Importieren wir Antisemitismus?

Einer der unsäglichsten Sätze im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle, die Deutschland erlebt, ist: „Wir importieren mit den Flüchtlingen auch den Antisemitismus.“ Er stammt vom Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster, der lieber bei seinen Leisten geblieben wäre und sich nicht zu einem Thema geäußert hätte, von dem er offensichtlich keine Ahnung hat. Jude zu sein genügt nicht. Man muss auch über geschichtliche Kenntnisse verfügen und wenn schon nicht intelligent sein, so zumindest über einen gesunden Menschenverstand verfügen. Schuster ist aber offensichtlich vom zionistischen Virus infiziert und sieht in arabischen Flüchtlingen etwas, was sie nicht sind.

Europa und Deutschland brauchen keinen Antisemitismus zu importieren, nachdem sie ihn jahrhundertelang exportiert haben. Trotzdem ist noch genug davon in Europa geblieben. Wir sind hier in Europa und ganz besonders in Deutschland nicht auf angeblich moslemischen Antisemitismus angewiesen. Allerdings eignet sich „moslemischer Antisemitismus“ sehr gut dazu, von Israels Kriegsverbrechen und völkerrechtswidrigen Verhalten abzulenken. 

Der Antisemitismus ist ein europäisch-christliches Produkt und entstand in Europa, wo er Jahrhunderte gewütet und mit der Inquisition im ausgehenden Mittelalter und dem Holocaust seine Höhenpunkte erreicht hatte. Die arabisch-islamische Welt hat zu keinem Zeitpunkt systematisch und so konsequent wie im christlichen Europa Juden verfolgt. Im Gegenteil, die moslemische Welt in Nordafrika, auf dem Balkan und im Osmanischen Reich haben Juden, die von der Inquisition flohen oder vertrieben wurden, aufgenommen und gerettet.

Es ist deshalb ärgerlich, wenn plötzlich in jeder Talkshow diese unsäglichen Worte von Josef Schuster zitiert und wiederholt werden, als ob es sich um eine Tatsache handelt. Moderatoren, die von der Geschichte der Juden keine Ahnung haben und Gäste, die noch weniger wissen, diskutieren darüber, sagen ihre unmaßgebliche und in der Regel falsche Meinung und schaffen in der Bevölkerung eine falsche und verlogene Allianz mit den Juden, die genauso wenig und genauso viel von Flüchtlingen gefährdet sind, wie alle anderen, nämlich überhaupt nicht.

Josef Schuster, der in Würzburg lebt, trägt offensichtlich ein Ghetto mit sich und in sich. Es war die Mentalität der Ghettojuden bei jedem weltgeschichtlichen Ereignis zu fragen: Ist es gut für die Juden oder ist es schlecht für die Juden? Die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, haben mit Sicherheit ganz andere Probleme vor sich, die sie bewältigen müssen, als den Wunsch, Juden zu töten. Schuster meint, dass Flüchtlinge aus Syrien besonders „antiisraelisch und antijüdisch“ seien, weil sie in ihrer Heimat so erzogen worden sind. In Israel werden aber Kinder und Jugendliche, aber auch die ganze Bevölkerung, antiarabisch erzogen und just in diesen Tagen hört man in Israel überall die Rufe „Tötet die Araber!“ Wenn die syrischen Flüchtlinge eine Gefahr für die hier lebenden Juden darstellen, dann stellen doch die israelischen Einwanderer, von denen inzwischen an die 30 000 in Berlin leben, wohl auch eine Gefahr für moslemische und palästinensische Bürger dar, von denen wir in diesem Land etwa vier Millionen haben.

Es ist aber nicht so. Die Paranoia ist einzig und allein bei jüdischen Funktionären wie Josef Schuster vorhanden, die von der israelischen Hasbara so indoktriniert sind, das sie in allem eine Gefahr für die Juden und vor allem für Israel sehen. Die Flüchtlinge sind eine Herausforderung für alle Deutschen, wie vor mehr als zehn Jahren die jüdischen Flüchtlingen aus der Sowjetunion, die Deutschland aufgenommen hatte, eine Herausforderung für alle waren, auch für die moslemischen Bürger.

Es gibt inzwischen immer mehr Juden in Deutschland, Europa und eigentlich weltweit, die es satt haben, von solchen Apparatschiks vertreten zu werden, die die Welt um sich immer nur aus einem jüdischen Blickwinkel betrachten und beurteilen. Das verursacht Hass und Distanz zu den Juden und Distanz zu Israel, wegen Israels Verachtung und Ignorierung der elementaren Menschenrechte und des von allen Nationen (auch Israel) unterzeichneten Vertrag der Einhaltung der Menschenwürde und des Völkerrechts. Israel setzt sich darüber hinweg und wer gesehen hat, wie dieser Tage in einer israelischen Stadt (Afula) mitten auf einem belebten Platz eine junge Palästinenserin kaltblütig erschossen bzw. gelyncht wurde, der kann Israel nur noch hassen oder, wie ich und andere Juden, mit Israel Mitleid haben, wenn man zusehen muss, wie die Israelis ihrem Untergang entgegen schreiten, wenn nicht sogar rennen. Mit der neuen Initiative zur Einführung neuer drakonischer Gesetze, unternimmt Israel die ersten Schritte, um ein Halacha-Staat zu werden. Damit stellt sich Israel auf der gleichen Stufe wie zurückgebliebene, konservative islamische Staaten, in denen die Scharia Gesetz ist.

Von all dem weiß Josef Schuster offensichtlich nicht viel. Er weiß nur das, was ihm die israelische Propaganda erzählt, und das ist leicht zu merken: Alle hassen uns Juden und deshalb müssen wir uns wehren. Recht oder Unrecht, Hauptsache es nützt den Juden und wenn Palästinenser sich wehren, dann sind sie Terroristen. Die Juden in Israel sind das geworden, was eine Nation wird, wenn ihre Armee bald 50 Jahre ein anderes Volk gemein und brutal unterdrückt oder bald 70 Jahre auf Land und Boden lebt, das sie diesem unterdrückten Volk geraubt hat: Selbstgerecht, blind und taub Unrecht gegenüber, Hass erfüllt und unfrei. Wenn die Palästinenser Insassen in einem riesen großen Freiluftgefängnis sind, dann sind die Israelis die herzlosen, brutalen Wärter. In einem solchen Gefängnis ist keiner frei, auch die Wärter nicht.

5 Gedanken zu “Importieren wir Antisemitismus?

  1. Den Flüchtlingen quasi pauschal Antisemitismus zu unterstellen, ist – um es diplomatisch zu formulieren – in diesem Augenblick wirklich unpassend.

  2. Schön, dass es diese Seite wieder gibt. 🙂

    Den christlich, europäischen Antisemitismus Asylsuchenden aus muslimisch geprägten Ländern unterzujubeln, nur um diese „abzuwehren“ ist gerade bei Nichtjuden sehr beliebt. Der böse islamistische Antisemit lauert halt überall, währenddessen der gute Europäer so etwas schon lange hinter sich gelassen hat und deshalb aufpassen muss, dass kein „Antisemit“ ins Land rein kommt? Historisch gesehen ist es natürlich ein absoluter Unsinn, dass Muslime je so antisemitisch wie Christen waren. Auch im Iran vertragen sich Juden und Muslime oft sehr gut.

  3. Hallo Abi Melzer,
    ich wünsche mir, dass Sie und Ihre Mitstreiter mehr die direkte kommunikative Auseinandersetzung suchen, wenn die aktuelle Situation danach verlangt.
    Fordern Sie doch mal den Zentralratsvorsitzenden Schuster zu einer öffentlichen Diskussion heraus, zu einem Thema beispielsweise wie diesem. Damit würden Sie mehr für einen Bewusstseinswandel in Deutschland erreichen, als nur im SEMIT Ihre Meinung zu äußern. Denn den SEMIT lesen wohl vor allem nur die, die Sie nicht mehr überzeugen müssen. Viel Erfolg!

  4. Lieber Abi Melzer, Sie schreiben: „Von all dem weiß Josef Schuster offensichtlich nicht viel.“

    Ich denke, der Informelle Mitarbeiter des Mossad weiß mindestens soviel über Zionismus, wie Du und ich. Diese Hasbara-Agenten haben einen Job: das rhetorische Schwert des Antisemitismus-Vorwurfs gegen Antizionisten scharf zu halten, jeden Tag aufzupolieren und damit auf immer neue „Feinde Israels“ einzuschlagen; gerade müssen dazu die muslimischen Flüchtlinge herhalten.

    Abgesehen davon, dass es keinen Antisemitismus mehr gibt http://www.nwzonline.de/politik/niedersachsen/antisemitismus-veraendert-sich_a_30,1,2729475716.html#write , sondern nur noch Judenfeindschaft, die nicht zuletzt auf der völkerrechtswidrigen Besatzungspolitik und Angriffskriegsführung der Zionisten basiert und die mit dem in Israel millionenfach anzutreffenden „Araberhass“ korrespondiert, abgesehen davon also, dass Antisemitismus in Wirklichkeit ein Plagiat des Zionismus http://www.blueprinttheorie.de ist: abgesehen davon arbeiten die Zionisten mit der europäischen Rechten (FPÖ, Front National, Geert Wilders) auch in punkto „Überfremdung“ (Israels, Europas) Hand in Hand:

    Der Chef der rechtspopulistischen FPÖ stilisierte sich in Österreich zum „Vorkämpfer gegen den muslimischen Antisemitismus“, sozusagen als Plagiator des Zentralrats der Juden, der sich „angesichts vieler muslimischer Flüchtlinge“ darum „sorgt, dass der Antisemitismus in Deutschland zunehmen könnte.“ http://www.br.de/nachrichten/unterfranken/inhalt/schuster-zentralrat-antisemitismus-fluechtlinge-100.html

    Wie gesagt: es gibt keinen Antisemitismus mehr, worunter nach 1945 nur noch die völkermörderische Variante von RASSISMUS ALS STAATSDOKTRIN gefasst werden darf (Urteil des Landgerichts München 1), ist doch alles andere nur die persönliche Gesinnung, in der auch Ärger, Wut und Hass (man denke nur an sich selbst) legal (Art. 5 GG) und legitim sind. Den Hass zu verbieten hieße, den Ohnmächtigen ihre letzte (organisierende) Waffe aus der Hand zu schlagen, ist doch politischer Hass – man denke hier nur an den guten alten Klassenhass – ein Bedürfnis von Ausgebeuteten und Unterdrückten, nicht aber von Ausbeutern und Unterdrückern. Ausbeuter und Unterdrücker verfügen über die staatlichen Machtorgane, mit denen sie die Hassenden zusammenschießen, aushungern, einkerkern und verblöden können, weshalb sie nicht hassen müssen, um zu überleben.

    Der Kampf der völkerrechtswidrig Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker produziert auch den Hass als Ausdruck von Verzweiflung über die Ohnmacht, die Hilflosigkeit, die Wertlosigkeit der Ausgegrenzten und Eingesperrten, und was ich weiß, das weiß auch der Zionist Schuster, weshalb er die Entäußerung von Hass dämonisieren muss.

    Was sagte Brecht zu den Nachgeborenen:
    „Gingen wir doch, öfter als die Schuhe die Länder wechselnd
    Durch die Kriege der Klassen, verzweifelt
    Wenn da nur Unrecht war und keine Empörung.
    Dabei wissen wir ja:
    Auch der Haß gegen die Niedrigkeit
    Verzerrt die Züge.
    Auch der Zorn über das Unrecht
    Macht die Stimme heiser. Ach, wir
    Die wir den Boden bereiten wollten für Freundlichkeit
    Konnten selber nicht freundlich sein.
    Ihr aber, wenn es soweit sein wird
    Daß der Mensch dem Menschen ein Helfer ist
    Gedenkt unsrer
    Mit Nachsicht.“
    Der Zionist Schuster weiß das auch alles, er verrät es nur nicht Dir und mir. Das ist und bleibt unser Job!

  5. Die Europaeer haben also den Antisemitismus zu den Muslims exportiert? Und wann genau war das?
    Eine interessante These, die sich nicht mit bisherigen wissenschaftlichen Untersuchungen der Materie deckt.
    Bereits vor der Existenz des Staates Israel und vor den europaeischen Kreuzzuegen wurden Juden von den muslimischen Herrenmenschen (Sure 98, Vers 6; Sure 8,55), begruendet mit deren zeitlos gueltigem sogenannten „heiligen Buch“, innerhalb des islamischen Herrschaftsbereiches zu Schutzgeldzahlungen („gizya“, Sure 9, Vers 29) gepresst; bei Ausbleiben dieser Zahlungen werden Menschen juedischen Glaubens (lt. Sure 8,55 als nichtmenschliche Wesen, unterhalb dem Tier stehend, deklariert) automatisch zu Vogelfreien, die nur noch die Wahl haben zu konvertieren oder vertrieben und getoetet zu werden.

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