Zur Diskussion um die BDS-Bewegung und Raumverbote für die Israelkonferenz in Frankfurt

Kritik oder Antisemitismus? Schon die Frage ist eine Provokation. Kritik an Israel ist nicht Kritik an Israel, sondern an der Politik Israels und Antisemitismus hat nichts mit Israel zu tun, sondern mit Hass auf Juden. Ein Antisemit ist wer Juden hasst, nur weil sie Juden sind. Wer Israels Politik kritisiert, selbst wenn er zum Boykott israelischer Waren aufruft, ist kein Antisemit.

Boykott ist ein anerkanntes Mittel der Politik: Ich erinnere an den Boykott der Sowjetunion bei den Olympischen Spielen, an den Boykott des Iran, an den Boykott Südafrikas und um 200 Jahre zurückzugehen, an den Boykott Englands durch Napoleon. Und wem das nicht genügt, den kann ich an den Boykott Karthagos durch Rom erinnern. Boykott hat nichts zu tun mit Rassismus. Im Gegenteil, mit Boykott kann man Rassismus bekämpfen. 

Einige Beispiele historischer Boykottaktionen in chronologischer Reihenfolge:

Es ging immer um politische Ziele, um Kampf gegen Rassismus und um Bürgerrechte. Um nichts weniger geht es der BDS-Bewegung.

Jutta Ditfurth ist auch keine Deutschland Hasserin, nur weil sie die Politik von Angela Merkel nicht mag. Ich mag nicht die Politik von Benjamin Netanjahu. Bin ich deshalb ein „berüchtigter Antisemit“, wie es Charlotte Knobloch behauptet und Jutta Ditfurth glaubt?

Thomas Mann hat die Politik von Adolf Hitler nicht gemocht, war er deshalb ein Feind Deutschlands? Nein, er war ein Feind der menschenverachtenden Politik der Nazis. Deutschland hat er geliebt.

Genauso geht es mir, ich hasse die menschenverachtende Politik der Zionisten und liebe das Land Israel, in dem ich aufgewachsen bin. Israel lieben, bedeutet aber nicht, die Rolle der drei asiatischen Affen zu spielen und Augen, Ohren und Mund zu verschließen.

Antisemitismus richtet sich gegen Semiten, gegen Menschen, ganz gleich was sie getan haben. Wie kann man Kritik an einer Politik verwechseln mit Hass auf Menschen?

Von Seiten der Zionisten wie Broder, Ditfurth, Knobloch und Uwe Becker wird uns immer wieder gesagt, dass man Israel kritisieren darf. Wenn wir es aber tun, dann heißt es, wir seien Antisemiten. Wie kann man, wie soll man Israels Politik kritisieren, um nicht in den Verdacht zu kommen, Antisemit zu sein? Am besten schweigen.

Wenn wir Antisemiten wären, dann müssten wir doch uns selbst hassen. Warum sollten wir uns hassen? Weil wir Juden sind? Wer das glaubt, kann doch nicht sauber im Kopf sein. Ist da doch noch eher Jutta Ditfurth eine „Antisemitin“, als dass Ilan Pappe, Moshe Zuckermann, Iris Hefets oder ich „Judenhasser“ bzw. „jüdische Selbsthasser“ sind?  Man muss nicht stolz sein darauf, dass man Jude ist, aber ein Grund zum Schämen ist es auch nicht. Und umgekehrt muss man sich wegen Israel nicht unbedingt schämen, aber ein Grund zum Stolz sein, ist Israel wahrlich auch nicht.

2 Gedanken zu “Zur Diskussion um die BDS-Bewegung und Raumverbote für die Israelkonferenz in Frankfurt

  1. Leider immer wieder vergessen: Der von derb Histradur propagierte zionistische Boycott palästinensischer Produkte und Arbeitskräfte in den 30er Jahren in Palästina, teilweise sogar unter Strafandrohung!!!
    Die Zionisten waren die Ersten in Palästina!!

  2. Leider immer wieder vergessen: Der von der Histradut propagierte zionistische Boycott palästinensischer Produkte und Arbeitskräfte in den 30er Jahren in Palästina, teilweise sogar unter Strafandrohung!!!
    Die Zionisten waren die Ersten in Palästina!!

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