Ein Atom-Deal

Am Dienstag wurde nach jahrelangen Verhandlungen eine Einigung mit dem Iran über dessen Atompolitik erreicht. Dazu erklärte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dr. Josef Schuster:

„Ich wünschte, ich könnte die Euphorie über den Deal mit dem Iran teilen, doch sehe ich ihn angesichts des bisherigen Verhaltens des Ayatollah-Regimes äußerst skeptisch. Ein solcher Deal setzt gegenseitiges Vertrauen voraus. Dies ist jedoch mit einem Staat, der sich die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben hat und den Holocaust regelmäßig leugnet, nicht zu erreichen. Eine große Sorge bereitet mir die kontinuierliche Aufhebung der Sanktionen, obwohl offenbar kein direkter und zu jederzeit möglicher Zugang für internationale Inspekteure zu den militärischen Einrichtungen des Irans garantiert ist, welches dem Iran wiederum eine Verschleierung ihrer atomaren Technologie-entwicklung weiterhin erlauben würde. Daher bin ich sehr skeptisch, ob sich der Iran an die Vereinbarungen halten und tatsächlich die Atomenergie nur zivil nutzen wird. Eine künftige internationale wirksame Kontrolle muss gewährleistet sein, damit die wahren Ambitionen des Irans nicht erst bemerkt werden, wenn es bereits zu spät ist. Ich hoffe, dass durch diese Einigung die Lage für Israel und den gesamten Nahen Osten nicht noch riskanter geworden ist.“ 

 Miriam „Miri“ Regev , frühere Brigadegeneralin, war von Juni 2005 bis Juli 2007 Pressesprecherin der IDF, ist Abgeordnete der Knesset für den Likud und derzeitig Kulturministerin des Staates Israel, meinte, dass der Vertrag für den Iran eine „Lizenz zum Töten“ sei. Israel hat diese Lizenz schon seit Jahren und macht fröhlichen Gebrauch davon.

Was würden wir Juden machen, wenn wir einen solch klugen und mutigen Präsidenten des Zentralrats nicht hätten und wie würden wir aussehen, wenn wir „Miri“ nicht hätten, die immer weiß die richtigen Worte zu sagen.

Dass Israel hunderte von Atombomben hat bereitet Dr. Josef Schuster offensichtlich keine Sorgen und dass diese Bomben von niemanden kontrolliert werden dürfen, besorgt ihn auch nicht. Die Israelis sind ja die Guten und deshalb muss man sie nicht kontrollieren. Das sie hin und wieder unschuldige Menschen töten, hat nichts zu sagen.

Heinrich Heine hat es schon vor zweihundert Jahren so kommen sehen. Über die Beziehung der Deutschen zu den Juden, und umgekehrt, schrieb er:  Ein Jahrtausend schon und länger, Dulden wir uns brüderlich, Du, du duldest, daß ich athme, Daß du rasest dulde ich. Manchmal nur, in dunklen Zeiten, Ward dir wunderlich zu Muth, Und die liebefrommen Tätzchen Färbest du mit meinem Blut! Jetzt wird unsere Freundschaft fester, Und noch täglich nimmt sie zu; Denn ich selbst begann zu rasen, Und ich werde fast wie du.

Inzwischen sind die Juden so geworden wie Heine es prophezeit hat und sind sogar dabei die Deutschen zu überholen.

Die Juden färben aber ihre Tatzen mit dem Blut der Palästinenser, nicht der Deutschen. Und die Deutschen schauen zu und sind darüber froh. Die Lizenz zum Töten haben die Juden immerhin auch von den Deutschen bekommen und deshalb ist Deutschland auch für die Sicherheit Israels verantwortlich, als ob es deutsche Staatsräson wäre.

Warum sich ein jüdischer Internist und Verbandsfunktionär glaubt sich in Fragen der Weltpolitik einmischen zu müssen, ist mir schleierhaft, vielleicht weil er Jude ist und jüdischer Funktionär und als solcher glaubt er sich überall einmischen zu dürfen. Berufspolitiker aus mehreren Staaten haben dreizehn Jahre verhandelt und sind zu einem Ergebnis gekommen, aber, oh weh, das Ergebnis gefällt Herrn Dr. Schuster nicht. Er macht sich Sorgen. „Eine große Sorge bereitet mir die kontinuierliche Aufhebung der Sanktionen, obwohl offenbar kein direkter und zu jederzeit möglicher Zugang für internationale Inspekteure zu den militärischen Einrichtungen des Irans garantiert ist.“ Der britische Außenminister fliegt morgen, 16. Juli 2015, nach Israel, um dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der den Vertrag noch nicht kennt, diesen zu zeigen. Da hätte doch Netanjahu seinen jüdischen Bruder Schuster anrufen können. Der hat bestimmt eine Kopie.

Schuster meint: „Daher bin ich sehr skeptisch, ob sich der Iran an die Vereinbarungen halten und tatsächlich die Atomenergie nur zivil nutzen wird.“ Da sollte sich der Iran doch ein Beispiel an Israel nehmen. Israel hält sich immer an Vereinbarungen und nutzt auch seine Atom-Energie nur für zivile Zwecke. Sie werden nur eingesetzt werden, wenn der Frieden kommt. Denn von Frieden hält Israel nichts. Die Atombomben, die Israel hat, sind ja zivile Bomben und sie sind bisher auch noch nie eingesetzt worden, zumindest nicht für Zwecke der Zerstörung, gleichwohl aber für Zwecke der Einschüchterung und Erpressung, als im Jom Kipur-Krieg die Amerikaner sich weigerten an Israel Ersatzmunition zu liefern. Erst als Golda den Befehl gab die Bomben an die Bomber zu befestigen, wohlwissen, dass die Amerikaner das entdecken, da wurde die Ersatzmunition geliefert. Was für ein Zufall.

Eine künftige international wirksame Kontrolle muss gewährleistet sein, damit die wahren Ambitionen des Irans nicht erst bemerkt werden, wenn es bereits zu spät ist. Am besten man beauftragt Israel damit und vielleicht auch noch als Garantie, dass die Israelis auch tatsächlich kontrollieren, Herrn Dr. Josef Schuster. Als Internist ist er dazu geradezu prädestiniert.

2 Gedanken zu “Ein Atom-Deal

  1. Den Kommentar zu den beiden Aussagen von Hr. Schuster und „Min“ kann
    ich uneingeschränkt unterschreiben. Weiter so, liebe Freunde.

  2. Ich lese jeden Kommentar von Abi Melzer mit Genuss – auch dieser gehört dazu.
    Im Deutschlandfunk wurde heute in den Mittagskommentaren wieder einmal der Iran als nicht sehr vertrauenswürdiger „Schurkenstaat“ bezeichnet. Da hätte Herr Schuster einen Gesinnungsgenossen gefunden. Der westliche Schurkenstreich der „Guten“ 1953 gegen den demokratisch gewählten iranischen Ministerpräsidenten Mossadegh findet bei den Irankritikern niemals Erwähnung. Das gehört eben zur westlichen Immage-Pflege.

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