Süddeutsche Zeitung diffamiert BDS-Bewegung

von Wolfgang Behr

Bröslers Artikel erinnert tatsächlich an dunkle Zeiten, aber nicht so wie er sich das wohl gedacht hat. Ich denke da eher an die Nazizeit, als Menschen mundtot gemacht wurden, die sich mutig für die Einhaltung von Menschenrechten und gegen die Diskriminierung von Juden einsetzten.

Bröslers Diffamierung der BDS-Bewegung zeigt, wie bitter notwendig BDS und ihre Unterstützung ist. Wer sich auf Grund der Untätigkeit westlicher Politik gegenüber den von der UNO bestens dokumentierten Verbrechen des auch von ihr so benannten rassistischen Apartheidstaats Israel für die Einhaltung von Menschen- und Völkerrecht einsetzt ist kein Antisemit ! Begleitet wird der Artikel von einem grossen Foto des BDS-Sympathisanten und Mitbegründers der Pink Floyd-Band Roger Waters, der damit an den Pranger der Freunde Israels gestellt wird.

Sie zeigt auch, welch mieser Journalismus in der Südd. Zeitung sich breitmacht. Wer wie Felix Klein und andere philosemitische deutsche politische Eliten, da wäre besonders Kanzlerin Merkel zu nennen, die zionistisch agierenden Juden zu einer unantastbaren Spezies erklärt, die über allen universal gültigen Gesetzen stünden, der argumentiert selber wie ein Rassist. Der in Deutschland von der zionistischen Lobby verfemte und an Auftritten gehinderte israelische Wissenschaftler Moshe Zuckermann spricht zu recht von einer Israel-Neurose vieler Deutscher.

Die offensichtlich auch von Brösler der BDS unterstellten „dunklen Zeiten“ erinnern daran, dass Christophe Ayad in der LE MONDE richtig liegt, wenn er von der Israelisierung der Welt spricht. Daniel Brösler gehört sicher zu ihren Vorreitern.

Leserbrief zu Daniel Böslers Beitrag „Dunkle Zeiten“, in Süddeutsche Zeitung vom 16. April 2019.

2 Gedanken zu „Süddeutsche Zeitung diffamiert BDS-Bewegung

  1. Voraussage: in spätestens dreißig Jahren wird man auf die BDS-Hysterie befremdet zurückblicken wie wir dies heute auf die Berufsverbote oder auf McCarthy tun.

  2. Man muß die Dinge ein wenig wie Victor Klemperer (in: LTI) mit (Galgen-) Humor sehen: die Süddeutsche Zeitung vermittelt in ihrer Lingua Tertiae Republicae (LTR) nur, was die FDP sagt. Das ist sprachlich schon verdreht. Es heißt im FDP-Schreiben:

    „Die BDS-Bewegung ist ….. größtenteils klar antisemitisch“.

    Zum Teil ist sie also nicht antisemitisch? Kann man also ein bißchen antisemtisch oder sowohl anti- wie philosemitisch sein? Richard Wagner war nur ein bißchen, auf die Musik bezogen, antisemitisch. Vielleicht ist auch BDS nur partiell antisemitisch in Bezug auf Waren aus Palestinensergebieten. Deutsche!, kauft Produkte aus Palestinensergebieten und beweist euren Philosemitismus.

    Das Problem EINS ist, daß niemand genau weiß, was alles „antisemtisch“ sein könnte. Historisch richtete sich der Antisemtismus gegen Mitbürger. Antisemitischer Anti-Israelismus setzt also latent die kulturelle Zugehörigkeit Israels zu Deutschland voraus: als heimliches Bundesland Nr. 17 (?).

    Weiter heißt es bei der FDP:

    „sie berufe sich die FDP auf den Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein. Auch dieser hatte BDS als in ihren Zielen und Handlungen antisemitisch gebrandmarkt.“

    Au Weia: „brandmarken“. Klingt ein wenig bräunlich nach verbrannter Haut, gemeint hat Felix Klein wohl nur „tätowiert“. Felix Klein hat BDS als antisemtisich tätowiert. Das ist nicht so schlimm. Und seine Begründung für das Tätowieren?:

    „BDS setzt die israelische Siedlungspolitik mit der bis 1994 in Südafrika herrschenden Apartheid gleich.“

    Dieser Vergleich deckelt wirklich nicht ganz richtig: Die Schwarzen am Kap waren in Südafrika die bedeutende Mehrheit, die Palästinenser stellen nicht die Mehrheit. Also sollte BDS andere, historische Beispiele bemühen. Sicher gibt das alte Österreich-Ungarn gesichertes Vergleichsmaterial her. Könnte ja sein, daß Israel nicht-jüdische Minderheiten diskriminiert. Problem ZWEI: man weiß zuwenig, was in Nah-Ost läuft und erinnert sich zu wenig, was in Europa war. Hier kommt Problem DREI:

    Die Süddeutsche hat recherchiert:

    „…durch den Holocaust begründete enge Zusammenarbeit mit Israel.“

    Eine Zusammenarbeit, die im Holocaust ihren Anfang genommen hätte, sollte Israel wirklich beenden. Leute wie Menachem Begin hatten sogar die später beginnende Kollaboration mit der Adenauerregierung vehement abgelehnt. Die Adenauerregierung zahlte nach germanischer Sitte eine knappe Milliarde US Dollar „We(h)rgeld“ für die Morde der Reichsregierung (vgl. Nahum Goldman, in: Mein Leben als deutscher Jude) Wie kann die Süddeutsche nur so plump schreiben? Der Holocaust als Basis der deutsch-isralischen Zusammenarbeit? Entsetzlich, was unscharfe Gedanken und Patchworkdenken für Bilder erzeugen können!.

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