Der „Irre von Zion“ schreibt ein Tagebuch: Das ist ja Irre!

Broder_IrreDer zionistisch-journalistische „Hofnarr“ Henryk M. Broder (HMB) hat mit seinem neuen Buch scheinbar ein Tagebuch veröffentlich, dass in Wirklichkeit gar kein Tagebuch ist. Es ist eine Ansammlung stupider Beleidigungen von fast allen, die in diesem Land bekannt, berühmt und berüchtigt sind, und es wäre wahrscheinlich günstiger, weil kürzer, wenn man diejenigen nennen würde, die er nicht beleidigt hat. Auf den insgesamt 352 Seiten gähnende Langeweile, die zwar amüsant geschrieben ist, inhaltlich aber nur heiße Luftbeinhaltet, in der ich nur einen Satz gefunden habe, den ich unterschreiben könnte: „Wir sind eben ein Haufen von Autisten, die am liebsten in der Wüste herumirren und vom Garten Eden fantasieren.“ Broder meint damit die Juden, wen denn sonst. Er meint immer die Juden, auch wenn er von Antisemiten schreibt.

Dass er ein Autist ist, wissen wir schon lange, er ist aber auch ein Paranoiker und entspricht voll und ganz dem Muster, das der junge israelische Wissenschaftler Yoav Litvin herausgefunden hat in Bezug auf das Phänomen Angst bei Mäusen. Uri Avnery hat es auf Menschen, besonders auf Juden übertragen und zu seiner Überraschung oder Nicht-Überraschung, kam er zu den gleichen Ergebnissen.

Es gibt nicht einfacheres, als Angst zu erzeugen. Zum Beispiel: Die Wissenschaftler haben den Mäusen einen Elektroschock verpasst und gleichzeitig hat man ihnen Rockmusik vorgespielt. Nach einiger Zeit reichte die Rockmusik, ohne elektrischen Schock, um die Mäuse in panische Angst zu versetzen. 

Man konnte auch den umgekehrten Weg gehen. Während einer langen Zeit wurde den Mäusen Musik vorgespielt, ohne dass es zu Elektroschocks kam. Die Angst verging nach und nach, aber eben nicht vollkommen. Auch nachdem viel Zeit vergangen ist, als wieder ein Schock erteilt wurde, kamen alle Zeichen der Angst wieder zurück. Es reichte ein einziges Mal.

Wenn wir das auf Menschen übertragen, dann sind die Juden ähnlich wie die Mäuse. Hunderte von Jahren der Verfolgung in Europa lehrten sie, wie wichtig es ist, Angst zu haben. Sie haben die Angst schon aus der Ferne gerochen und lernten, sich rechtzeitig zu retten – wie üblich durch Flucht.

Broder besitzt all diese Eigenschaften. Auch er riecht die Gefahr aus der Ferne, und seine Angst lehrt ihn zuerst zuzubeißen, bevor der Gegner beißt. Und so befindet er sich im permanenten Beißzustand, denn lieber tausendmal beißen, als einmal gebissen zu werden. Das lehren ihn seine jüdischen Gene.

Broder trägt in sich diese jüdische Angst. Die permanente Verfolgung und das lange Leiden der Juden in der christlichen europäischen Welt, hat in fast allen Juden diese tiefe Angst eingepflanzt. Fast jeder Jude lebt im Zustand permanenter Angst. Bewusst, unbewusst und oft sogar unterbewusst. Auch in Zeiten, in denen sie fern jeder Gefahr sind, so wie heute. Und Broder ist ein Beispiel für dieses Syndrom. Er wurde in Polen geboren, als Polen immer noch durch und durch antisemitisch war. Die Juden wurden verfolgt und waren nicht frei.

Vielleicht ist es das, was uns unterscheidet. Ich bin in Samarkand geboren worden, das damals unter russisch, kommunistischer Herrschaft war. Man kann über die Verhältnisse im usbekischen Samarkand sagen was man will, aber Antisemitismus hat es dort nicht gegeben und meine Eltern erzählen mir, dass ich als Säugling und Kleinkind der Liebling der moslemischen Nachbarn war, die mich Ibraim nannten. Die ersten Jahre in Usbekistan und dann die Jahre in Israel, wo ich auch vollkommen ohne Angst aufgewachsen bin, haben aus mir den gemacht, der ich heute noch bin. Ich mag vor vielen Sachen Angst haben, aber nicht vor Antisemitismus.

Broder trägt diese Angst mit sich, wie es viele Juden gibt, die zwar nicht mehr im Getto leben, das Getto aber in ihnen lebt. Und wie viele Juden ihre Angst auf Kinder und Kindeskinder übertragen, so versucht Broder seine Angst auf uns alle zu übertragen und hat deshalb Angst vor solchen Juden, die keine Angst haben. Er drückt dann seine Angst durch Häme, Verachtung, Diffamierung und Hass aus und schreib darüber wie jemand, der sich in einem dunklen Wald durch pfeifen Mut macht.

Broder und ich haben gleichzeitig unsere mediale Karriere begonnen. Als ich 1962 die jüdische Jugendzeitschrift KONTAKTE herausbrachte und 1965 Henryk M. Broder in die Redaktion eintrat. Damals begann unser gemeinsamer Marathonlauf. Eine Zeitlang liefen wir gemeinsam bis er eines Tages verschwand. Eben noch hat er geschrieben „Und wenn zugleich ein hoher israelischer General erklärt, die in Israel lebenden Araber seien „Krebsgeschwüre“, dann muss ich befürchten, dass es ein paar Politiker und Militärs in Israel gibt, die bereits eine Form der Endlösung der Araberfrage ins Auge gefasst haben.“ Es war im September 1979. Und kaum zehn Jahre danach waren die Palästinenser für Broder selbst ein Krebsgeschwür. Plötzlich fand ich ihn auf der anderen Seite der Barriere. Plötzlich schien es, als wolle er die Endlösung der Araberfrage.

1989 schrieb er noch sein Zionismus lächerlich machendes Buch „Die Irren von Zion“. Dazu sagt er: „Ich hätte mir gewünscht, dass Israel zu seinem 50. Geburtstag Frieden mit den Palästinensern sucht. Stattdessen ist die Westbank zu einem Abenteuerspielplatz für Verrückte geworden – unter den Siedlern befinden sich kaum gebürtige Israelis, sondern eingewanderte Spätbekehrte aus Frankreich und den USA. Der arbeitslose Lehrer aus Arizona, der eben erst nach Gaza umgezogen ist und jetzt den um die Ecke geborenen Palästinensern weismachen will, dies sei alles sein Land und sie sollten abhauen – das ist ein Prototyp des Irren von Zion.“ Wenn ich nicht sicher wäre, dass Henryk M. Broder das gesagt hat, dann hätte ich noch geglaubt, dass es von mir stammt.

Inzwischen hat Broder schon fast drei Dutzend Bücher geschrieben. Angefangen hat es mit seinem Buch „Wer hat Angst von Pornographie“, das 1970 im Verlag meines Vaters erschienen ist bis zum jüngst erschienen Buch „Das ist ja irre“. Alle tauchen sie schön untereinander aufgereiht auf seiner Seite bei wikipedia auf, sogar Die Irren von Zion, Hoffmann und Campe, Hamburg 1998. Broder ist ein Vielschreiber, sein Lieblingsthema ist Politik und Porno, wenn er nicht gerade über Juden, Israel, Zionismus, Antizionismus und vor allem Antisemitismus schreibt. Neben Antisemitismus ist sein Lieblingswort „ficken“. Er hat Erbarmen mit den Deutschen und schreibt deshalb Deutschland erwache.

Vor Pornographie hat er keine Angst, denn er hat mit Pornographie keine schlechten Erfahrungen gemacht, wie die Mäuse mit dem Elektroschock. Bei diesem Thema hat er womöglich den Elektroschock selber in der Hand gehabt. Angst hat er vor dem Ewigen Antisemiten, der bei ihm, wie er schreibt, ein beständiges Gefühl verursacht. Ein Gefühl der Angst. Er hat darum so viel Angst, dass er sich Fremd im eigenen Land fühlt. Da macht er sich wohl etwas vor, denn er hat uns doch oft genug gesagt, dass Deutschland nicht sein Land sei. Aber auch Israel ist nicht sein Land. Neulich hat er in einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen zugegeben, dass es am liebsten auf Hawaii leben möchte, selbst Island ist ihm zu langweilig, weil dort keine Juden oder „Antisemiten“ leben. Wobei er diese Aussage jetzt wohl in Frage stellen würde, nachdem sich herausgestellt hatte, dass in der Stadtverwaltung von Reykjavik „Antisemiten“ sitzen, die beschlossen hatten. israelische Waren aus den besetzten Gebieten zu boykottieren.

Von den Tantiemen aus seinen zahlreichen runtergerotzen Büchern wie: Jüdisches Lesebuch 1933–1938, Der ewige Antisemit, Der Nächste bitte! Aufzeichnungen von unterwegs, Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken, mit Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Josef Joffe: Schöner denken. Wie man politisch unkorrekt ist, Kritik der reinen Toleranz, mit Erich Follath: „Gebt den Juden Schleswig-Holstein!“ Wenn Deutsche Israel kritisieren – ein Streit, mit Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Früher war alles besser: Ein rücksichtsloser Rückblick. mit Hamed Abdel-Samad: Entweder Broder – Die Deutschland-Safari, Mein sagenhaftes Island, Vergesst Auschwitz! Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage. Die letzten Tage Europas. Wie wir eine gute Idee versenken und zuletzt Das ist ja irre! Mein deutsches Tagebuch, wird er wohl ganz gut leben können, wenn nicht etwas passiert, dass man ihn vergessen haben wird. Er versucht allerdings mit allerlei Clownereien und Provokationen, die aber immer weniger Menschen interessieren, seinen Marktwert aufrecht zu erhalten, der aber seit einiger Zeit sich im freien Fall befindet.

In den 45 Jahren seit seinem ersten Buch 1970 hat er, um auf einen guten Durchschnitt zu kommen, in manchen Jahren zwei und in anderen sogar drei Bücher geschrieben, bzw. runtergerotzt. Es sind immer wieder Wiederholungen desselben Themas, Variationen des Antisemitismus und seiner provokanten Beleidigungen, Diffamierungen, Häme und Unverschämtheiten. Dies steigerte sich von Buch zu Buch, und wenn in den frühen Saft- und kraftvollen Jahre noch Inhalt zwischen den Beleidigungen war, so muss man heute danach suchen.

Sein jüngstes Buch, Das ist ja irre, ist tatsächlich irre, weil es eine Sisyphusarbeit ist, es bis zu Ende zu lesen, wo Broder darüber klagt, was für eine Sisyphusarbeit es war, solch ein Tagebuch zu schreiben, indem tatsächlich „außer dem jeweiligen Datum sich kaum etwas ändert“. Wenn sonst alles im Buch manipuliert ist und an sein letztes und vorletztes und alle Bücher davor erinnert, so ist diese Selbsterkenntnis auf der allerletzten Seite erquickend und lustig, weil sie wahr ist.

Broder bekennt von sich, dass er „Entgleisungen, Fehlleistungen und Zumutungen“ sammelt. Das ist ja irre. Denn eigentlich ist sein Buch die allergrößte Entgleisung, Fehlleistung und Zumutung, daneben aber auch noch peinlich, ärgerlich, weil langweilig, dumm und nicht einmal gut geschrieben. Die Liste der Entgleisungen ist lang und die Liste der Namen, die mit Angela Merkel beginnt (Seite 8) und mit Angela Merkel endet (Seite 350) ist noch länger. Broder macht sich lustig über Merkels Aussage: „Der Euro ist mehr als eine Währung“. Er fragt sich und uns und vor allem sein Tagebuch: „Wie kann eine Währung mehr als eine Währung sein?“ Sein Tagebuch hat keine Antwort. Dabei weiß doch jeder Straßenbettler in Kalkutta und jeder Banker in Frankfurt, dass es eine Binsenweisheit ist und fast schon zu wahr, um wahr zu sein, dass eine Währung immer mehr ist als bloß eine Währung. Broder will uns sagen, dass die Kanzlerin spinnt und „irre“ ist, wenn sie so etwas sagt.

Doch der Irre aus Zion, der es dort nicht ausgehalten hat und deshalb beschloss, lieber ein guter Zionist in Deutschland zu sein, als ein guter Israel in Zion.

 Von den Tantiemen aus seinen zahlreichen runtergerotzen Bücher wie: Jüdisches Lesebuch 1933–1938, Der ewige Antisemit, Der Nächste bitte! Aufzeichnungen von unterwegs, Hurra, wir kapitulieren! Von der Lust am Einknicken, mit Dirk Maxeiner, Michael Miersch, Josef Joffe: Schöner denken. Wie man politisch unkorrekt ist, Kritik der reinen Toleranz, mit Erich Follath: „Gebt den Juden Schleswig-Holstein!“ Wenn Deutsche Israel kritisieren – ein Streit, mit Josef Joffe, Dirk Maxeiner, Michael Miersch: Früher war alles besser: Ein rücksichtsloser Rückblick. mit Hamed Abdel-Samad: Entweder Broder – Die Deutschland-Safari, Mein sagenhaftes Island, Vergesst Auschwitz! Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage. Die letzten Tage Europas. Wie wir eine gute Idee versenken und zuletzt Das ist ja irre! Mein deutsches Tagebuch, wird er wohl ganz gut leben können, wenn nicht etwas passiert, dass man ihn vergessen haben wird. Er versucht allerdings mit allerlei Clownereien und Provokationen, die aber immer weniger Menschen interessieren, seinen Marktwert aufrecht zu erhalten, der aber seit einiger Zeit sich im freien Fall befindet.

Doch der Irre aus Zion, der es dort nicht ausgehalten hat und deshalb beschloss lieber ein guter Zionist in Deutschland zu sein, als ein guter Israel in Zion, ist ein besessener Narziss, der zwar keine Chance hat auch vom besten Schönheitschirurg zum schönen Jüngling operiert zu werden, und immer wie eine Schießbudenfigur aussehen wird, aber sein Narzissmus liegt auf einem anderen Gebiet, nämlich der angeblichen geistigen Überlegenheit mit deren Hilfe  er hämisch und überheblich Menschen „plattmacht“ oder „plattmachen“ versucht.

In seinem neuesten Buch zeigt sich Broder wieder von seiner widerlichsten Seite: arrogant, überheblich, hämisch und zynisch. Jeder bekommt bei ihm sein Fett ab und er thront ganz oben über alles und alle und erteilt Unterricht in politischer und gesellschaftlicher Moral, die er zuletzt im Kindergarten gelernt hat: Moral ist immer auf der Seite des Stärkeren.

Broder glaubt, dass er „alternativlos“ sei. Das Wort steht sowieso im Verdacht Unwort des Jahres zu werden. Broder selbst ist schon lange „Unperson“ des Jahrzehnts. Mit seinem berühmt-berüchtigten blog „Schmock der Woche“ hat er sich unsterblich gemacht, hat sich jahrelang mit Schmocks beschäftigt bis er am Ende selber einer wurde. Als solcher ist er in der Tat alternativlos.

Leute wie mich, Uri Avnery, Rolf Verleger, Alfred Grosser, Günter Grass,  Erich Fried u.a., hat er jahrelang mit Gülle begossen, weil wir Israels Politik kritisiert und sogar bekämpft haben. Dabei stellt sich heute heraus, dass wir genau das gesagt haben, was der ermordete israelische Ministerpräsident Rabin schon 1976 gewusst und gesagt hat: „Die Siedlerbewegung kann man mit einem Krebs vergleichen“, und er warnte, so wie wir warnen, „Israel riskiert ein Apartheid Staat zu werden, wenn es die arabische Bevölkerung der West Bank annektieren würde.“ Das ist Israel inzwischen geworden, auch wenn Leute wie Broder es nicht wahrhaben wollen. Kurz vor seiner Ermordung fügte Rabin noch hinzu: „Gush Emunim ist keine Siedlerbewegung. Es ist vergleichbar mit einem Krebs im Gewebe der demokratischen, israelischen Gesellschaft. Es ist das Phänomen einer Organisation, die das Gesetz in die eigenen Hände genommen hat.“

Am 25. April hat sich Henryk als Clown verkleidet mit seinem Hund an der Leine den Palästinenser-Kongress in Berlin besucht und den Teilnehmern provozierende und dumme Fragen gestellt. Der friedlichen Stimmung des Kongresses, den die Presse als ein Zusammentreffen von Terroristen bezeichnet hatte und Broders Anwalt Nathan Gelbart eine „Plattform für Antisemiten und Mördern“ genannt hat, ist es zu verdanken, dass man Broder nicht in die Fresse gehauen hatte. Sein Anwalt ist von mir bei der Berliner Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung angezeigt worden und unter dem Aktenzeichen 231 Js 1273/15 ist tatsächlich ein Ermittlungsverfahren gegen Norman Nathan Gelbart eröffnet worden.

Am 25. April vertraut Broder seinem „lieben Tagebuch“: „Auch wenn es oft nicht danach aussieht, ich mag Martin Schulz…er ist das Gesicht der EU, viel stärker als Kommissionspräsident Jean-Claude Junker und der Vorsitzende des Europäischen Rates, der weithin unbekannte Pole Donald Tusk.“ Es folgt über vier Seiten eine Häme über Martin Schulz, der sich „hochgearbeitet hat, vom Bürgermeister von Würselen bei Aachen zum Präsidenten des Europäischen Parlaments.“ Natürlich wäre Broder nicht Broder, wenn er sich diese hämische Pointe mit „Würstelen“ verkniffen hätte. Nach vier Seiten Häme, Spott und Diffamierungen ist der Tag zu Ende. Kein Wort davon, dass er an diesem Tag in Berlin seine dummen Späße gemacht hat und diese später sogar auf youtube gestellt hat, damit die ganze Nation lachen kann. Fragt sich nur über wen.

Man staunt, dass Broder noch Freunde hat. So gibt er im Buch zu, dass „Giovani“ noch sein Freund ist. Gemeint ist wohl Giovani di Lorenzo, Chefredakteur der ZEIT, von dem ich gerade in diesem Tagen einen höflichen Brief bekommen habe mit der Bitte, DIE ZEIT zu abonnieren, weil sie eine so tolle Zeitung ist. Der Brief landete bei mir im Papierkorb. Denn möglicherweise bin ich einer von denen, über die „mein Freund Giovani“ schreibt: „Der Protodeutsche ist ein Sadist, Masochist und obendrauf noch nekrophil.“ Broder fügt hinzu: „Ich fürchte, Giovani hat recht.“ Na ja, fürchten tut es Broder sicherlich nicht. Er ist froh und stolz, dass der Chefredakteur der ZEIT so einen Stuss schreibt, auf den eigentlich er Copyright hat.

Ansonsten beleidigt und diffamiert er und macht sich über die Beleidigten und Diffamierten noch lustig, fast die gesamte deutsche Presse: DIE ZEIT, den SPIEGEL, spiegel-online, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau und wer weiß welche Zeitungen noch. Nur die Blätter des Springers Konzerns sind tabu. Die BILD und die WELT, für die er ja arbeitet, sind politisch korrekt, inhaltlich sauber, pro Israel, zionistisch und anti-Antisemitisch. Das sind heute die einzigen Kriterien, die für Broder gelten. Kann eine Zeitung heute noch so antidemokratisch, primitiv und reaktionär sein, sobald sie sich aber für Israels Okkupationspolitik einsetzt, genießt sie Broders Gnade und Sympathie. Ganz besonders das Propagandablatt des Zentralrats der Juden in Deutschland, die Jüdische Allgemeine, der er in der letzten Ausgabe ein ausführliches Interview gab, in dem er bekannt gab, dass er am liebsten aufhören und nach Hawaii auswandern würde, wo er wohl Gurken züchten möchte. Eine Gurke will Gurken züchten, ausgerechnet auf Hawaii. Israel ist wohl nur für durchgeknallte Zionisten gut.

So, jetzt will ich langsam zu Ende kommen, obwohl ich das Buch erst zu einem Drittel gelesen habe. Aber, wie sagte schon Broder, es ist immer dasselbe, nur das Datum ändert sich. Man kann also überall zufällig reinlesen und es steht überall derselbe Mist. Schon am ersten Tag, am 1. Januar, stürzt er sich auf „die Kanzlerin“, die in „ihrer“ FDJ-Gruppe angeblich „Sekretärin für  Agitation und Propaganda“ gewesen sein soll. Gewesen sein soll schreibe ich nur, weil ich grundsätzlich alles von Broder in Frage stellen muss, denn was Propaganda und Agitation ist, das weiß er besser als wir alle. Und am 2. Januar folgt eine ausführliche, über fünf Seiten, Verunglimpfung von Frank Walter Steinmeier, bei dem er sich fragt, warum er so viel reist. Es wäre kürzer die Staaten, Städte und Kontinente zu nennen, wo er noch nicht war. Broder erinnert das alles an Shakespeares Komödie „Viel Lärm um nichts“. Mich erinnert Broders Buch auch an dieser Komödie. Außenminister Steinmeier nennt er vertraut „Steini“ und man fragt sich wie Steinmeier ihn nennen würde: Marci oder Brodi?

Schon am Ende des zweiten Tagebuch-Tags vertraut Broder seinem „lieben Tagebuch“, ob er seinen Verleger anrufen soll, weil sein Zwiegespräch mit „dir“ ein spannendes Buch zu werden verspricht.  Insbesondere wenn er am dritten Tag, also am 3. Januar, den Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung lächerlich macht indem er ihm vorschlägt der muslimischen Welt zu erklären, dass es „keine Gründe gibt Frauen zu schlagen“. Der Minister, klärt uns Broder auf, hat keine Ahnung von Logik und Dialektik. Davon hat nur Henryk Marci Broder Ahnung. Und ausgerechnet der Broder, der vor Frauen keine Achtung hat und jede Gelegenheit nutzt um sie öffentlich zu beleidigen oder herabzuwürdigen, ob sie nun Jutta Ditfurth heißen oder Alice Schwarzer oder Joy Flemming, die er alle nicht deswegen beleidigte, weil sie etwas Bösartiges gesagt haben, sondern nur weil sie anderer Meinung und anderem Geschlecht waren. Joy Flemming beleidigte er öffentlich im Fernsehen, dass die FAZ sich gezwungen fühlte zu schreiben: „Sein Beifall süchtiger Populismus ist bekannt. Wie sich Börne-Preisträger Henryk M. Broder allerdings in Plasbergs Talkrunde über Castingshows gab, war bodenlos: Er demütigte Personen, weil sie hatten, was ihm fehlte: Respekt vor der Würde des Menschen. Und sollte eine phänomenale Rock- und Jazzsängerin wie Joy Fleming widersprechen, macht man sie mit einem Hinweis auf ihr „methusalemisches Alter“ stumm und weist sie aufs Altenteil. Diese Einsichten verdanken wir dem Journalisten und Publizisten Henryk M. Broder, der, gerade mal ein Jahr jünger als Joy Fleming ist. Nein, es gibt keinen Grund Frauen zu schlagen, aber für Broder gibt es tausend Gründe, nein er braucht gar keine Gründe, um Frauen zu beleidigen.

Am 8. Januar beschäftigt er sich mit Heiko Maas, nachdem er sich in den Tagen davor mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx und der Generalsekretärin der SPD, Yasmin Fahidi (4.Janmuar), Rolf Mützenich, Norbert Röttgen und Christian Lindner (5. Januar), dem Oberbürgermeister der Stadt Stuttgart, Fritz Kuhn (6. Januar), und Elmar Brok, Abgeordneter im Europäischen Parlament (7. Januar) beschäftigt hat und ihnen allen die Leviten las. Maas wirft er seine versöhnliche und zu humane Haltung gegenüber Muslime vor. Er schlägt Maas vor endlich Tachles zu reden und zu sagen: „Es waren gläubige Muslime, die ein Verbrechen begangen haben und dabei ´Gott ist groß!`gerufen haben.“ Da hat mich ein starkes Würgegefühl erfasst und ich musste kotzen.

Ich habe mir gedacht, was würde dieser Kotzbrocken schreiben, wenn man über die israelische Armee, die von sich behauptet, die moralischste Armee der Welt zu sein, schreiben würde: Es sind gläubige Juden, die mit gestrickter Kippa rumlaufen, die in Gaza ein Verbrechen begangen haben und dabei ´Höre Israel! gerufen haben.“ Ist man nicht sofort ein Antisemit, wenn man soetwas schreibt?

Jetzt reicht es mir. Das was er noch bis zur Mitte des Monats (nicht des Buches) über Wolfgang Benz, Thomas de Maiziere, Sigmar Gabriel, Margot Käßmann, Stanislav Tillich, Daniel Cohn-Bendit, Joachim Gauck, Norbert Lammert und last not least, der GCJZ, der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit (nicht zu verwechseln mit GZSZ – Gute Zeiten-schlechte Zeiten), noch schreibt, interessiert mich nicht mehr. Es ist immer dasselbe. Nur das Datum ändert sich.

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