Süddeutsche Zeitung – eine „Qualitätszeitung“? Was für ein Witz!

Am 20. Dezember 2017 fand ein Prozess zwischen Abraham Melzer und Charlotte Knobloch in München statt. Ein Prozessbeobachter von der dominanten Regionalzeitung „Süddeutsche Zeitung“ (SZ), namens Stephan Handel, war zugegen und veröffentlichte folgende Karikatur dieser Verhandlung. Berichte über dieses journalistische Machwerk sind hier und hier nachzulesen.

Meine Einwände gegen diese verzerrte, vorverurteilende und diffamierende Beschreibung des Prozesses wurden nicht als Leserbrief oder Richtigstellung in der SZ abgedruckt. Stattdessen erhielt ich am 11. Januar 2018 eine Email von Andreas Gericke, Justiziar der Südwestdeutsche Medienholding GmbH, den ich der Öffentlichkeit im Folgenden zur Kenntnis geben möchte. 

„Sehr geehrter Herr Melzer,

Ihr Schreiben vom 27.12.2017 wurde zuständigkeitshalber an uns weitergeleitet. Als Konzernbereich Recht der Südwestdeutschen Medienholding GmbH vertreten wir die rechtlichen Interessen unseres Konzernunternehmens, der Süddeutsche Zeitung GmbH.

Wir haben Ihre umfangreich vorgetragenen Einwände gegen den Prozessbericht von Stephan Handel „Alles andere als friedlich“ v. 21.12.2017 eingehend geprüft.

Wir kommen zu dem Ergebnis, dass dieser Bericht weder aus presserechtlicher noch presseethischer Sicht fehlerhaft ist.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir daher weder eine „Entschuldigung“ noch eine anderen Art presserechtlicher Konsequenz veranlasst sehen und dass wir diese Angelegenheit nun als erledigt betrachten.  

Wir dürfen Sie auch höflichste bitten, von weiteren Nachfragen, insbesondere von der Zusendung nicht nachgefragter Bewertungen/Kommentare künftig Abstand zu nehmen.

Vielen Dank. “ Grußformel

Folgende Erwiderung erhielt Herr Gericke postwendend:

„Das ist die arrogante und selbstgerechte Antwort der SZ. Da haben ja alle Recht gehabt, die gesagt und geschrieben haben, dass die SZ eine arrogante, überhebliche und selbstgerechte Zeitung ist, die ihre Leser nicht nur nicht ernst nimmt, sondern geradezu verhöhnt. Zusammen mit einer Stellungnahme werden wir das auf unserem Blog veröffentlichen. Sollen die Leser selber beurteilen, wes Geistes Kind die Redakteure bei der SZ sind, die aus einem Bericht über einen Gerichtstermin eine öffentliche Vorverurteilung machen.“

Wir mir mittgeteilt worden ist, sind etliche Leserbriefe über diesen diffamierenden und journalistisch unterirdischen Bericht bei der Redaktion eingegangen. Keiner wurde jedoch veröffentlicht.

So hat mir Hans Krieger seinen Leserbrief vom 21. 12. 2017 an die SZ zugesandt, da er nicht veröffentlicht worden ist. Mit ausdrücklicher Zustimmung des Verfassers wird er an dieser Stelle veröffentlicht.

„Ohne jede Sachkenntnis und mit überdeutlicher Voreingenommenheit stellt Stephan Handel den Verleger Abraham Melzer als verbohrten Antisemiten hin, der seinen Antisemitismus mit einer für Antisemiten typischen Verteidigungstaktik verleugnet. Verschwiegen wird, daß Melzer Jude ist, Sohn eines 1933 in die Sowjetunion geflohenen deutschen Juden und einer jüdischen Mutter, die ihre gesamte Verwandtschaft in Auschwitz verlor, daß er seine Kindheit in Israel verbrachte und 1958, mit 13 Jahren nach Deutschland kam, weil sein Vater sich nach der deutschen Sprache sehnte, aber dann noch einmal nach Israel zurückkehrte, um dort seinen Militärdienst abzuleisten. Melzers ganzer Antisemitismus besteht darin, daß er die völkerrechtswidrige Besatzungspolitik Israels in Palästina entschieden verurteilt – ebenso wie viele andere Juden innerhalb und außerhalb Israels. In seinem jüngsten Buch „Die Antisemitenmacher“ schreibt er: „Ich erwarte lediglich, daß Israel den Prinzipien seiner eigenen Unabhängigkeitserklärung folgt und sich an die Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen hält.“

Diesen aufrechten, wenn auch nicht immer diplomatischen Friedenskämpfer erdreistet sich SZ-Reporter Handel mit den Worten zu attackieren: „Mit der Meinungsfreiheit hat er´s dann auch noch – als könnte man über den Holocaust…unterschiedliche, diskutierbare Meinungen vertreten.“ Das ist übelste verleumderische Hetze und hat nichts zu tun mit anständigem Journalismus, wie wir ihn von der SZ erwarten.“ Grußformel.

Nachdem die SZ diesen Leserbrief nicht abgedruckt hat, schrieb Herr Krieger am 10. 01.2018 noch einmal an die Redaktion.

„Sehr geehrte Redaktionsleitung,

der Bericht von Stephan Handel über den Prozeß Abraham Melzer versus Charlotte Knobloch war skandalös, unprofessionell und bösartig diffamierend. Leider wurde mein Leserbrief nicht veröffentlicht. Umso nötiger sind redaktionelle Konsequenzen sowie öffentliche Richtigstellung und Entschuldigung des Autors für begangenen Rufmord. Herr Handel hat offenbar eine nachdrückliche Belehrung über professionelle und ethische Mindeststandards des Journalismus nötig, wenn das Renommee der SZ als Qualitätszeitung keinen Schaden nehmen soll. Diese Belehrung müsste sowohl zeitungsintern als auch über den Presserat erfolgen.“ Grußformel.

Auch andere Personen, denen ich die Antwort von Herrn Gericke habe zukommen lassen, haben ihm ihre Meinung über die journalistische Desinformation des Herrn Handel und die Rolle der „Prantl-Prawda“ in dieser journalistischen Schmierenkomödie mitgeteilt.

So schrieb Franz Piwonka am 11. 01. 2018 Folgendes:

„Sehr geehrter herr gericke,

 wie mir herr melzer mitgeteilt hat, haben sie gegen den artikel von herrn handel weder „presserechtliche“, noch „presseethische“ bedenken, mit anderen worten: von seriösem journalismus halten sie nichts, aber auch gar nichts. Sie stört auch nicht die unverschämte und verleumderische lüge von Herrn handel, herr melzer hätte die ansicht geäußert, daß man über den „holocaust und darüber, ob die juden nicht vielleicht doch urheber der großen weltverschwörung“ sei, „unterschiedliche, diskutierbare meinungen vertreten“ könne. Ich und viele anderen sind jederzeit bereit, eidesstattlich zu bestätigen, daß eine derartige aussage nie gefallen ist und der holocaust in der verhandlung gar nicht zur sprache kam. Sie haben also gegen diese lüge „presseethisch“ nichts einzuwenden.

Es stört sie „presseethisch“ ebenfalls nicht, daß herr handel den elementaren journalistischen grundsatz der trennung von information und persönlicher meinung mit füßen getreten hat, denn der artikel ist eine einzige böswillige attacke auf herrn melzer. Wir werden sicherlich ihr verständnis von „presserecht“ und „presseethik“ einem möglichst großen publikum bekannt machen.“ Grußformel.

Lüko Willms schrieb am gleichen Tag:

“ Sehr geehrter Herr Gericke, mir hatte Ihre Mail an meinen Freund Abraham Melzer mit Betreff  „WG: Mein Brief“ vom Donnerstag, 11. Januar 2018 um 09:41 vorgelegen, und kann mich nicht enthalten, einen kurzen Kommentar von meiner Seite dazu bzw. zu dem Artikel „Alles andere als friedlich“  des Herrn Stephan Handel  der „Süddeutschen Zeitung“ vom 21 Dezember 2017 zu geben, auch wenn Sie bitten, „von der Zusendung nicht nachgefragter Bewertungen/Kommentare künftig Abstand zu nehmen.“ Ich hatte ja leider bisher keine Chance dazu.

Dieses Schriftstück des Herrn Handel ist einfach nur ein antisemitisches Geschmiere, das genauso in der SA-Zeitung „Der Stürmer“ hätte erscheinen können. Nicht mal in der BILD-Zeitung würde ich so einen Schund erwarten.

Handel’s Tenor: „Ein Jude wagt es, vor Gericht zu ziehen und wagt auch noch Widerspruch! Er will für sich sogar „Meinungsfreiheit“ für sich! Haut dem Juden eins aufs Maul, damit der ja nicht wieder einem Deutschen gegenüber ein Widerwort wagt! Kusch, Jud!“ so hab ich den Artikel gelesen.

Und so einen rassistischen Dreck haben Sie jetzt am Stecken Ihres so großen und feinen Konzerns mit all seinen schönen Zeitungen.

Und ich hatte so viel Arbeit für eine korrekte Darstellung Ihres Konzerns in der Wikipedia.de  investiert!“ Grußformel.

Jürgen Jung schrieb ebenfalls am 11. 01. 2018 Folgendes an Herrn Gericke:

„Sehr geehrter Herr Gericke,

es tut mir leid, aber angesichts Ihrer Reaktion auf Herrn Melzers nur zu berechtigte Vorhaltungen, sehe ich mich veranlasst, Ihnen meinen (nicht abgedruckten) Leserbrief zu der Sache anzuhängen. Ich bin Abonnent der SZ seit 1960 (!) und habe noch nie eine derartige journalistische Fehlleistung wie die von Herrn Handel wahrnehmen können. Ich bin fassungslos über Ihre Formulierung, dass der fragliche Artikel „weder aus pressrechtlicher noch presseethischer Sicht fehlerhaft ist“.

Bitte bedenken Sie, dass ich persönlich der Verhandlung beigewohnt habe und folglich sehr genau beurteilen kann, was Herr Handel dazu geschrieben hat.

Ich werde mein Abonnement nun doch kündigen, denn ich kann einfach keine Zeitung unterstützen, die sich derartig unredlich und unseriös äußert und sich nicht einmal in der Lage sieht, diesen groben Verstoß gegen Mindeststandards des Journalismus zu bedauern.“ Grußformel.

Nachdem alle Einwände auf eine arrogante und selbstherrliche Art und Weise abgebügelt worden sind, werde ich den Fall vor den Deutschen Presserat bringen, damit eine unabhängige Instanz über das gravierende journalistische Fehlverhalten des Herrn Stephan Handel entscheiden kann.

Die Leser/innen der SZ sollten in Zuknft sehr skeptisch sein, was so alles an „fake news“ in der SZ stehen könnte. Die Bezeichnung „Prantl-Prawda“ scheint nicht von ungefähr zu kommen. Ist solch ein „Wahrheitsorgan“ überhaupt noch das Geld wert?

 

 

6 Gedanken zu „Süddeutsche Zeitung – eine „Qualitätszeitung“? Was für ein Witz!

  1. Bisher hielt ich die SZ für eine Teilhaberin der Lückenpresse, bedenkt man die fast fehlende Berichterstattung über die unhaltbaren Zustände im von Israel besetzten Westjordanland und dem belagerten Gazastreifen.
    Nach der Affaire Handel darf man die SZ wohl ohne Übertreibung, was die Politik anbelangt, unter die Lügenpresse einordnen. Die von Jürgen Jung gefundene Bezeichnung „Prantl-Prawda“ finde ich grossartig.
    W.Behr

  2. Bei einem „Konzern“ sollte man einmal genauer recherchieren, wer die Geldgeber, bzw. die Mächtigen dort sind, denn nur sie haben die Macht, die Strippen zu ziehen, nach denen ihre Journalisten etc. tanzen müssen.
    Die Vergangenheit (z.B. bei der Hetzkampagne gegen den damaligen ägyptischen Präsidenten Nasser waren es die Washington Post etc. in den USA, die zur Pro-Israel-Lobby gehörte (= alle Juden, Israelis u. andere, die vor allem in den USA peinlichst darauf achteten – auch heute noch!! – dass keine Kritik an Israel verübt wird, unabhängig ob gegen Menschenrechte oder andere Gesetze und Prinzipien verstoßen wird. Das ist die sog. Pro-Israel-Lobby.)
    Von Truman über Kennedy bis zu Obama waren allen amerik. Präsidenten die Hände gebunden aufgrund dieser mächtigen u. einflussreichen Lobby.
    Mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, diesen Einfluss auch hier bei uns auszuüben auf Gerichte, Bürgermeister u. Instititutionen oder Verlage, Journalisten u.a. – gibt es bereits seit langem. (Karrieren werden gefördert, Gelder gezahlt – u. leichter bzw. schwerer Druck ausgeübt, bes., wenn man in der Öffentlichkeit steht)
    Wir sollten ALLE sehr genau hinschauen und SOFORT munieren, wenn so etwas geschieht. „WEHRET DEN ANFÄNGEN!“
    Wenn eine Zeitung versucht, durch falsche Wiedergabe unsere Meinungsbildung zu manipulieren, sollten wir uns auf andere konzentrieren und diese unterstützen und abonnieren/kaufen, die – zumindest versuchen!! – eine Situation ausgewogen darzustellen/zu schildern. Bei der Süddeutschen Z. hat „der Wind sich anscheinend gedreht!“ … Die Lobby hat:
    GELD = MACHT = EINFLUSS – vor allem auf Presse u. Medien. Große Konzerne können kleine Herausgeber zunichte machen. –
    Aber ohne uns, die wir die Zeitungen kaufen, die wir die Sender einschalten –
    nützt ihnen das herzlich wenig. DAS sollten wir alle bedenken u. genau überlegen, welche Zeitung. Alle, die bei Abi Melzers Sache anwesend waren, sollten schreiben, denn sie waren Augenzeugen. Eins steht fest, Abi Melzer hat mit Sicherheit nichts gegen den Holocaust gesagt, ihn schlecht dargestellt oder sogar verleugnet. Davon bin ich 100 Prozent überzeugt, ansonsten hätte er nicht Schriften oder Bücher von Holcaust-Überlebenden ins Deutsche übersetzen lassen. Ich war einer der ÜbersetzerInnen. Dieser Vorwurf ist einfach nur lächerlich!!

  3. Wer Apartheid, ethnische Säuberungen, Folter, demolitions, Vertreibungen, brutale Diskriminierungen von Nichtjuden, .. kritisiert, der wird von rechtsradikalen oder rassistischen Juden/ Zionisten diffamiert und beleidigt.
    Und zwar als Judenhasser, Antisemit und mit NS-Leuten gleichgesetzt.

    Wenn A.Melzer, Desmond Tutu, Judith Butler, .. als Antisemiten / antisemitisch etikettiert werden, dann scheint es so, als gäbe es auch einen „positiven Antisemitismus“, der im Sinne des D-Grundgesetzes Gleichberechtigung für Nichtjuden fordert. (antiapartheid)

  4. Anti-Semitismus als Synonym für Judenhass zu „verkaufen“ entspricht zwar ebenso zeitgemäßer Praxis, damit Kritik zu brandmarken, die am Staat ISRAEL geäußert wird, verkennt aber die Tatsache, dass es weitaus mehr nicht-jüdische Semiten als Juden gibt.

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