Haltet‘s Maul, ihr Täter

Ein Gespenst geht durch Deutschland, das Gespenst des Antisemitismus. Alle fürchten es, alle verurteilen es, aber keiner weiß, wie man es loswird. Jetzt wurde dem AS ein AS-Beauftragter hinzugefügt, und man weiß nicht recht, was dieser machen soll oder machen wird.

Noch vor kurzem war derjenige ein Antisemit, der Juden hasste und ihnen Schaden zufügen wollte. Heute ist derjenige ein Antisemit, den Juden hassen und dem Juden Schaden zufügen wollen. Dabei kommt der Antisemitismus nicht angeflogen und auch nicht per Bahn oder Bus, er verbreitet sich unauffällig mit Hilfe der Medien und nicht zuletzt wie ein Gerücht durch Mundpropaganda und Gespräche an Stammtischen. Am meisten wird er aber gezielt verbreitet durch zionistische Propaganda und weniger durch das, was Zeitungen schreiben, sondern vielmehr durch das, was Zeitungen nicht schreiben.

Die Lokomotive, die heute den Antisemitismus hinter sich herzieht, ist der Zionismus, vertreten durch den Staat Israel und seinem Hasbara-Ministerium, dessen Aufgabe es ist, den Zionismus zu propagieren. Es befördert das Idelogem, dass Antisemitismus gut sei für Israel, weil es die Juden nach Israel „treibt“, wie es einst David Ben-Gurion ausgedrückt hat. In Israel sollen die Juden helfen, den kolonialistischen Staat weiter aufzubauen und seine Grenzen zu erweitern. Ziel des Zionismus ist „ganz Palästina als jüdischer Staat“ (Gen Gurion) – allerdings möglichst araberfrei. 

Um dieses Ziel zu erreichen, ist alles erlaubt, selbst das Ignorieren von Grundsätzen der Thora hinsichtlich Moral und Ethik. Unbestreitbar ist die derzeitige israelische Regierung eine der rassistischsten in Israels Geschichte. Die hübsche Miri Regev, die sich besser als Fotomodell verdingen sollte, ehemalige Brigadegeneralin und IDF-Sprecherin, schaffte den Karrieresprung zur Sport- und Kulturministerin Israels. Der Werdegang von der Armee in die Knesset ist eher die Regel als die Ausnahme im israelischen Parlament, die Gefahr jedoch, die von diesem Werdegang für Teile der israelischen und nicht-israelischen Gesellschaft in Israel ausgeht, wird durch die politische Laufbahn Regevs überdeutlich.

Am 23. Mai 2012 auf einer Großdemonstration gegen afrikanische Kriegsflüchtlinge heizte sie, die damals bereits Likud- und Knesset-Abgeordnete war, mit ihrem Ausruf „Die Sudanesen sind ein Krebs in unserem Körper!“ die Stimmung bis zum Siedepunkt an. Daraufhin rannten tausende Israelis stundenlang auf der Suche nach dunkelhäutigen Menschen in Tel Aviv umher, attackierten diejenigen, die sie in die Finger bekamen und zerstörten ihr Eigentum. Zunächst bestritt Regev, die rassistische Aussage getätigt zu haben. Allerdings bezeugten Videoaufnahmen das Gegenteil, woraufhin sie sich dazu bekannte.

Zwar entschuldigte sich die Knesset-Abgeordnete im Nachhinein für ihre Worte – allerdings bei Krebspatienten. Sie habe die Krankheit nicht mit Sudanesen gleichsetzen wollen, sondern lediglich das Phänomen ihrer Ausbreitung.

Konfrontiert mit einer von israelischen Linken angefertigten Fotomontage ihrer Person in einer Nazi-Uniform, entgegnete sie in einem Fernsehinterview im November 2012 allen Ernstes, sie sei „glücklich, Faschistin zu sein“.

Hat sich Regevs zweifelhafte Position gegenüber demokratischen Prinzipien nach ihrer Ernennung zur israelischen Sport- und Kulturministerin geändert? Wohl kaum. Ihre Amtsführung führte bereits in ihrer frühen Phase zu erheblichem Protest. Mehr als 3000 prominente Regisseure und Schauspieler israelischer Staatsbürgerschaft unterschrieben eine Petition gegen ihre „anti-demokratischen Maßnahmen“ gegen Künstler, da Regev drohte. staatliche Zuschüsse zu kürzen und Theaterstücke nach ihrem Befinden zu zensieren, nachdem der palästinensisch-stämmige Israeli Norman Issa sich geweigert hatte, vor Siedlern im völkerrechtswidrig besetzten Jordantal aufzutreten. Issa gab schlussendlich nach und willigte ein, mit seinem Theater auch vor Siedlern aufzutreten. Auch dem Internationalen Film Festival in Jerusalem drohte die Kulturministerin mit dem Einfrieren der staatlichen Finanzierung, da dort ein Film über den rechtsradikalen Israeli Jigal Amir, der den früheren Ministerpräsidenten Rabin ermordete, gezeigt werden sollte.

Im Juli 2015 wurde ein Bild in Umlauf gebracht, dass Regev freudestrahlend mit zwei jugendlichen Israelis abbildete, von denen einer einen Pullover mit der Aufschrift trug: „Kahane hatte recht. Juden, kommt, übernehmt das Land“. Der als Begründer des israelischen Faschismus geltende Meir Kahane wurde von linken Israelis wie Uri Avnery in DER SPIEGEL mit Fug und Recht als „jüdischer Nazi“ bezeichnet. Es scheint, als habe der tot geglaubte Gründer der Jewish Defense League und der Kach-Bewegung auch weiterhin seine faszinierende Wirkung auf Teile der jüdisch-israelischen Gesellschaft nicht verloren und unter Ministern und Abgeordneten wie der selbsternannten „glücklichen Faschistin“ Miri Regev Nachfolger gefunden.

Erstaunlich ist aber die Tatsache, dass Miri Regev und andere Israelis stolz darauf sind,Faschisten zu sein. Sie verhöhnen die israelische Demokratie und würden sie am liebsten sofort abschaffen und die Gesetze der Halacha einführen. Ein solches Israel dürfte allerdings seine Existenzberechtigung verwirkt haben.   

Dieses Israel aber wird begleitet vom Gespenst des Antisemitismus. Es bedient sich der Auschwitz-Keule, mit der es jeden Widerstand zu brechen versucht und aus der Shoa eine Show macht. Israel zu kritisieren, ist erlaubt, aber wer es tut, ist ein Antisemit. Man darf Israels Politik kritisieren, aber bitteschön nicht öffentlich, wie Bundespräsident Johannes Rau einmal meinte. Zuhause, im stillen Kämmerlein, darf man alles sagen, aber in der Öffentlichkeit soll man schweigen. „Haltet‘s Maul ihr Deutschen, ihr seid die letzten, die uns Moral predigen dürfen.“

Und wer nicht schweigen kann, der wird es jetzt mit dem Antisemitismus-Beauftragten zu tun bekommen, der sicherlich bald auch einen Ehrendoktortitel der Universität Haifa bekommen wird. Die Universität von Jerusalem will sich nicht blamieren mit solchen zionistischen Ehrungen.

So beeinflusst Israel das Leben in unserem Land. Israelische Botschafter kritisieren uns im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, weil sie dazu von willigen Moderatoren eingeladen werden. Sie lesen uns die Leviten, wenn wir es wagen, Israel auch nur behutsam zu verurteilen. Israelis sind zwar Täter, wie Broder einmal sagte, aber sie dürfen Täter sein, weil auch andere Nationen Täter waren, besonders die Deutschen. Während aber die Deutschen ihre Täterschaft büßen und wiedergutzumachen versuchen, macht es den Israelis Spat, Täter zu sein, wie Broder schreibt. Sie sind sogar davon überzeugt, dass sie das Recht haben Täter zu sein. Und wir bestärken sie in diesem Irrglauben und gießen damit immer mehr Öl ins Feuer des Antisemitismus. Wir erlauben den Israelis, Täter zu sein und nehmen es in Kauf, dass sie die Palästinenser zu Opfern machen, wir schließen die Augen, reden von Staatsräson, liefern den Israelis auch noch Waffen, damit sie noch mehr Araber töten und noch eindeutiger zu Tätern werden, sodass wir irgendwann den Spieß umdrehen können: „Haltet‘s Maul, ihr Israelis. Ihr habt uns nichts zu sagen. Eure Moral ist verkommen.“

2 Gedanken zu „Haltet‘s Maul, ihr Täter

  1. Dass eine (rassistische) Judeokratie Nichtjuden diskriminiert, ist klar. Unklar ist mir, warum Demokraten Judeokratien nicht boykottieren, zumal diese permanent gegen Art. 3 Grundgesetz verstossen.
    Judeokratien (‚zionistische Ethnokratie‘) sind in USA, Europa, .. völlig verfassungswidrig.
    Daher ist es mir ein Rätsel, wie D-Juden (Knobloch, Schuster, ..) den israelischen Zionismus (Alleinherrschaft von Juden = Diskriminierung von Nichtjuden) so fanatisch unterstützen können.
    In D sind Juden u Nichtjuden gleichberechtigt; in Israel nicht!
    Und trotzdem unterstützen Knobloch, Schuster & Co. rassistische Ausgrenzung von Nichtjuden?

  2. Ist der AS nicht ein Scheinriese, der sich zunehmend in Wohlgefallen auflöst, je näher man ihm kommt? Aufrechterhalten von Menschen, die dieses Scheinriesen aus verschiedenen Motiven heraus bedürfen: um ein Wir-Gefühl zu haben, das sich durch den Kampf gegen den Scheinriesen immer wieder erneuert, um politisch organisierte oder zugelassene Schandtaten zu rechtfertigen, die ethisch nicht zu rechtfertigen sind oder auch um perfider weise jenen Menschen politische Freiräume zu schaffen, damit diese wie Miri Regev et al. aller Welt zeigen dürfen, dass sie auch nichts Besseres sind, bestimmt nicht das „Licht der Völker“, wie es in einer bekannten Selbstdarstellung heißt.

    Der von den Gedanken der Emanzipation und Aufklärung begleitete Weg in die Normalität nationalstaatlich geprägter demokratischer Völkerfamilien, die einst Zionisten durch die Schaffung eines Judenstaates auch für ihr Volk erhofften, ist noch ein sehr weiter.

    Allein das Behaaren auf dem Vorwurf des AS, der bei einigen Zeitgenossen schwerer wiegt als der des Rassismus zeigt, dass vermutlich keiner der erbitterten Kämpfer gegen den AS die Stellung eines Primus inter Pares so ohne weiteres aufzugeben bereit sein wird.

    Der Scheinriese erhält auch dadurch sein Sein, dass er in aller Munde ist, vor allem dem von Redakteuren und Verbandsfunktionären, wabernd, undefinierbar, angsteinflößend, überall lauernd, so dass jedermann beständig auf der Hut sein muss, nicht in den Dunstkreis des Scheinriesen zu gelangen.

    Dass deutsche Massenmedien führenden Vertretern des Judentums, deren „Israelsolidarität“ zureichend bekannt ist, eine Bühne als moralische Instanz zur Ermahnung Deutscher bieten, ist angesichts des demografischen Wandels, in dem immer mehr deutsche Staatsbürger genetische Wurzeln in der arabischen Welt haben, auch nur noch eine Frage der Zeit: immer mehr assoziieren Rassismus nicht mehr nur mit Nationalsozialismus sondern auch mit Zionismus, auch wenn das nicht ausgesprochen wird.

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