Der Mord in Hebron ist kein Einzelfall

von Israelischer Reserveoffizier

Jeder, der irgendwann einmal in den Besetzten Gebieten Dienst getan hat, als Soldat und erst Recht als Offizier und den Film über den Mord in Hebron gesehen hat, weiß, dass das, was dort jetzt geschah, nicht das erste Mal ist. Die Gleichgültigkeit, mit der der Soldat sein Gewehr spannt, ohne dass irgendwer um ihn herum ihn hindert, geduldig zielt und eine Kugel abfeuert, während die Offiziere neben ihm ein wenig zur Seite treten, damit der Knall sie nicht beim Telefonieren stört – all das sind Routinebilder.

Als einer, der dort war und das alles als Offizier erlebt hat, ist mir vollkommen klar, dass es für keinen von ihnen das erste Mal war, dass sie gesehen haben, wie eine „Neutralisierung“ endgültig erledigt wird. Der Unterschied ist nur der, dass dieses Mal eine Kamera dabei war. Vielleicht war dort auch irgendein „Breaking the Silence“-Aktivist, aber diesen kann man schon ignorieren und sagen, dass er ein Lügner oder Verräter ist. Es ist aber schwer über einen Film zu sagen, dass er lügt und ein Verräter ist. Er zeigt die Wahrheit in ihrer ganzen Macht.  Weiterlesen

Never Have So Many Cheered Such Vile Murderer

It’s doubtful there’s another Western society whose racism is accompanied by such bloodlust.

by Gideon Levy

The rabble demonstrating and writing in support of the soldier-executioner in Hebron sees him as a hero. Not just a victim, like the convicted murderer Roman Zadorov, for example, but a hero. E.A. — his full name remains under a gag order — is a folk hero because he murdered a dying Palestinian. Because not despite.

This must be stated clearly. Perhaps for the first time in the history of the state, an abhorrent murder whose only obvious justification seems to be a hatred of Arabs and contempt for their lives, has become a heroic act. A murder that required no courage, a cowardly act of the highest order, has become heroic in the eyes of the masses, simply because it ended with a dead Palestinian bleeding on the road to the sound of their rejoicing.  Weiterlesen

Im Vergleich zu Israel ist die Mafia ein Waisenknabe

Ein Skandal wird vom nächsten abgelöst und Israel kommt nicht zur Ruhe. Noch haben wir nicht die Lynch-artige Tötung eines Palästinensers verdaut und schon steht der nächste Skandal in den Überschriften aller Zeitungen.

Auf ihrem Weg zu einem vollkommen faschistischen Staat – besonders wenn man von einem Faschismus spricht, der einen religiösen Hintergrund hat – muss die Gesellschaft eine gründliche Dehumanisierung durchleben. Das führt dazu, dass man ohne zu zögern einen am Boden liegenden verwundeten Palästinenser, auch wenn er von manchen Terrorist genannt werden sollte, erschießt oder, dass man sich an den Ressourcen des Staates bedient, als wären sie Privateigentum.  Weiterlesen

Frieden und Gerechtigkeit – was ist mit den Juden los?

Was ist nur mit den Juden los? Ja, ich meine die Juden und nicht Israel. Was mit Israel los ist, das wissen inzwischen alle. Israel hat jedes Maß an Moral und Ethik verloren, Israel betrachtet einen Soldaten, der einen wehrlosen Palästinenser ermordet hat, als das Opfer und sein Opfer als den Täter! Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der noch am selben Tag behauptet hat, dass die Tat des Soldaten nicht die moralischen Werte der israelischen Armee repräsentiert, macht jetzt unter dem massiven Druck rechtsgerichteter Israelis und Regierungsmitglieder einen Rückzieher und meint, dass die Vernehmung des Soldaten, „die schwierigen Verhältnisse der Operationen“ in Betracht ziehen wird. Er meinte, die Soldaten der „moralischsten Armee der Welt“, kämpfen gegen „blutrünstige Mörder“, und fügte hinzu „Israels Soldaten, unsere Kinder, halten hohe und höchste moralische Grundsätze.“  Weiterlesen

American Mind occupied by Israel’s Public Relations War?

by Ludwig Watzal

An excellent film has just been released from the public relations war in the United States and the manipulation of the American mind by the Israeli Hasbara Ministry (Propaganda Ministry) with the massive help of the media. But anyone who waits for a media conspiracy will be thoroughly disappointed.

The film explains why the conflict could drag on for almost seven decades, not to speak of the Zionist incursion into Palestine since the end of the 19th Century. The film makes also crystal-clear that without the massive help and support of the different U. S. governments Israel couldn’t have sustained its brutal subjugation of the Palestinian people.

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Republikflüchtling

Ich bin wohl auch ein Republikflüchtling wie alle diejenigen, die seinerzeit die DDR verlassen haben, weil es ihnen dort nicht gefallen hat und sie in Freiheit leben wollten. Ich habe Israel nicht aus diesen Gründen verlassen, aber aus diesen Gründen kehre ich nicht wieder nach Israel zurück. Die Unfreiheit, die dort herrscht, ist eine geistige und seelische Unfreiheit, die dich erwartet, wenn du, Gott behüte, gegen den politischen und gesellschaftlichen Strom schwimmen willst oder gar musst, weil du mit der dort praktizierten egozentrischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Politik nicht leben kannst. Jeder, der anders denkt, als die herrschende Clique um Benjamin Netanjahu, ist ein potentieller Verräter, ein jüdischer Selbsthasser oder sogar ein „koscherer Antisemit“, wie mich einmal Henryk Broder nannte. Ein gewisser A. Bundy nennt mich im Netz einen „durchgeknallten Judenhasser“ und meint, ich sei „scheinheilig“, weil ich nicht um ermordete Israelis, die er fälschlicherweise Juden nennt, weine. Ich weine auch um unschuldige Israelis, wenn es solche gibt, aber ich werde nicht um tote Siedler weinen und ermordete Rassisten, weil ich in der Tat keine Krokodilstränen vergießen möchte.  Weiterlesen

Wir müssen schreien gegen israelisches Unrecht!

Nein, wir Juden sollten Israel nicht kritisieren. Damit bin ich sogar mit dem Zentralrat der Juden einverstanden. Israel ist gegen jede Art von Kritik blind und taub, und die israelische Selbstgerechtigkeit stinkt bis zum Himmel. Ich bin aber mit der Konsequenz, die der „Zentralrat der Juden“ daraus ableitet, nämlich zu schweigen, ganz und gar nicht einverstanden. Nein, wir sollten nicht schweigen, sondern schreien, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und immer wieder, solange diese unsägliche Besatzung Palästinas und damit das Unrecht fortdauert. Wir sollten mit ganzer Kraft „J’accuse“ schreien, das berühmte „Ich klage an“ des nichtjüdischen französischen Schriftstellers und Journalisten Emil Zola angesichts des Unrechts, das man dem jüdischen Hauptmann Alfred Dreyfuss angetan hat, und zwar aus rein antisemitischen Motiven.

Wir sind heute aber Zeugen eines viel größeren und bedeutenderen Unrechts, das Juden, oder besser gesagt, Israelis, einem anderen Volk antun. Was wir dieser Tage erlebt haben, dass ein israelischer Soldat einen verwundeten und wehrlosen Palästinenser durch einen gezielten Schuss im den Kopf tötet bzw. ermordet, ist nicht neu. Es ist nur deshalb neu, weil es zum ersten Mal so deutlich und klar und unleugbar dokumentiert wurde und weil derjenige, der es gefilmt hat, die Daten sofort an die israelische Organisation „B’Tselem“ weitergereicht hat, bevor die israelischen Behörden, insbesondere das Militär, ihm die Daten wegnehmen und vernichten konnte.  Weiterlesen

US Presidential Candidates pledge loyalty to Israel before AIPAC

by Ludwig Watzal

Every year, it’s the same beat-up story. The pro-Israel Zionist lobby AIPAC (American Israeli Public Affairs Committee) invites to its annual convention and all the top knobs in Washington show up. This year, President Obama had more important things to do and made a historical visit to Cuba. Eighty-eight years ago, the last sitting US President, Calvin Coolidge, paid a visit to this island nation that is still embargoed by the US because it didn’t give way to US pressure.

This year, it was the turn of the American presidential candidates to go on the AIPAC pilgrimage, except for Bernie Sanders. Trump, Clinton, Cruz and Kasich were all thrilled to bits about Israel. They outbid each other in their subservience to Israel. Sanders, the only Jew in the race, did not show up and scathingly criticized the Israeli government for its occupation and its „disproportionate responses to being attacked“. He criticized the bombing of hospitals, schools and refugee camps in the 2014 war with Hamas and demanded an end of the blockade on Gaza. He, at least, was honest and did not pay rhetorical lip service to an occupation regime that apparently shares the same values as the US.

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Ist Bundestagspräsident Lammert ein „Sayanist“?*

Ich habe Bundestagspräsidenten Norbert Lammert immer für einen klugen intelligenten Menschen gehalten. Seine Aussagen zum Antisemitismus und besonders die absurde Forderung „Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, müssen das Existenzrecht Israels anerkennen“ haben mich aber überrascht und erschreckt. Seine Behauptung, viele Flüchtlinge würden aus Ländern kommen, wie Iran, Irak und Syrien, in denen Judenhass und Hass auf Israel herrsche, zeigen, dass er nicht weiß, wovon er redet und offensichtlich auch beratungsresistent ist.

In Iran, Irak und in Syrien herrschte und herrscht kein Antisemitismus, es sei denn, man bezeichnet die Auseinandersetzung mit dem Staat Israel als solchen. In Iran dürfen und müssen sogar die Juden in der Armee dienen, und sie sind auch im Parlament vertreten, und in Syrien und im Irak wurden sie auch nicht als Juden gehasst. Die Juden in diesen Ländern waren loyale Bürger und lebten genauso sicher und unsicher, wie die übrige Bevölkerung. Sie wurden nicht verfolgt, und wenn man sie hin und wieder misstrauisch behandelt hat, dann hatte es keine „antisemitischen“ Ursachen, sondern politische und solche, die direkt mit dem Nahost-Konflikt zu tun hatten. Erst mit der gewaltsamen zionistischen Kolonisierung palästinensischen Landes entstand so etwas wie „Antisemitismus“, wie es sich Lammert einbildet.  Weiterlesen