Henryk M. Broder im „Darkroom der Geschichte“

„Gute Freunde kann niemand trennen“. (Franz Beckenbauer

Am 30. Januar 2019 schrieb ich an meinen alten „Freund“ Henryk: „Hallo Henryk, ich habe vor, über Deinen Vortrag bei der AfD zu schreiben. Du sagst, dass Du nicht weißt, ob Du die AfD wählen wirst. Du sagst: „Das hängt ganz von Ihnen ab.“ Die AfD sagt aber in einem Film auf You Tube: „Auch Henryk M. Broder bekennt sich öffentlich dazu, die AfD zu wählen.“ Hast du nun die AfD gewählt, oder hast du die AfD nicht gewählt?“

Henryk M. Broder hat nicht geantwortet. Was soll und kann er schon antworten und wen interessiert das noch, was HMB denkt oder schreibt, bis auf die AfD, die sich freut, einen leibhaftigen Juden zu umarmen, auch wenn er nach Knoblauch stinken sollte. Es gibt bereits in der AfD eine jüdische „Sportgruppe“, Broder wäre aber der beste Vorturner.

HMB beleidigt seine Zuhörer aus der AfD-Fraktion sie seien: Nazis, Neo-Nazis, Krypto-Nazis und Para-Nazis. Dennoch hat keiner den Saal verlassen, wie einige Tage zuvor bei einer Rede von Charlotte Knobloch im Bayrischen Landtag. Während die Abgeordneten in Bayern wussten, dass Knobloch es ernst meint und deshalb aus Protest den Saal verließen, wussten die Mitglieder der AfD-Fraktion im Bundestag, dass HMB einer von ihnen ist und deshalb ließen seine Beleidigungen sie kalt. Inzwischen gibt es auch unter ihnen koschere jüdische Nazis. Und HMB wählt diesen Misthaufen? Soweit scheint  es mit ihm schon gekommen zu sein. Er ist tatsächlich schon auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet? 

Was soll man von einem Clown halten, auch wenn er ein jüdischer Clown ist, der immer noch glaubt, dass es keinen Klimawandel gibt, wie er selbst schreibt. Dabei ist es schon seit langem keine Glaubensfrage mehr, wie auch die Frage, ob Kritik an Israels Politik keine Glaubensfrage mehr ist. Inzwischen wissen immer mehr Menschen, dass Kritik an Israel keine Frage des Rassismus mehr ist, sondern des gesunden Menschenverstandes und der Zivilcourage.

HMB glaubt bestimmt nicht alles, was er schreibt, aber er kann schreiben und nutzt es fleißig aus, um Israel zu schützen und die Leser glauben allen möglichen Unsinn, den Broder schreibt, auch wenn HMB selbst nicht daran glaubt.

HMB fragt seine Zuhörer, ob sie wissen wollen, ob einer, der so gut schreiben kann wie er, ebenso gut reden kann. Er sollte lieber fragen, ob seine Zuhörer glauben, dass er auch so gut denken kann und ob er nicht oft schreibt und spricht, bevor er gedacht hat. Er erfüllt das Versprechen der naiven Israeliten, die Moses versprochen haben: Wir werden es tun und dann zuhören. In einer vernünftigen Gesellschaft ist es umgekehrt. Zuerst wird zugehört und dann gehandelt. Tun und dann zuhören ist ein Merkmal des Faschismus und Nationalismus und so wie die Nazis zuerst gehandelt und dann überlegt oder nicht überlegt haben, so tun es auch manche Israelis.

Man fragt sich, wenn man die Rede weiter verfolgt, ob tatsächlich HMB spricht und wenn ja, wie viel Tonnen Kreide er gefressen hat. Aber bevor ich diesen Gedanken weiter verfolge, will ich ihn gleich verwerfen. Broder hat keine Kreide gefressen. Broder amüsiert sich über seine Zuhörer und spielt ihnen zynisch und selbstgerecht eine absurde Posse von einem Kaufmann von Venedig in der Haut eines Nathan der Weise.

Er behauptet: „Ich bin ein Brückenbauer, ein Versöhner, ich trete für eine bunte, offene und tolerante Gesellschaft ein, in der niemand ausgegrenzt wird. Ich beurteile die Menschen in meiner Umgebung nicht nach Herkunft, Hautfarbe oder Religion, sondern danach, ob sie – grob gesprochen – auch andere Meinungen als die eigenen gelten lassen. Ich bin tolerant bis an die Grenze der Selbstverleugnung.“ Das sagt HMB, der sich jahrelang über Toleranz lustig machte und der Muslime immer Islamisten nennt und sie zum Teufel wünscht. Wer Broder kennt kann nur schmunzeln und manche werden sich wundern.

Man kann diesen Text freilich auch als Satire lesen und bekanntlich darf Satire alles. Gerade Broder, der jeden noch so harmlosen Kritiker der israelischen Politik als einen Antisemiten diffamierte und die Liste seiner Opfer so lang ist wie von hier bis zum Mond, gerade er soll „tolerant sein bis an die Grenze der Selbstverleugnung“? Na ja, sicherlich hat er es nicht ernst gemeint. Er dachte wahrscheinlich, dass er einem AfD-Publikum alles erzählen kann, denn es kommt ja nicht darauf an.

Und man wundert sich weiter über den Unsinn, den dieser ach so kluge Redner von sich gibt. „Ich finde es auch richtig, dass ich – wenn ich jemand einen ‚Antisemiten‘ nenne – diesen Vorwurf belegen muss“, schreibt Broder. Bei den hunderten von Personen, die er beleidigt, diffamiert und in die Pfanne gehauen hat, hat er aber niemals den Vorwurf belegt. Mich nannte er einen „koscheren Antisemiten“. Belegt hat er es nicht. Wie auch? Mit meiner Kritik an der Politik des Staates Israel?

Dank Broder ist der Antisemitismusvorwurf auf dem Misthaufen der Geschichte gelandet. Da jeder Antisemit sein kann und nach Broders Meinung vermutlich auch ist, erübrigt sich jede Notwendigkeit der Beweisführung. Wie soll man sich verteidigen, wenn Broder behauptet, dass die Schwester eine Hure ist, wenn man gar keine Schwester hat. Wie soll man reagieren, wenn Broder harmlosen Menschen an den Kopf wirft sie seien Antisemiten und sie unverschämt und zynisch auffordert ihn zu verklagen?

Recht hat er freilich mit der Behauptung, dass es hier „noch einen erheblichen Lernbedarf der Justiz“ gibt. Er nutzt allerdings die Naivität und das Unwissen der Justiz schamlos aus und versprüht sein Gift in allen Richtungen.

Broder behauptet, er sei für Fair Play und bedauert, dass der Umgang mit der AfD alles andere als fair sei. Wie soll man mit einer Partei umgehen, deren Vorsitzender meint, dass die zwölf grausamen, brutalen und schlimmsten Jahre der deutschen Geschichte, ein „Vogelschiss“ waren. Das gilt auch für Geschmacklosigkeiten aller Art, die uns die AfD tagaus, tagein serviert. Die AfD argumentiert mit Hass und „Hass macht hässlich“. Da sind sich Broder und die AfD ähnlich. Der Hass macht auch Broder hässlich.

Ich war sprachlos und wartete, vergeblich auf eine Reaktion der Presse, der Medien und aus der Politik, als Broder sagte, dass es stimme, dass die Israelis Täter seien, aber Täter sein Spaß mache. Von einer ähnlichen Qualität war seine Aussage, dass es stimme, dass man die Palästinenser vertrieben habe, leider aber nicht weit genug.

Ich versuche mir vorzustellen, was in diesem Land los wäre, wenn ein nichtjüdischer deutscher Intellektueller das gesagt hätte. Erinnern wir uns doch an den Sturm, der ausbrach, als Günther Grass sein harmloses Gedicht veröffentlicht hat. Broder wollte ein Zeichen setzen für einen fairen Umgang mit dem politischen Gegner. Ganz im Sinne des Grundgesetzes, das er ja täglich mit seinem Zynismus in den Dreck zieht. Das ist so, als ob der Bock Gärtner werden wollte.

„Die Haltung zur AfD ist eine Art politischer Lackmustest“, schreibt HMB. Er selber hat diesen Lackmustest nicht bestanden und wird ihn auch nie bestehen, da er von sich selbst behauptet, dass er nicht konservativ, sondern reaktionär sei. Seine herzliche Umarmung mit der rechts-radikal-konservativen Alice Weigel ist ihm heute peinlich, nicht weil er etwas gegen diese Frau und ihre Partei hat, sondern weil ihm sein Anwalt offensichtlich gesagt hat, dass es seiner Karriere bei Springer schaden könnte. Der Springer Verlag ist zwar konservativ, aber nicht rechtsradikal. Da würde der alte Springer aus dem Grab springen und seinem Ruf alle Ehre erweisen.

Wir Juden haben aber auch gelernt, uns von Reaktionären zu entfernen. Leider aber nicht alle. Die Regierung in Israel ist voll besetzt mit reaktionären Politikern, die Broder mögen mag, die aber für Israel und für die Juden ein Unglück sind.

4 Gedanken zu „Henryk M. Broder im „Darkroom der Geschichte“

  1. Der gute Broder schreibt für ein Massenopublikum, das amüsiert werden möchte; er hatte schon mal angekündigt, zum Islam zu konvertieren. Hoffentlich hat er nicht fahrlässig und unbewußt diesen Schritt formgerecht gemacht, weil er solchenfalls Apostat wäre, dem die Todesstrafe drohen würde. Also wählt er jetzt AfD, vielleicht nur mit der Erststimme, die in vielen Wahlkreisen nichts zählt. Ich würde sagen, Broder ist Karikaturist, zwar nicht mit dem Zeichenstift, aber doch mit der Feder. Ein harmloser Fall.

  2. Ich bin jetzt noch, obwohl kein AfD-Anhänger, richtig erschrocken darüber, wie sich Menschen, die im Grunde total vorgeführt werden, darüber auch noch freuen können.“Schlangengrube der Reaktion“ ist doch bitte keine bloße Kritik, genau so wenig wie „Saal voller Nazis, Halbnazis und Kryto-Nazis“, auch wenn man weiß, dass Broder Berufszyniker und Polit-Clown ist, ist es doch einfach unter der Gürtellinie und frech. Aber er glaubt alles sagen und machen zu können, in einer zionistischen Arroganz eines Promis, der eine Art Narrenfreiheit zu haben scheint.

  3. Broder ist erklärter CDU-Wähler, ein alter Linker, Zionist, Fan der AfD und Kultfigur der Antideutschen…Was wird dieser Kanarienvogel demnächst noch alles sein? Vielleicht hat er sich das von Jürgen Elsässer angeguckt…immer irgendwie wichtig sein und im Rampenlicht stehen, egal wie…

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