Evangelischer Kirchentag knickt aufgrund einer Denunziation durch „Ruhrbarone“ ein

von Helmut Suttor

Sehr Frau Dr. Helmke,

Sehr geehrtehr Frau von Wrangel,

vielen Dank für Ihren Brief vom 5.9.2019.

Leider wirft Ihre Antwort mehr Fragen auf als sie beantwortet.

Es gelingt Ihnen leider nicht verständlich zu machen, wieso Sie derart kurzfristig die Veranstaltung abgesagt haben.

An Herrn Duchrow (soweit ich weiß auch ein nicht ganz unprominenter BDS-Unterstützer) hat es scheinbar nicht gelegen. So wie Sie es darstellen lag es an der „zusätzlichen Anwesenheit von Prof. Dr. Farid Esack„. Insoweit lag es dann nicht daran, dass BDS-Unterstützer auftreten sollten, sondern dass ein besonders prominenter Vertreter der Kampagne angesagt war.

Wenn Sie vermeiden wollten, dass „diese Veranstaltung unkommentiert als Einladung von BDS- Unterstützern auf den Kirchentag verstanden bzw. medial hätte instrumentalisiert“ werden konnte: Wieso haben Sie die Veranstaltung dann nicht kommentiert.

Es gibt kein Thema zu Nahost, dass nicht medial instrumentalisiert werden kann. Wenn es einem Herrn Laurin / Ruhrbarone gelingt mit der idiotischen Denunziation, Herr Duchrow und Herr Esack verfolgten als „Ziel die Vernichtung Israels“ einen Kirchentagspräsidium zu beeindrucken, dann ist doch Hopfen und Malz verloren für Kirche und Vaterland. Wenn es um die Vernichtung Israels geht, gibt es nichts mehr zu diskutieren, das ist klar. Dann lassen Sie doch den Nahen Osten künftig ganz weg. Dann haben Sie ein Instrumentalisierungsrisiko und vielleicht auch ein Sicherheitsrisiko weniger (gab es Bombendrohungen?).

Zu all diesen Fragen erwarte ich keine Antwort von Ihnen. 

Allerdings bitte ich Sie eine einfache Frage zu beantworten.

Wie begründen Sie die Nähe der BDS zum Antisemitismus – oder sind Sie der Meinung die Bewegung sei insgesamt antisemitisch? Ich bitte hier um eine substantielle Antwort die hinausgeht über die Aneinanderreihung von Worthülsen, wie sie  im Deutschen Bundestag über Kommunalparlamente bis hin zu Kreistagen rauf und runter gebetet werden (Delegitimierung Israels, Gegner der Zweistaatenlösung und deswegen gegen die Existenz Israels).

Sie Frau Dr. Helmke haben in Ihrer Absage-Begründung geäußert, „wir haben als Kirchentag hier eine klare Haltung„. Ich unterstelle dass die Kirchentagsleitung nicht einfach Vorgekautes anderer übernahm, sondern sich ein eigenständiges Urteil bildete auf der Basis eigener Normen und Prämissen. Das sollte der Anspruch der Kirche sein, wenn sie sich nicht auf ein ausführendes Organ des Staates oder eines medialen Mainstreams reduzieren will. Also sollten Sie zu einer differenzierten Begründung in der Lage sein.

Dieser Punkt erscheint mir noch aus einem anderen Grund wichtig. Der Antisemitismusvorwurf ist einer der schlimmsten Beleidigungen und Verleumdungen, die es in Deutschland gibt. Wer diesen Vorwurf erhebt oder andere Menschen assoziativ in die antisemitische Ecke stellt, sollte dies begründen können. Er leistet sonst nämlich Beihilfe zu Rufmord und Denunziation.

Durch Ihr Verhalten erleichtern Sie objektiv das Geschäft von Leuten wie Herrn Laurin. Dieser [1] wirft der Jury für den „Nelly Sachs Preis“ nach der Nominierung der Autorin Kamila Shamsie vor, damit „die Vernichtung Israels“ zu betreiben. Darunter macht der das scheinbar nicht. Man benötigt offensichtlich nicht allzu viel Grips und Phantasie um in diesen Tagen honorige Leute durch wüstes Herumfuchteln mit der Antisemitismuskeule zu beindrucken.

Damit die Denunziations-Maschine funktioniert braucht es immer beides: Es braucht die Laurins und diejenigen, die sich von solchen Figuren beeindrucken lassen.

Zivilcourage ist eine Ressource, die wächst, in dem man Gebrauch von ihr macht.

Ich bitte um eine substantielle Antwort.

MfG

Helmut Suttor

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Anmerkung der Redaktion: Ein Markenzeichen des Blogs „Ruhrbarone“ ist die Denunziation und Anschwärzung Andersdenkender. Alles und jeder, der sich kritisch mit dem israelischen Besatzungsregime auseinandersetzt oder die zivilgesellschaftliche BDS-Bewegung unterstützt, wird verleumdet. Dazu sei den Kirchentagsvertreter/innen eine Recherche bei Google empfohlen. Dort finden sich unzählige Hits, die deren journalistische Niedertracht zeigen. Wie eiskalt diese Typen mit Andersdenkenden umgehen, zeigt folgender Link

3 Gedanken zu „Evangelischer Kirchentag knickt aufgrund einer Denunziation durch „Ruhrbarone“ ein

  1. Welch Paranoia mag in Köpfen wie dem des Rohrbarons Stefan Laurin vorhanden sein, der in der Ehrung einer Schriftstellerin, die offenbar nur wenig Sympathien für die politischen Entscheidungen der regierenden Eliten Israels übrig hat, die Absicht vermutet, „die Vernichtung Israels zu unterstützen“. Das Trommelfeuer der Freunde und Sympathisanten Israels ist erneut eröffnet. Weiß Gott, Juden hätten nach dem unendlichen Leid besseres verdient als die Sympathien der Paranoiker aller Welt auf sich zu ziehen.

  2. Die Ruhrbarone sind eine Organisation, die ganz offen zum Genozid in Gaza aufgerufen hat, siehe hier:
    https://twitter.com/asawinstanley/status/1062416407307132929?lang=de
    https://www.facebook.com/12juedischestimme/photos/das-deutsche-journalistenblog-ruhrbarone-fordert-die-vernichtung-von-gaza-der-ha/2053158794746342/
    Anders ist der Spruch „Transform Gaza to Garzweiler“ wirklich nicht zu verstehen. Sie haben den Spruch danach zwar gelöscht, doch ist in diesem Posting ihr wahres Wesen durchgedrungen. Interessant jedenfalls, dass sie ständig etwas von „Vernichtung Israels“ faseln, während sie selbst die Ermordung von mehr als einer Million Menschen fordern. Klassische Täter-Opfer-Umkehr, die allerdings praktisch nie hinterfragt wird, da jeder Kritiker sofort mit der Antisemitismus- und Auschwitzkeule niedergeprügelt wird. In Wirklichkeit ist es unfassbar, dass irgendjemand noch darauf reagiert, wenn so etwas wie die Ruhrbarone irgendwas absondern. Auf Äußerungen der NPD würde doch auch niemand reagieren.

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