und am Ende versteht man ihn doch nicht. Wer behauptet denn, dass man Israel nicht kritisieren darf? Wenn überhaupt, dann Hadas-Handelsmann selbst und die zionistischen Israelis und diejenigen deutschen Philosemiten, die hinter ihm stehen. Für sie ist Kritik an der Politik des Staates Israel und die begangenen Kriegsverbrechen der israelischen Armee und alle völkerrechtswidrigen Untaten vieler Israelis ein Tabu, und am liebsten sollte eine solche Kritik verboten werden. Das sind keine Antisemiten, sondern brave Zionisten. Wir, die solche Freunde Israels „Antisemiten“ oder „jüdische Selbsthasser“ nennen, wir sagen ja ausdrücklich, offen und ohne Angst als „Antisemiten“ bespuckt zu werden: Israel muss man kritisieren.

Hadas-Handelsmann beklagt sich darüber, dass „vom 8. Juli bis zum 26. August 2014 die Hamas-Terroristen 4562 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel“ abgefeuert haben. Und er tut so, als würde er Millionen von Israelis, Juden wie Araber, bedauern, weil sie unter permanenten Beschuss standen. Es ist mir neu, dass ein israelischer Botschafter das Schicksal von „Arabern“ bedauert. Dabei haben sie und ihre israelischen Mitbürger kaum gelitten, außer, dass sie Angst hatten. Verglichen aber mit der Angst der Menschen in Gaza und erst Recht mit den mehr als zweitausend Toten in Gaza und mit der Zerstörungen ganzer Stadtteile und fast der kompletten Infrastruktur, war doch das Leiden der Israelis null und nichtig und kaum zu bedauern. Es ist deshalb unverständlich, unglaubhaft und zynisch, wenn Hadas-Handelsmann behauptet, dass es das „mörderische Vorhaben der Hamas war, so viele israelische Zivilisten wie möglich zu töten“. Und man darf sich auch nicht wundern, wenn er sich auch noch zu der Behauptung versteigt, dass die Hamas alle Juden der Welt vernichten wolle und dass die Demonstranten in London, Paris und Berlin das auch wollten, weil sie „offen gegen Juden und gegen Israel gehetzt haben“.

Es fällt auf, dass Hadas-Handelsmann mit keinem Wort die Palästinenser erwähnt und natürlich nicht deren Kampf um Unabhängigkeit und Befreiung von der israelischen Okkupation, die bei ihm gar nicht vorkommt. Nicht der Mörder, sondern der Ermordete ist schuld. Und so diffamiert dieser Botschafter die Demonstranten, die in ihrer Mehrzahl nicht die Juden dämonisiert und kritisiert haben, sondern den Staat Israel, und dies zu Recht. Er bedauert es, dass nur die deutsche Politik, die „Entscheidungsträger“, einzelne Fälle des Antisemitismus auf den Demonstrationen verurteilt habe und nicht „die Gesellschaft“, die seiner Meinung nach die „demokratischen Werte verteidigen“ sollte. Es ist ihm offensichtlich entgangen, dass die Gesellschaft genau das getan hat, indem sie sich an der verlogenen und heuchlerischen Kundgebung des Zentralrats nicht beteiligt hat. Es war doch deutlich und offensichtlich, dass es dem Zentralrat nicht um Antisemitismus ging, denn ginge es ihm darum, dann hätte er eine solche gewaltige Show gar nicht inszeniert, wohlwissend, dass es sich wegen der relativ und absolut wenigen Antisemiten in diesem Land nicht lohnt. Nein, es ging um Israel und darum, Israel vor der berechtigten Kritik der Gesellschaft zu schützen. Es ging darum von den Kriegsverbrechen und völkerrechtswidrigen Taten der israelischen Armee abzulenken und den Focus der Gesellschaft auf etwas zu richten, was man „Die Kleider des nackten Königs“ nennen könnte.

Lächerlich, komisch und verlogen wird Hamas-Handelsmann, wenn er behauptet, dass Kritik an Israel so selbstverständlich und so erlaubt sei, wie Eis essen im Sommer. Dabei behauptet doch keiner, dass Kritik an Israel nicht erlaubt sei. Wir behaupten doch nur, und das kann man nicht genug betonen, dass Kritik an Israel unangenehme Folgen hat und zuweilen auch existenzbedrohend sein kann. Beispiele dafür gibt es genug. Ich will nur daran erinnern, wie man Günter Grass wegen seines kritischen Gedichtes über Israel, von allen Seiten angegriffen, diffamiert und so in die Pfanne gehauen hat, dass es seine Existenz zwar nicht vernichtet, aber ziemlich bedroht hat. Weitere Beispiele wie z. B. die Art und Weise, wie man mit Möllemann umgegangen ist, wie man Alfred Großer öffentlich behandelt, wie man Hajo Meyer und mich als Nachfolger Hitlers beleidigt hat, gibt es genug, mehr als genug. Und die Namen der Diffamierten, die  Israel kritisiert oder, nicht einmal kritisiert, nur an seine nicht vorhandene jüdische Moral erinnert haben, wie z. B. Rolf Verleger und andere,  füllt ganze Ordner. Es ist deshalb mehr als zynisch, ja es ist infam und dumm, wenn ein Botschafter schreibt: „Das passiert bei uns (also in Israel) täglich und oft in einer Schärfe, die ihresgleichen in Europa sucht. Für Kritik von außen sind wir offen und wir nehmen sie ernst.“ Darüber kann man nur den Kopf schütteln. Kritiker leben in Israel gefährlich. Uri Avnery wurde schon mehrmals angegriffen und Gideon Levy hat seine Zeitung „Haaretz“ jetzt einen Leibwächter zur Seite gestellt, weil er mit dem Leben bedroht wird. Dabei wird Gideon Levy in historischer Perspektive in Erinnerung bleiben als der moralische Leuchtturm Israels in einer sehr dunklen Zeit. Und was Kritik von außen betrifft, so wird sie von der israelischen Elite und von den israelischen Stammtischpolitiker, ohne mit der Wimper zu zucken, abgelehnt und als Antisemitismus verworfen. Wenn der Botschafter das nicht sieht, dann einzig und allein, weil er es nicht sehen oder nicht zugeben will.

Hadas-Handelsmann sagt auch, dass die Behauptung, Israel dürfe in Deutschland nicht kritisiert werden, falsch sei. Da muss ich ihm Recht geben. Man darf in Deutschland Israel kritisieren, aber es erfordere in Deutschland tatsächlich besonderen Mut, in Bezug auf Israel zu sagen, was gesagt werden müsse. Er diffamiert alle, die das behaupten als Antisemiten. Was anderes fällt ihm offenbar nicht ein. Er schreibt: „Es hilft nicht weiter, wenn im Diskurs angeblich unbegründete Antisemitismusvorwürfe zum Problem stilisiert werden und nicht der Antisemitismus selbst.“ Für ihn gibt es demnach keine „unbegründeten“ Antisemitismusvorwürfe. Alle Vorwürfe sind nur „angeblich“ unbegründet. Was aber, wenn solche Vorwürfe für Leute wie Rupert Neudeck, Ludwig Watzal, Jakov Augstein u.v.a., ein Problem darstellen, und nicht der unbegründete Antisemitismus, der im Nachkriegsdeutschland kaum vorhanden ist, und wenn doch, dann von fast allen verpönt und abgelehnt wird?

Hadas-Handelsmann behauptet dann kategorisch, dass Kritik an Israel dann lupenrein antisemitisch sei, wenn „das Recht des jüdischen Volkes auf einen eigenen Staat negiert wird“. Das kann aber nur eine radikal zionistische Interpretation eines im Dienste des Zionismus tätigen israelischen Botschafters sein. Antisemitismus hat grundsätzlich nichts mit dem Staat Israel zu tun. Es gab ihn auch schon lange bevor es den Staat Israel gab und die Zionisten werden selber doch nicht müde zu behaupten, dass es derselbe Antisemitismus sei. Das zweite Merkmal des Antisemitismus ist, „wenn Israelis mit Nazis verglichen werden“. Da darf ich wohl an die Karikaturen von Itzchak Rabin in einer SS-Uniform erinnern, für die keine Geringeren als die Gesinnungsfreunde von Benjamin Netanjahu und Ariel Sharon verantwortlich waren. Ich erinnere mich noch an Bilder einer gespenstischen Demonstration, auf der Rabin als „vogelfrei“ erklärt worden ist und beide diesem Spektakel wohlwollend zugesehen haben. Nicht ohne Grund hat Lea Rabin die Hand Netanyahus bei der Kondolation ausgeschlagen! Ist den Benjamin Netanjahu nun, nach Aussagen seines Botschafters, ein Antisemit? Und schließlich ist nach ihm jeder ein Antisemit, „der an Israel andere Maßstäbe ansetzt, als an jeden anderen Staat“. Da wird uns aber der Botschafter den Beweis schuldig bleiben, weil die Kritik an Israel sich eben genau an dem messen lässt, was wir von jedem anderen anständigen, demokratischen und moralischen Staat erwarten. Israel will aber mit den Schurkenstaaten und üblen Diktaturen verglichen werden, um neben Syrien, Somalia, Saudi-Arabien und vielleicht auch noch dem Islamischen Staat, der Journalisten köpft, als lupenreine Demokratie zu leuchten. Israel als ein Leuchtturm der Moral. Verglichen mit Syrien ist Israel zwar eine Demokratie, aber verglichen mit den europäischen Demokratien, ist Israel eine Demokratur bzw. ein Apartheid Staat.

Hadas-Handelsmann schreibt weiter: „Es ist auch nicht jeder, der Israel kritisiert, automatisch frei von Antisemitismus.“ Wenn aber Israel ein demokratischer Rechtsstaat ist und sein Botschafter ein Verfechter der alten römischen Rechtsauffassung wäre, dass man solange unschuldig sei, wie die Schuld nicht erweisen wäre, dann würde er seinen Satz anders schreiben: Nicht jeder, der Israel kritisiert, ist automatisch ein Antisemit. Zumal man überhaupt kein Antisemit sein muss, um Israel zu kritisieren. Man muss nur einen gesunden Menschenverstand haben und sich an die Devise des antiken jüdischen Philosophen Hillel halten: „Tue Deinem Nachbarn nicht das an, was Du nicht willst, dass man es Dir antut“. Wenn  sich der „jüdische Staat Israel“ daran halten würde, dann gebe es vielleicht auch keinen Antisemitismus mehr, oder zumindest nur noch sehr marginal.

Auch regt er sich über den Begriff „Israelkritik“ auf, weil es auch keine „Frankreichkritik“, „Schwedenkritik“ oder „Russlandkritik“ gebe. Nun, hätte er bloß Russland nicht erwähnt, wo wir doch in den letzten Monaten eine sehr massive Kritik an Russland in allen Medien und fast in der gesamten westlichen  Welt erleben. Und als es noch „Sowjetunion“ hieß, da wurde Russland auch fast täglich kritisiert. Was soll also dieser unpassende und lächerliche Vergleich. „Israelkritik“ ist wie „Palästina-Solidarität“ oder „Antisemitismus“, ein Ersatz für Kritik an Israel, wie die anderen Begriffe „Solidarität mit Palästina“ oder „Judenhass“ bedeuten. Nichts mehr und nichts weniger, und es ist dämlich auch noch dahinter Antisemitismus zu vermuten.

Es geht uns allen, die wir Israel kritisieren, wobei es natürlich immer nur um Israels Politik geht, nicht um Israels Existenz und schon gar nicht um Israels „Existenzrecht“. Es ist deshalb langweilig immer wieder zu hören, dass man „einzig Israels Existenzrecht“ bestreitet. Israel existiert und soll weiter existieren, aber bitte in rechtlich vereinbarten Grenzen und mit voller Gleichberechtigung für seine nichtjüdische Bevölkerung. Und wenn das eines Tages geschehen sollte, dann wird Israel auch nicht mehr „zum Paria der internationalen Gemeinschaft“ werden, denn es ist Israel selbst, das dies bewirkt, nicht die anderen.

Hadas-Handelsmann schreibt selber, dass „die Erfahrung zeigt, dass bei einer Eskalation der Lage im Nahen Osten die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Europa und in der Welt steigt“. Na also. Warum die ganzen Antisemitismus Vorwürfe, wenn es so klar ist. Und warum sollten wir uns darüber wundern, wenn die Vertreter der Juden in Deutschland, aber auch überall auf der Welt sagen, was Dieter Graumann erst am Sonntag in Berlin gesagt hat: „Tatsache ist auch: Ja, wir Juden stehen zu Israel. Und für diese Haltung unserer Herzen wollen wir uns auch nicht entschuldigen müssen.“ Man kann es verstehen und auch billigen, wenn Juden zu Israel stehen. Der Zionismus und der Staat Israel haben erfolgreich die jüdische Identität besetzt, sodass viele Menschen tatsächlich glauben, dass es eine untrennbare Verbindung zwischen Zionismus,  Israel und Judentum gibt. Netanjahu nimmt für sich das Recht in Anspruch, für alle Juden weltweit zu sprechen, selbst wenn sie in New Zeeland oder Island leben und kümmert sich nicht um diejenigen, die den Mut haben, aufzustehen und zu rufen: „Nicht in unserem Namen“!

Man kann es aber nicht verstehen und nicht billigen, wenn Juden blind zu Israel stehen und nicht in der Lage sind, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Und man kann immer mehr verstehen, dass deutsche und besonders moslemische und palästinensische Bürger das nicht gut finden und manchmal zu emotional und zu laut kritisieren. Man kann auch diesen Demonstranten anders antworten, als sie gleich als Antisemiten zu diffamieren. Palästinenser aus Gaza, die Familienangehörige durch israelische Bomben verloren haben, brauchen nicht Antisemiten zu sein, um Israel zu kritisieren. Sie hassen Israel und haben tausend Gründe dafür. Und sie könnten leicht auf den Gedanken kommen, dass „Israel selbst für den Antisemitismus verantwortlich ist“, und sie könnten auch kritische und selbstkritische Juden vermissen, die es zwar gibt, die aber vom Zentralrat verleugnet und von den Medien verschwiegen werden. Und vor allem wollen sie nicht von einem Dieter Graumann hören, dass die moslemischen und palästinensischen Gemeinden sich von der Hamas distanzieren sollen, solange sich der Zentralrat nicht von den Kriegsverbrechen der Israelis distanziert, zumindest von denen, die z. B. im UN-Bericht des Juden Richard Goldstone angeklagt wurden. Auch das bleibt unentschuldbar!

Hadas-Handelsmann behauptet, dass „heute jeder Antisemit sein kann“! Dabei ist es genau umgekehrt. Heute kann eben keiner sich erlauben, Antisemit zu sein. Der heutige „Antisemitismus“ ist ganz anders als der „Antisemitismus“ früherer Jahre. Heute würde man sofort seinen Job verlieren und von der Gesellschaft und in der Gesellschaft isoliert werden. Keiner will etwas mit Antisemiten zu tun haben. Hadas-Handelsmann verwechselt eben Kritik an Israel und am Zionismus mit „Antisemitismus“. Aber so dumm und ungebildet kann er gar nicht sein. Er weiß, dass es so nicht ist und er weiß auch, warum er es behauptet. Er wandelt da auf den Spuren von Ariel Sharon, der den Antisemitismus begrüßt hat, weil er Juden nach Israel „treibt“. Und so schreibt er: „Heute weiß jeder Jude auf der ganzen Welt, dass er bei Gefahr jederzeit nach Israel kommen kann.“ Er „treibt“ damit Juden nach Israel und „vertreibt“ Palästinenser aus ihrer Heimat. Die Frage ist aber, ob jeder Jude auch weiß, dass er damit einen Palästinenser vertreibt, bzw. dessen Existenz in Israel oder sogar in Palästina gefährdet. Aber das soll einen Botschafter nicht kümmern und ihm keine schlaflose Nächte bereiten. Er kümmert sich lieber um uns übriggebliebenen Deutschen und warnt uns, dass wenn auch alle Juden, was Gott behüten möge, nach Israel einwanderten, das Problem (des Antisemitismus) in der Gesellschaft bleiben würde. „Wer weiß, welche Gruppe dann als nächstes angegriffen werden wird“?

Da muss man den Herren Botschafter fragen, in welchem Land er eigentlich lebt?  Wir brauchen nicht auf die nächste Gruppe zu warten. Sie ist doch schon längst erkannt und wird schon längst verfolgt. Wer wohl? Vielleicht ist jemand unter den Lesern dieses Beitrags bereit, es dem ahnungslosen Botschafter zu verraten.

Abschließend noch eine Anmerkung zum „Mut“ der politischen Klasse Deutschlands: Kein israelischer Botschafter ist je ins Außenministerium einbestellt oder gar zur Persona non grata erklärt worden, geschweige denn gebeten worden, seine Koffer zu packen, selbst wenn er deutsche Politiker beleidigt und kritisiert hat, wie z. B. Jürgen Möllemann. Woher nimmt sich ein Botschafter das Recht, deutsche Bürger zu kritisieren und zu beleidigen und ihnen zu unterstellen, sie seien Antisemiten? Und warum beschützt die Regierung nicht ihre eigenen Bürger? Einst besuchte der israelische Präsident Chayim Herzog Deutschland und forderte alle Juden auf, Deutschland zu verlassen und nach Israel auszuwandern. Der Zentralrat der Juden und die deutsche Regierung schwiegen dazu. Ein Jude darf das, was kein anderer darf und sich auch herausgenommen hätte. Man hat eben Angst als „Antisemit“ zu gelten, und jüdische Präsidenten und Botschafter genießen bei uns deshalb Narrenfreiheit. Ich möchte nicht wissen, was man mit einem deutschen Botschafter in Israel getan hätte, der gewagt hätte, Israels brutalen Angriff auf Gaza zu kritisieren. Er hätte seinen Koffer nicht so schnell packen können, wie er aus dem Land hinausbefördert worden wäre.

Der Beitrag des israelischen Botschafters: http://www.theeuropean.de/yakov-hadas-handelsman/8991-antisemitismus-als-kernproblem-identifizieren

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