Wie können wir die Auswanderer zurückholen – und wie können wir sie überzeugen zu bleiben?

von Gai Rolnik

Es ist unmöglich, eine ausgewogene, ernste, professionelle und pragmatische Debatte über diese Frage zu führen. Sehr schnell wird der Redner oder Schreiber feststellen, dass Ärger und Frust die Feder führen: Wer braucht sie hier? Sie sollen gehen, oder die Drohung: Sie werden auf allen Vieren zurückkommen, oder die Feststellung: Wer überhaupt Israel verlassen möchte, ist es nicht wert, dass man um ihn kämpft.

Es reicht. Israel ist fast schon ein normaler Staat in jeder wirtschaftlichen Hinsicht. Das Bruttosozialprodukt per Einwohner gleicht in seiner Höhe dem der entwickelten Länder. Wir haben große Reserven an Devisen, natürliche Gasvorkommen, einen Überschuss an Vermögen in Devisen, eine gute Handelsbilanz und keine Inflation, wie im Westen üblich. Wir sind ein ziemlich durchschnittlicher Staat. Deshalb ist es auch höchste Zeit, dass wir unseren Diskurs über Auswanderung normalisieren. Nicht mehr „Abstieg aus dem Land“, nicht mehr „Zurückgebliebene Schwächlinge“. Auswanderung soll als eine legitime Diskussion kultiviert werden, wie sie in jedem anderen Staat geführt wird.

Vor einem Monat traf ich bei einem Kongress an der Westküste einen bekannten Professor, der Israel vor 30 Jahren verlassen hat. Er hatte Erfolg an der Stanford Universität, gründete eine High-Tech-Firma, verkaufte sie für einige hundert Millionen Dollar und kehrte zuletzt nach Israel zurück. „Israel“, sagte er zu mir, „ist ein Paradies. Meine Kinder genießen es jeden Augenblick. Es gibt wirklich keinen besseren Ort als Israel.“

Ein Start-Up-Typ, der Israel vor sieben Jahren verlassen hat, hörte unser Gespräch, mischte sich ein und sagte zynisch: „Natürlich, es ist klar, dass Israel ein Paradies ist. In dem Ghetto, das du dir in zehn Straßen in Tel Aviv gebaut hast, und in der ausgezeichneten Schule, eine der wenigen im Land, in die du deine Kinder schickst – sieht alles wunderbar aus.“ Der Professor lächelte verständnisvoll. 

Beginnen wir vom Ende her: Die meisten Israelis hatten nicht und werden kein anderes Land haben, außer dem Streifen am Mittelmeer, zwischen Jordanien, Ägypten, der Palästinensischen Autonomie, dem Gazastreifen, Libanon und Syrien. Hier ist die Familie, hier ist die Kultur, hier wuchsen wir auf, hier sind die Freunde, die Kontakte, hier werden wir uns niemals fremd fühlen.

Aber es wäre ein schlimmer Fehler, in diesen Vorteilen einen Grund für Sorglosigkeit zu sehen. Israel muss unentwegt seinen Stand gegenüber den anderen Staaten der Welt verbessern und sich auf dem bestmöglichen Platz positionieren – nicht nur für den durchschnittlichen Israeli, sondern auch für die Begabtesten, die Gebildetsten und die Beweglichsten.

Die Gefahr ist klar und deutlich: die Jungen zu verlieren, die produktivsten Gehirne der Gesellschaft. Diejenigen, die in der Lage sind, sich ein neues Leben im Ausland aufzubauen. Die Herausforderung ist gewaltig: Die westlichen Länder im Allgemeinen und ganz besonders die USA haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber Israel. Wir werden niemals mit der Größe des Marktes konkurrieren können, mit den großen Konzernen, den Universitäten, den Forschungsinstituten, den riesen Etats für Forschung und Entwicklung und den geschäftlichen Angeboten. Die Besten werden immer ihr Potential im Ausland verwirklichen können, in einer Größe, die sie im israelischen Markt niemals erreichen könnten.

Wir müssen verstehen und akzeptieren, dass die Wanderung eines bestimmten Potentials der Begabungen ins Ausland vorteilhaft für uns und ein ganz normaler Vorgang ist. Begabung und Selbstentscheidung ist Teil der freien Wirtschaft. Die Frage ist, wie man den Rest in Israel hält, wie man diejenigen zurückholt, die ausgewandert sind, und wie man die besten Köpfe hierher bringt. Hier einige Ideen.

1. Wir können nicht mehr uns selbst und anderen die Idee verkaufen, dass der Weg zur Lösung all unserer Probleme über einen Friedensvertrag geht. Der Frieden, die Neuordnung des Nahen Ostens kann nicht an oberster Stelle bei uns stehen. Aus dem einfachen Grund, weil es nicht in unserer Hand liegt.

Es gibt viele Aspekte für das Krieg-und-Frieden-Spiel im Nahen Osten. Israel ist nur eines von ihnen, nicht unbedingt der dominanteste und einflussreichste. Die USA, Russland, Saudi-Arabien, Iran, Ägypten, Katar – die Karte der wirtschaftlichen und politischen Interessen  im Nahen Osten ist heute komplizierter als jemals zuvor, und die Chance, dass es der israelischen Regierung und der israelischen Gesellschaft gelingen würde, einen neuen Mittleren Osten zu gestalten, ist gleich null. Auch eine einseitige Räumung der Besetzten Gebiete, die früher noch als Option galt, sieht heute ganz anders aus, nach dem blutigen Sommer in Gaza, der zehn Jahre nach der Räumung gekommen ist. Wir müssen weiter nach Frieden streben und nach der Beendigung der Besatzung, aber gleichzeitig begreifen, dass dies nicht das zentrale Szenario sein wird, auf dem sich der Plan stützen wird, Israel zu einem attraktiveren Ort im Vergleich zum Ausland zu gestalten. Zu viele Jahre haben der politische Alltag und die Auseinandersetzung zwischen links und rechts einen Nebelschleier erzeugt, der die Politiker davon befreit hat, sich mit den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen in Israel zu beschäftigen.

2. Man muss aufhören mit der Lüge von einer „Start-up-Nation“, die wir uns selbst und anderen erzählt haben. Weniger als 10 Prozent der Beschäftigten im Markt arbeiten in Start-up-Firmen, und es gibt wenig Hoffnung, dass es sich im nächsten Jahrzehnt dramatisch ändern wird. Wenn wir den Lebensstandard anheben wollen, die Lebensqualität verbessern, den Reichtum der Gesellschaft und die Kultur in Israel, müssen wir uns mit dem gesamten Arbeitsmarkt in Israel beschäftigen, mit der gesamten Bevölkerung, mit den restlichen 90 Prozent, und nicht nur mit denjenigen, die teilhaben können am Start-up. Wir müssen auch denjenigen eine attraktive wirtschaftliche Zukunft sichern, die nicht bei High-Tech-Firmen beschäftigt sind, sondern auch den hunderttausenden Israelis, die im lokalen Markt beschäftigt sind, bei Dienstleistungen, Handel, Schul- und Gesundheitsdienst sowie Wohlfahrt – besonders weil in einer modernen Gesellschaft dort die meisten Arbeitsplätze konzentriert sind. Niemals werden wir die Lebensqualität in Israel steigern können, wenn es Tausende von Israelis geben wird, die in einer Arbeitswelt leben, die wie eine Dritte Welt aussieht. Das Ghetto, in dem sich die oberen Zehntausend und die Superreichen selbst verschließen, wird am Ende aufgebrochen werden.

3. Wir müssen kapieren, dass wir in Israel nichts erfunden haben und dass alle unsere ökonomischen und sozialen Krankheiten wunderbar denen ähneln, die man auch im Ausland findet. Wir müssen viel besser sein. Die Tatsache, dass es viele Länder gibt mit korrupten gesellschaftlichen Strukturen und Probleme mit den Lebenshaltungskosten oder Arbeitslosigkeit, darf uns nicht entmutigen. Wenn Israel leben will, muss es innerhalb der nächsten zehn Jahre zum fortschrittlichsten Staat in der ganzen Welt werden. Der Kampf muss sich gegen die legale Korruption, die Reformen in der zivilen Gesellschaft, der Wettbewerb im gewerblichen Sektor und das Niveau des Erziehungssystems richten. Wir haben den Augenblick erreicht, in dem die Juden in Zion ein Vorbild für die Völker sein müssen, um zu überleben. Das ist aber nicht der Pfad, auf dem wir uns zurzeit bewegen.

4. Die jungen Leute, die auswandern wollen, oder diejenigen, die zurückkehren wollen, müssen vor ihren Augen einen neuen Arbeitsmarkt sehen: Einen Markt, der nicht exklusiv ist für Verwandte und Protektionisten, für diejenigen, die in den richtigen Familien geboren sind, sondern einen Markt, der auf Begabung und Können aufgebaut ist. Um das zu erreichen, muss man die Konzentration im wirtschaftlichen Sektor brechen und den öffentlichen Sektor öffnen. Wir benötigen eine Revolution im öffentlichen Sektor, die uns ermöglichen wird, die jungen Talente und die Besten der Besten aufzunehmen. Wir müssen die Reihen des öffentlichen Markts öffnen, nicht nur für Freunde und Bekannte der Politiker und der gehobenen Beamten, sondern für alle Talente – diejenigen, die im Lande leben und es sich überlegen, ins Ausland zu fliehen, und denjenigen, die ihre Ausbildung in den besten Instituten im Ausland mit Auszeichnung beenden und sich überlegen müssen, ob sie nach Israel zurückkehren wollen. Hunderte von Israelis beenden jährlich ihre Ausbildung in den besten Universitäten in den USA und Europa, und sie entscheiden sich, dort zu bleiben, wegen der Schwäche der akademischen Karriere in Israel, wegen des Fehlens von Wegen und Mitteln und weil sie sehen, wie die höheren Stellen im öffentlichen Dienst für diejenigen vorbehalten sind, die aus dem Dienst kommen – und deshalb nicht offen sind für Begabungen und Kenntnisse, sondern auf der Basis einer Nähe zu den Entscheidungsträgern.

5. Wir müssen eine Umkehr in den Lebenshaltungskosten und in der Qualität der öffentlichen Dienstleistungen in Israel herbeiführen. Die Dinge sind miteinander und untereinander verbunden: Entweder wir reduzieren dramatisch die Kosten der Erzeugnisse, der Dienstleistungen und der Lebenskosten, oder wir verbessern dramatisch die sozialen Netze der Verteidigung und Sicherheit, die die Regierung liefert, und die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen, und an erster Stelle die Erziehung, den öffentlichen Verkehr und die städtischen Fundamente. Heute befinden sich junge Leute in Israel in einem unerträglichen Dilemma: Einerseits gibt es eine unerträgliche Verteuerung des Lebensstandards und andererseits der Steuern, die sich nicht in den öffentlichen Dienstleistungen wiederfinden. Wir werden nicht erfolgreich sein bei der Regulierung der Lebenshaltungskosten, wenn wir nicht strategische Lösungen finden werden, den Grad der Professionalität zu erhöhen. Es wird uns nicht gelingen, eine Revolution zu entfachen, wenn wir nicht einerseits gegen die Bürokratie kämpfen, die uns hindert, Unternehmen zu gründen und Geschäfte zu machen, und andererseits nicht den Wettbewerb vorantreiben und die Zentralisierung bekämpfen.

6. Wir müssen in den nächsten drei Jahren die Kosten für Wohnraum um 30 Prozent reduzieren. Die Wohnungskosten in Israel, die zu den höchsten der Welt gehören, erlauben es jungen Leuten nicht, wirtschaftlich vorwärts zu kommen. Sie festigen die gesellschaftlichen Unterschiede und vergrößern dramatisch die Unterschiede. Die Unterschiede zwischen jungen Leuten, die eine Wohnung von ihren Eltern geerbt oder von ihnen die hunderttausenden Dollar bekommen haben, die als Eigenkapital notwendig sind, um eine Wohnung zu erwerben, und zwischen denjenigen, die diese Summe als Stammkapital nicht haben, waren niemals größer. Ein junges Paar, das seinen Weg mit einer Wohnung im Wert von einer halben Million Dollar beginnt, die es von den Eltern bekommen hat, beginnt mit einem riesigen Vorteil zu dem jungen Paar, welches 20 Jahre sparen und dann noch ein hohes Darlehn aufnehmen muss. Die Kinder des zweiten Paares sind diejenigen, die die schwerste Last tragen werden.

7. Wir müssen eine Revolution im israelischen Erziehungssystem durchführen. Wir müssen die schlechten und mittelmäßigen Lehrer entfernen und gute und bessere Lehrer einstellen. Wir müssen die Stellung des Lehrers in Israel verbessern, und das Lehramt zu einem gefragten und einträglichen Beruf machen. Die Reformen, die in den letzten fünf Jahren gemacht wurden, haben die Gehälter der Lehrer verbessert, aber man muss sie noch weiter anheben – aber nur für die guten Lehrer. Das Gehalt darf nicht nach Dienstjahren und Macht gestaltet werden, sondern nach Begabung und Qualität. Das Erziehungssystem muss gut und angesehen sein. Genau das Gegenteil von dem, was es heute ist.

8. Wir müssen mit strenger Hand gegen Gewalt im Erziehungssystem vorgehen. Die Gewalt im System wurde zum Schicksal, mit dem sich Eltern, Lehrer und Direktoren abgefunden haben. Die Kultur der Gewalt verringert die Qualität des Unterrichts und verbreitert sich in alle Teile der Viele Israelis, die aus Europa und den USA zurückkehren, müssen entsetzt festzustellen, woran sich die Israelis schon seit langem gewöhnt haben: Die Gewalt und die Gewalttätigkeit in allen Schulklassen des Landes.

9. Man muss die Macht der Familien und der Banken auseinandernehmen und die Oligarchie beenden, die im letzten Jahrzehnt mit ungeheurer Geschwindigkeit zugenommen hat. Wir müssen den Zentralismus im Finanzsektor abbauen, der den ganzen Markt erdrückt und die Demokratie bedroht. Nicht nur um die Lebenshaltungskosten in Israel zu reduzieren, sondern auch weil Zentrealismus Korruption verursacht, die freie Presse zerstört, das Volksvermögen reduziert, eine politische Macht erzeugt, die Wettbewerb verhindert und eine schwache und ergebene Regulierung fördert, sondern weil Zentralismus bei den jungen und begabten Menschen ein Gefühl erzeugt, dass man in Israel nicht vorwärts kommen kann, ohne mit einen der Machtzentren verbunden zu sein. Viele Israelis sehen mit sehnsüchtigen Augen wie ihre Freunde, die durch die Eltern mit den Machtzentren im öffentlichen Sektor, im Finanzsektor, in der akademischen Welt und den anderen großen Monopolen verbunden sind, in einer Geschwindigkeit einträgliche Stellen ergattern, während sie hinterherhinken. Wenn wir nicht das Gefühl der Möglichkeiten zurückholen, der hier vor 15 bis 20 Jahren herrschte – in der Zeit der wirtschaftlichen Reformen, des Wachstums des Hightech, dem Friedensprozess und der Globalisierung – werden wir immer mehr begabte Israelis sehen, die das Land zugunsten größerer und erfolgversprechender Märkte verlassen. Auch dort, in den USA und in Europa, gibt es gesellschaftliche Netze, Protektion und Korruption – aber die Größe gibt auch denjenigen, die nicht verbunden sind, mehr Möglichkeiten.

10. Wir müssen dramatisch die Kosten des öffentlichen Verkehrs reduzieren und die Grundlage verbessern. Die Kosten von Fahrzeughaltung in Israel sind doppelt und dreimal so hoch wie in den USA. Der öffentliche Verkehr ist in der Regel keine mögliche Option. Entweder man reduziert die Kosten der Fahrzeughaltung durch Änderung der Besteuerung und Öffnung des Wettbewerbs im Markt und bei den Ersatzteilen, oder wir benutzen die Milliarden von Shekel, die im Fahrzeugmarkt eingenommen werden, um einen modernen öffentlichen Verkehr aufzubauen. Heute sind wir in der Zwickmühle von hohen Kosten der Fahrzeughaltung und einem verheerenden öffentlichen Verkehr.

11. Wir müssen der Korruption in der Verwaltung und im Wohnungssektor den Krieg erklären. Diese Korruption erzeugt Verzweiflung, Frust und Ärger innerhalb der jungen Menschen, die sich eine Wohnung kaufen wollen und feststellen müssen, wie wenig Mittel zur Verfügung stehen, in den Schulen, im Kulturleben und auf den Straßen. Der Schmutz, die Gewalt, das niedrige Niveau der Aufrechterhaltung der öffentlichen Systeme, und demgegenüber die geschlossenen Areale der Reichen, erhöhen die Frustration innerhalb der Öffentlichkeit. Die Unterschiede zwischen der Sauberkeit, der Gestaltung und der Erhaltung im öffentlichen Sektor und dem was im privaten Sektor passiert, können nicht größer sein und mehr ins Auge stechen in einem kleinen Land mit einem Solidaritätsethos wie Israel.

12. Wir müssen die Ausgaben für Verteidigung um eine zweistellige Zahl verringern und alle Löcher mit Korruption und Fett im öffentlichen Sektor austrocknen, denn ohne diese werden wir keine Ressourcen haben für die Reformen, die hier erwähnt wurden. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass der Etat, den zur Zeit Netanjahu und Lapid vorbereiten, im Gegensatz zu all dem steht, was hier gesagt wurde. Es ist ein politischer Kompromiss, der vor allem auf deren Verbleiben im Amt abzielt. Netanjahu baut auf die Sehnsucht der Israelis nach einem starken politischen Führer und Lapid baut auf sein Charisma und seine Kontakte zu den Medien. Beide gehen davon aus, dass die Öffentlichkeit ihnen weiterhin Kredit geben wird für die nächsten Wahlen, obwohl sie vor einer wahren Führung geflüchtet sind.

13. Die Korruption, die Heuchelei und natürlich auch der Rassismus, existieren in allen Ländern, in die begabte Israelis auswandern. Aber das ist nicht relevant. Israelis, die an der Westküste der USA, in Berlin oder London leben, stört das wenig, weil das die Korruption der anderen ist, von Menschen, die sie nicht kennen und zu denen sie keine Kontakte haben, weder historisch noch kulturell. Demgegenüber gibt es im Westen viele Dinge, die Israel niemals haben werden: Die Weite, das Grün, die Vielfalt, die Ruhe, die Sauberkeit und die Sicherheit.

In Israel stechen die Korruption und der Verfall des öffentlichen Vermögens ins Auge. Sie lassen verzweifeln und machen das Leben unerträglich. Wir benötigen Politiker, die das nicht als selbstverständlich betrachten, die entschlossen sind, gegen Korruption zu kämpfen, gegen die Tycoons und gegen leere Parolen, gegen die Arroganz und Erhabenheit der Handelsketten, gegen die schreckliche Verwilderung der Atmosphäre, die Platz gefunden hat in so vielen Sparten des öffentlichen Lebens.

Wir benötigen eine starke Zivilgesellschaft, die die dramatischen Änderungen in der Wirtschaft, in der Gesellschaft, in der Kultur und den Werten, die in Israel gelten, durchsetzen kann. Eine Zivilgesellschaft, die versteht, dass der einzige Weg hier die besten zu behalten oder die allerbesten zurückzuholen, eine dramatische Änderung unserer Werte sein muss. Wir haben keine andere Wahl.

 Erschienen in: Haaretz vom 26. September 2014. Übersetzt aus dem Hebräischen von Abraham Melzer.

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