Obsessiv in der jüdischen Zeitung

Zeitung darf man die Jüdische Allgemeine nicht nennen. Für eine Zeitung reicht das Niveau nicht aus. Es ist ein Propagandablatt eines armseligen Zentralrats, der nicht die Juden in Deutschland vertritt und schon gar nicht die deutschen Juden, sondern einzig und allein den „jüdischen“ Staat Israel, den widerlichen, radikalen und menschenverachtenden Zionismus und die Politik eines nationalistischen und somit auch nazistischen Benjamin Netanjahu.

Erst kürzlich ist in Israel ein Interview aus dem Jahre 1976 mit dem damaligen Regierungschef Rabin aufgetaucht, in dem Yitzchak Rabin klipp und klar sagte: „ Die West-Bank Siedlerbewegung kann man mit einem Krebs vergleichen.“ Und er warnte schon damals, dass Israel das Risiko eingeht, ein Apartheidstaat zu werden. Inzwischen ist Israel ein Apartheidstaat geworden. Nur autistische Redakteure und ein autistische Zentralratsvorsitzender merken das nicht, weil sie es nicht merken wollen. 

Ein dummer und unwissender Redakteur bei diesem Propagandablatt beschuldigt den Jenaer Oberbürgermeister der Obsession gegenüber Israels Politik. Israelische Journalisten wie Uri Avnery, Gideon Levy und berühmte Autoren wie Amos Oz und David Grossmann meinen, dass man nicht obsessiv genug sein kann bei der Anprangerung der israelischen Politik.

Die Jüdische Zeitung hat aber nichts anderes im Sinn, als wieder den Verdacht des Antisemitismus aufs Papier zu bringen. Sie benimmt sich wie die Labormäuse, die Angst vor Stromstößen haben, weil man ihnen längere Zeit Stromstöße in Begleitung von Musik verpasst hat. Nun haben sie auch Angst vor Musik.

Man sagt zwar, dass jedes Volk die Führung hat, die es verdient. Die Juden in Deutschland haben aber eine bessere Führung verdient und eine bessere Zeitung, wo doch die führenden Zeitungen der Welt, zumindest in den USA, von Juden geleitet werden.

Schröter, Jenas Oberbürgermeister, hat erkannt, dass „die islamfeindliche US-Politik der vergangenen Jahrzehnte ihre Früchte trägt.“  Das ist Unsinn, meint die Jüdische Allgemeine. „Die Menschen flüchten nicht vor dem State Department, sondern vor dem Terror in ihrem Land.“ Da fragt man sich, ob man lachen oder weinen soll. Hat sich die Jüdische Allgemeine schon einmal die Frage gestellt, wer an dem „Terror in ihrem Land“ schuld ist? Etwa die Flüchtlinge selbst? Und ferner fragt die Jüdische Allgemeine, ob eine „gegen Israel gerichtete deutsche Außenpolitik irgendetwas in Syrien, in Eritrea oder auf dem Balkan ändern würde?“ Es wundert mich, dass man nicht noch Somalia und Tibet hinzugefügt hat. Nein, natürlich nicht, aber es würde schon reichen, wenn eine „gegen Israel gerichtete deutsche Außenpolitik“ etwas in Israel bzw. in Palästina zum Besseren ändern würde. Und eine sachliche und dringend notwendige Korrektur der israelischen Politik wird nicht nur von der deutschen Außenpolitik gefordert, von der nämlich überhaupt nicht, sondern von anderen, und eine solche Politik ist keineswegs gegen Israel gerichtet, sondern gegen Israels Politik, die nationalistisch, rassistisch und völkerrechtswidrig ist.

Die Sorge der Damen und Herren beim Zentralrat der Juden, die diese armselige Zeitung zum Ausdruck bringt, ist, ob „Albrecht Schröter nichts gegen Juden hat.“ Aber da Schröter vor drei Jahren einen Aufruf von PAX CHRISTI unterschrieben hat, indem gefordert wurde keine „Waren aus völkerrechtswidrigen israelischen Siedlungen“ zu kaufen. Das ist für diese jüdischen Reaktionäre gleich der Lackmustest für Judenfeindschaft. Für mich ist es ein Lackmustest für Dummheit, Sturheit und Verlogenheit.

Der Artikel endet mit einer Obsession, die mich zum Übergeben zwingen könnte, wenn ich sie nicht schon längst durchschaut hätte. Die anderen sind schuld, wir (Juden) sind unschuldige Lämmer, allerdings in Wolfspelz. „Schröter sucht überall und immer die Schuld beim jüdischen Staat.“ Der Staat Israel ist aber ein Staat und kann als solcher nicht „jüdisch“ sein. Er kann nur demokratisch oder nicht-demokratisch, sprich ein Apartheidstaat, sein.

Und last not least meint der ahnungslose Schreiberling, dass der jüdische Staat nicht für die „mittellosen Syrer“ verantwortlich sei, die jetzt nach Deutschland kommen. Und weil derjenige, der das gar nicht behauptet, eine israelfeindliche Politik macht, wenn er eine israelfeindliche Politik als Lösung des Problems anbietet, hat Schröter kein Problem erkannt, sondern ist selber ein Problem. Diese Logik ist so flach und verständlich, dass man nicht darauf antworten muss. Wo das Problem liegt und wer das Problem ist, sehen inzwischen viele. Die Jüdische Allgemeine und Herr Schuster vom Zentralrat der Juden offensichtlich nicht.

Chapeau Herr Schröter, machen Sie so weiter und lassen Sie sich nicht von solchen jüdischen Provinz- und Stammtischpolitiker entmutigen.

3 Gedanken zu “Obsessiv in der jüdischen Zeitung

  1. Die Autoren der Jüdischen Allgemeine, deren online Ausgabe ich seit Jahren lese, sind einschließlich ihres Zentralratsvorsitzenden mit einem eigenartigen Bewusstsein gesegnet: Sie kritisieren mit zweierlei Maß.

    Kämen deutsche Politik hinsichtlich ethnozentrierter Überlegungen für Deutschland in die Nähe des politischen Mainstreams in Israel und der zionistischen Diaspora, das Rassegeschrei der Herren und Damen Schuster, Brumlik, Wolffsohn, Knobloch usw. wäre unüberhörbar. Da Juden in Deutschland vermutlich die Staatsbürgerschaften Deutschlands und Israels haben, ist ein solches Gebaren entweder Schizophren – dann wären sie strafrechtlich gesehen schuldlos – oder eben an Bösartigkeit nicht zu überbieten.

    Es wird noch einige Jahrzehnte dauern, bis die Staatsgründung Israels abgeschlossen und die ethnische Säuberungen soweit durchgeführt sind, dass die Regierung meint, nun Frieden halten zu können und den verbliebenen Arabern die gleichen Bürgerrechte zuzuerkennen wie den jüdischen Staatsbürgern. Solange werden jüdische Politiker versuchen, mit Hilfe der Antisemitismus-Waffe ihre raumgreifende, ethnozentrierte Politik zu verteidigen und ihre Schutztruppen in der Diaspora werden weiter mit dem schizophrenen Dilemma leben müssen, in ihren anderen Heimatländern anzugreifen, was sie in Israel verteidigen. An sehr guten Rhetorikern ist ja kein Mangel.

  2. Da könnten Sie mit Elie Wiesel übers Kreuz liegen. In dessen im ADL Bulletin (January 1988) heißt es (Auszug): „Ich glaube an die israelische Gemein-schaft. Ich kann mir Juden nur vorstellen, die von Juden umgeben sind… So wie ein Mensch andere Menschen benötigt, um human zu sein, so braucht ein Jude andere Juden, um jüdisch zu sein … Gemeinschaft ist das Schlüssel-wort…“ 1988 wurde Wiesel der Friedensnobelpreis verliehen für seine „Vorbild-funktion im Kampf gegen Gewalt, Unterdrückung und Rassismus“ Zu Unrecht?

  3. Liebe Redaktion,

    Ich bin zufällig auf Eure Seite gestoßen, die für mich ein großer Trost ist, da es mir sehr schwer fällt, mich wegen meiner Ansichten bzgl. der Gleichberechtigung der Palästinenser als „rechtsaußen“ bezeichnen zu lassen (ich stehe zu den Menschenrechtskonventionen). Aber andere Brennpunkte, wie z. B. Ukrainekonflikt, außer Acht zu lassen, ist m. E. ein Fehler, da auch hier die gleiche Informations- und Medienpolitik zelebriert und sehr schnell die Nazikeule geschwungen wird. „Wer gegen den Kapitalismus ist, ist gegen Amerika, den engsten Bruder Israels – und somit ein Antisemit!“ lautet eine der aktuellen Thesen, nicht nur unter „linken“ Jugendlichen. Auch wer meint, man müsse zum Friedenserhalt auch mit den Russen reden, wird gern als Faschist oder Nazi oder rechts bezeichnet. Die Begriffe „rechts“ usw. sind untrennbar mit Rassismus und Antisemitismus verbunden. Nach meinem Empfinden sollte daher jedes politische Thema auch Euer Thema sein, da Ihr (und auch der Staat Israel) benutzt werdet. Ja, ich gehöre zu den zu entsorgenden besorgten Bürgern, da ich Angst vor den Folgen der Arbeit unserer Politiker habe. Nein, ich gehöre nicht zu Pegida, da mich allein schon der Name sowie die Person Bachmann abschrecken; auch AfD usw können nicht locken. Allein der Umstand, dass ich mich verpflichtet fühle, mich „reinzuwaschen“, sagt viel über unser Land aus. Bitte entschuldigt!

    Mit guten Wünschen für Eure weitere Arbeit

    A. Hamann

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