von Ludwig Watzal
Die rechtsnationalistische zionistische Regierung unter Netanyahu, Lieberman und Bennet fährt durch ihre aggressiv-kolonialistische Politik den Staat Israel gegen die Wand, wenn nicht sogar in den Abgrund, so kann man als Fazit das Buch von Moshe Zuckermann pointiert zusammenfassen. Dem Autor geht es um „Israel und seine Bereitschaft zum Frieden“, „um das historische Projekt des Zionismus als ideologische Raison d’etre Israels“ und letztendlich „um die Zukunft des zionistischen Israel.“ Nur durch die Zwei-Staaten-Lösung könne der Zionismus überleben. Ob dem Zionismus bereits sein Scheitern in die Wiege gelegt worden ist, oder ob das Scheitern des Projektes der Politik der politischen Klasse geschuldet ist, kann mit Zuckermann dahingehend beantwortet werden, dass die zionistische Ideologie historisch ausgedient hat.
In dem Buch „Israeli Rejectionism“ legen die beiden Autoren dar, dass die israelische politische Klasse niemals an Frieden interessiert war, beginnend von David Ben-Gurion, über Yitzhak Rabin bis hin zu Benyamin Netanyahu. Friede könne es nur zu israelischen Bedingungen geben, und zwar nur unter der Maßgabe einer bedingungslosen Kapitulation der Palästinenser, so die beiden Autoren. Über die israelischen „Friedensbemühungen“ zu philosophieren, ist daher verlorene Liebesmüh. Auch Zuckermann schreibt: „Israel will den Frieden nicht. Es kann ihn nicht wollen, weil ein realer Frieden Israel den Abschied von einem tief eingefrästen Muster seines Selbstverständnisses, die Auflösung der Matrix seines ideologischen Selbstbildes abfordern würde.“ Etwas weniger gestelzt ausgedrückt heißt das, dass es keine Frieden in Israel und Palästina geben wird, solange die zionistische Ideologie die Staatsräson Israels bildet.

