Wir müssen schreien gegen israelisches Unrecht!

Nein, wir Juden sollten Israel nicht kritisieren. Damit bin ich sogar mit dem Zentralrat der Juden einverstanden. Israel ist gegen jede Art von Kritik blind und taub, und die israelische Selbstgerechtigkeit stinkt bis zum Himmel. Ich bin aber mit der Konsequenz, die der „Zentralrat der Juden“ daraus ableitet, nämlich zu schweigen, ganz und gar nicht einverstanden. Nein, wir sollten nicht schweigen, sondern schreien, jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und immer wieder, solange diese unsägliche Besatzung Palästinas und damit das Unrecht fortdauert. Wir sollten mit ganzer Kraft „J’accuse“ schreien, das berühmte „Ich klage an“ des nichtjüdischen französischen Schriftstellers und Journalisten Emil Zola angesichts des Unrechts, das man dem jüdischen Hauptmann Alfred Dreyfuss angetan hat, und zwar aus rein antisemitischen Motiven.

Wir sind heute aber Zeugen eines viel größeren und bedeutenderen Unrechts, das Juden, oder besser gesagt, Israelis, einem anderen Volk antun. Was wir dieser Tage erlebt haben, dass ein israelischer Soldat einen verwundeten und wehrlosen Palästinenser durch einen gezielten Schuss im den Kopf tötet bzw. ermordet, ist nicht neu. Es ist nur deshalb neu, weil es zum ersten Mal so deutlich und klar und unleugbar dokumentiert wurde und weil derjenige, der es gefilmt hat, die Daten sofort an die israelische Organisation „B’Tselem“ weitergereicht hat, bevor die israelischen Behörden, insbesondere das Militär, ihm die Daten wegnehmen und vernichten konnte.  Weiterlesen →

US Presidential Candidates pledge loyalty to Israel before AIPAC

by Ludwig Watzal

Every year, it’s the same beat-up story. The pro-Israel Zionist lobby AIPAC (American Israeli Public Affairs Committee) invites to its annual convention and all the top knobs in Washington show up. This year, President Obama had more important things to do and made a historical visit to Cuba. Eighty-eight years ago, the last sitting US President, Calvin Coolidge, paid a visit to this island nation that is still embargoed by the US because it didn’t give way to US pressure.

This year, it was the turn of the American presidential candidates to go on the AIPAC pilgrimage, except for Bernie Sanders. Trump, Clinton, Cruz and Kasich were all thrilled to bits about Israel. They outbid each other in their subservience to Israel. Sanders, the only Jew in the race, did not show up and scathingly criticized the Israeli government for its occupation and its „disproportionate responses to being attacked“. He criticized the bombing of hospitals, schools and refugee camps in the 2014 war with Hamas and demanded an end of the blockade on Gaza. He, at least, was honest and did not pay rhetorical lip service to an occupation regime that apparently shares the same values as the US.

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Ist Bundestagspräsident Lammert ein „Sayanist“?*

Ich habe Bundestagspräsidenten Norbert Lammert immer für einen klugen intelligenten Menschen gehalten. Seine Aussagen zum Antisemitismus und besonders die absurde Forderung „Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, müssen das Existenzrecht Israels anerkennen“ haben mich aber überrascht und erschreckt. Seine Behauptung, viele Flüchtlinge würden aus Ländern kommen, wie Iran, Irak und Syrien, in denen Judenhass und Hass auf Israel herrsche, zeigen, dass er nicht weiß, wovon er redet und offensichtlich auch beratungsresistent ist.

In Iran, Irak und in Syrien herrschte und herrscht kein Antisemitismus, es sei denn, man bezeichnet die Auseinandersetzung mit dem Staat Israel als solchen. In Iran dürfen und müssen sogar die Juden in der Armee dienen, und sie sind auch im Parlament vertreten, und in Syrien und im Irak wurden sie auch nicht als Juden gehasst. Die Juden in diesen Ländern waren loyale Bürger und lebten genauso sicher und unsicher, wie die übrige Bevölkerung. Sie wurden nicht verfolgt, und wenn man sie hin und wieder misstrauisch behandelt hat, dann hatte es keine „antisemitischen“ Ursachen, sondern politische und solche, die direkt mit dem Nahost-Konflikt zu tun hatten. Erst mit der gewaltsamen zionistischen Kolonisierung palästinensischen Landes entstand so etwas wie „Antisemitismus“, wie es sich Lammert einbildet.  Weiterlesen →

Wie man aus Shekel Euro macht

Dass die „Jüdische Allgemeine“ Israels Politik unterstützt und ohne Wenn und Aber hinter dieser Politik steht, ist bekannt und wird von vielen akzeptiert und geduldet. Man muss sich aber fragen, ob eine falsche Behauptung, dass nämlich palästinensische Arbeiter bei der Firma SodaStream, die im Industriepark von Maale Adumim im besetzten Land, 1 200 € monatlich verdienen, geduldet werden darf. Firmen wie SodaStream sind in die Westbank gegangen, weil es dort billige Arbeiter gab und gibt. Mit 1 200 € hätten sie auch in Israel genügend Arbeiter gefunden.

Das ist eine eindeutige Täuschung der Leser und ein armseliger Versuch, die BDS-Kampagne zu diskreditieren, die angeblich arabischen Arbeitern dieses Traumgehalt verdorben haben soll, da SodaStream auf Druck der BDS-Kampagne die Westbank verlassen und im Kernland eine neue Fabrik bauen musste. Hunderte palästinensischer Arbeiter verloren ihren Job und ihr für palästinensische Verhältnisse fürstliches Gehalt. BDS schadet den Palästinensern, behauptet die „Jüdische Allgemeine“ und vergießt Krokodilstränen über dieses Unrecht, statt sich zu freuen, dass schon wieder einige Hundert Palästinenser reif gemacht wurden, Palästina zu verlassen. Denn das ist doch die offizielle Politik Israels seit Jahrzehnten, eigentlich seit der Staatsgründung, den Palästinensern das Leben so „bitter“ zu machen, dass sie Palästina verlassen, wie einst die Kinder Israels Ägypten verlassen haben, als der Pharao ihnen das Leben „verbittert“ hat.  Weiterlesen →

78 Prozent der Humanitären Hilfe für die Palästinenser landet in israelischen Kassen

von Jonathan Cook

Diplomaten können einen Ruf von Trostlosigkeit, Verschleierung, sogar Heuchelei haben, aber nur wenige fanden sich selbst, mit einem Serienmörder verglichen wieder,  erst recht nicht mit einem, der Menschenfleisch verschlingt.

 Diese Ehre wurde Laars Faaborg-Andersen, dem EU-Botschafter letzte Woche in Israel zuteil, als jüdische Siedler eine Kampagne durch die sozialen Medien starteten, die ihm die Rolle des Hannibal Lecters zuschrieben, dieser grauenvollen Charakterfigur aus dem Film „Das Schweigen der Lämmer“.  Ein Bild des dänischen Diplomaten, der Lecters Gefängnis-Gesichtsmaske trägt, sollte ein Hinweis dafür sein, dass Europa einen ähnlichen Maulkorb benötigt.

Die Beschwerde der Siedler richtet sich gegen das europäische Hilfsprojekt, wodurch palästinensischen Beduinenfamilien vorübergehend Zuflucht gewährt wurde, nachdem die israelische Armee deren Häuser in den besetzten Gebieten in der Nähe von Jerusalem zerstört hatte. Die Notbehausung hat ihnen dazu verholfen, auf dem Land zu bleiben, das Israel und die Siedler begehrten.  Weiterlesen →

What the Trump Phenomenon Means for Israel

by Lawrence Davidson

Trump and Israel

On 3 March 2016 Chemi Shaley, the U.S. correspondent for the Israeli newspaper Haaretz, wrote an interesting piece on what the Donald Trump phenomenon means for U.S.-Israeli relations. Here are some of his points:

  1. Trump’s insistence on staying “neutral” when it comes to the Israeli-Palestinian problem has not cost him any popular support. Both Ted Cruz and Marco Rubio have “sneeringly lambasted” Trump for not supporting Israel, but to no avail. Trump just “laughed all the way to the top of the Republican presidential field.”
  2. Republican evangelicals are paying no mind to Trump’s equivocations about Israel. They vote for Trump despite this. “Evangelical leaders … are heartbroken that so many Believers are flocking after the thrice married, dirty-talking reality star. They are less perturbed by his deviation from the strict pro-Israel party line, however, and more by the sinful ways for which he has not asked forgiveness.”
  3. Israel’s Prime Minister Benjamin Netanyahu’s policy decision to “put all of Israel’s eggs in the GOP basket” – a decision confirmed when he appeared before Congress in 2015 to denounce the Iran nuclear agreement – has turned into a political disaster.

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„Gott schütze das arme Israel“ vor verlogenen Philosemiten

Schon wieder hat ein treuer Philosemit und Israel-Beschützer, oder wäre nicht eine treffendere Bezeichnung,  wie zum Beispiel „Sayanim=Inoffizieller Mitarbeiter des Mossad“ passender für Georg M. Hafner, der im Kampfblatt des Zentralrates der Juden, „Jüdische Allgemeine“, zugeschlagen hat und uns zu belehren versucht, was Treue zum verlogenen und rassistischen Zionismus sein kann: Selbstgerechtigkeit und Dummheit.

Wenn heute auch von manchen zionistischen und rechtsradikalen Juden der Begriff „Lügenpresse“ in den Mund und in die Feder genommen wird, so zeigen uns die „Jüdische Allgemeine“ und der Mitarbeiter des Hessischen Rundfunks, Hafner, dass sie mit der Wahrheit manchmal auf Kriegsfuss stehen, und dies mit einer solchen Selbstgerechtigkeit, dass man fast geneigt ist zu glauben, dass es ihnen tatsächlich um das Wohl der „armen“ palästinensischen Arbeiter gehe, die durch die böswillige BDS-Kampagne arbeitslos werden, da als Erfolg dieser Aktionen der Sprudelhersteller SodaStream aus dem Industriepark bei Maale Adumim im besetzten Westjordanland umzog in die Negev-Wüste. Als ob es der BDS-Kampagne darum ging, dass SodaStream wegzieht. Ganz Maale Adumim sollte wegziehen, erst dann kann man die Kampagne beenden. Die Palästinenser wollen keine geringerer Fremdherrschaft, sondern gar keine.  Weiterlesen →

Wie viel Antisemitismus steckt im Antizionismus?

Die Boykott-Bewegung israelischer Waren, die Forderung Investitionen in Israel zu annullieren und zurückzuziehen und israelische Veranstaltungen zu sanktionieren nimmt an Fahrt auf und fängt an, Israel weh zu tun. Das alles kann sofort eingestellt werden, wenn Israel nur eines tun würde: Die Besatzung der Westbank, des übriggebliebenen palästinensischen Staates, aufzuheben und sich aus den besetzten Gebieten zurückzuziehen. Dazu ist Israel aber nicht bereit. Stattdessen werden diejenigen, die das fordern, und das sind inzwischen auch viele Israelis und Juden, als Antisemiten verleumdet.

Israel mobilisiert für diesen Kampf jeden, der sich zur Verfügung stellt und schickt sogar speziell dafür ausgebildete „Sayanim“ (Inoffizielle Mitarbeiter des Mossad) nach London, Paris und Berlin, um jede noch so geringe Aktivität gegen Israels Politik im Keim zu ersticken. Da sitzt in Berlin ein angeblicher Vertreter der regierungsnahen englischsprachigen Zeitung „Jerusalem Post“ und verschickt Drohungen und Ultimaten an deutsche Volkshochschulen und Gemeinderäte, die es gewagt haben, einen kritischen Vortrag über den Nahost-Konflikt ins Programm aufzunehmen.  Weiterlesen →

Kampagnenjournalist Benjamin Weinthal

von Rolf Verleger

Sehr geehrter Herr Weinthal,

am Rande der sehr interessanten und ermutigenden Jahrestagung der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft erfuhr ich: Nicht nur wird die Stadt Bayreuth nun ihren Wilhelmine-Preis an die US-Friedensorganisation Code Pink verleihen, wie geplant, sondern Herr Arn Strohmeyer wird nun doch in den Bremer Weserterrassen sein neues Buch vorstellen.

In beiden Fällen hatten Sie auf die Veranstalter und die Öffentlichkeit eingewirkt, diese Projekte fallen zu lassen. In beiden Fällen schien es zunächst, als hätten Sie Erfolg.
In beiden Fällen zeigt sich nun ein Fehlschlag Ihrer Bemühungen.

Bitte beantworten Sie mir bis heute abend 18:43h folgende Fragen:

Trifft es zu, dass Sie eine Erfolgsprämie für verhinderte Veranstaltungen erhalten?
Wenn dies so ist, haben Sie Ihren Prämienverleihern ordnungsgemäß mitgeteilt, dass Sie nun doch keinen Erfolg hatten?
Wie lauten Ihre Vereinbarungen in diesem Fall? Reduziert sich dann Ihre Prämie auf einen festgelegten Prozentsatz?
Hängt dieser reduzierte Prämiensatz von der Zeit des scheinbaren Erfolgs ab?
Rechnen Sie quartalsweise ab oder erst nach dem endgültigen Absagen einer Veranstaltung? Wie definiert sich in diesem Fall „endgültig“?

Für den allgemeineren Hintergrund meiner Bewertung Ihrer Tätigkeit stellen sich auch weitere Fragen:
Haben Sie gestern Blumenkohl zu Mittag gegessen? Wie vereinbaren Sie das damit, dass Hitler Vegetarier war?
Fütten Sie Ihre Hausmilben wirklich nur fahrlässig oder in vollem Bewusstsein? Wie vereinbaren Sie das damit, dass Hitler Haustiere hatte?

Sollten Sie zum genannten Zeitpunkt meine Fragen beantwortet haben, werde ich danach in voller Kenntnis Ihrer Antworten mein Abendessen einnehmen.
Ich hoffe, Sie sind sich der Konsequenzen bewusst.

Mit freundlichen Grüßen