Die Presse manipuliert die Öffentlichkeit in Sachen Antisemitismus

Antisemitismus, Antisemitismus, Antisemitismus – man kann es fast nicht mehr hören. Antisemitismus hier und Antisemitismus dort; früher versteckt in den Gassen und heute ganz laut in den Straßen und selbst die Vögel zwitschern das leidige A-Wort von allen Bäumen. Früher sprach man vom traditionellen christlichen Antisemitismus, dann vom rassistisch-ethnischen und vom Israel bezogenen Antisemitismus und heute ist man beim muslimischen Antisemitismus angekommen, der an die Stelle des deutschen Judenhasses treten soll. Es scheint, als ob man endlich die Quelle und Ursache für die seit Jahren grassierende Hysterie gefunden hat und man damit Deutschland endlich entlasten kann. Deutschland liebt seine Juden. In Deutschland gibt es seit neuestem auch einen Antisemitismus-Beauftragten, eine Art Judenreferent, der uns Juden vor Antisemitismus schützen soll. Aber wie?

Da gibt es inzwischen die absurdesten Ideen, wie zum Beispiel vom Boss der Gewerkschaft der Polizei, Rainer Wendt, der vorgeschlagen hat, dass man beim Verdacht von Antisemitismus Kinder ihren Eltern wegnehmen soll. Das haben schon die Nazis gemacht und die Kommunisten in Ostdeutschland haben es ihnen nachgemacht. Kinder von Dissidenten wurden an parteitreue Funktionären übergeben. Das Problem liegt weniger darin, dass Rainer Wendt eine solch schräge und irrsinnige Idee hatte, und sie sogar öffentlich machte, sondern dass die Öffentlichkeit inklusiv Medien dazu geschwiegen haben, dass es keinen Protest-Tsunami gab, dass man ihn nicht mit Schimpf und Schande aus seiner Position entfernt und wegen Volksverhetzung vor Gericht gestellt hat.  Weiterlesen

Vom gesunden Menschenverstand …

Im Spiegel vom 21. April 2018 befürchtet Jan Fleischauer, dass die Deutschen sich „israelisieren“, weil sie inzwischen Erfahrungen gemacht haben mit „Leuten, die den Koran als Anleitung zum Selbstmordattentat lesen“. Schlaflose Nächte bereitet ihm offensichtlich der Gedanke, dass es mit dem Terror in Deutschland so lange weitergehen wird, bis „man in Berlin oder München bald nicht mehr viel sicherer“ sein wird als in Jerusalem oder Tel Aviv.

Warum man in Jerusalem oder Tel Aviv nicht sicher ist, erklärt er uns nicht und zieht stattdessen einen Vergleich mit der Lage in Deutschland. „Wenn man den Deutschen heute vorschlagen würde, sie sollten die Anschläge als Ausdruck der Verzweiflung sehen und lieber nach den Ursachen des Terrors fragen, anstatt die Täter zu jagen, hätten sie auch kein Verständnis dafür“. Mit „auch“ meint er wohl die Israelis, die in der Mehrzahl zwar kein Verständnis für die Anschläge der palästinensischen Widerstandskämpfer haben, diese aber durchaus verstehen. Jan Fleischauer argumentiert aus der Perspektive des Stammtisches in einer heruntergekommenen Kneipe.  Weiterlesen

70 Jahre Israel – 70 Jahre Siedlerkolonialismus und Krieg gegen Palästinenser

von Arn Strohmeyer

Israel feiert sich selbst anlässlich des 70. Geburtsages des Staates, und die westlichen Staaten stimmen in den Jubelchor ein und schicken hochrangige Regierungsdelegationen zu den Feierlichkeiten der selbst ernannten „einzigen Demokratie im Nahen Osten“, bei denen man die „gemeinsamen Werte“ beschwören wird. Aber eigentlich gibt es keinen Anlass zu feiern, denn dieser Staat verdankt seine Existenz der Vertreibung und Unterdrückung eines anderen Volkes, dessen Land er sich angeeignet hat. Das zionistische siedlerkolonialistische Israel führt seit über 70 Jahren einen grausamen Krieg gegen die Palästinenser, der ihn aber in eine ausweglose Lage gebracht hat, an der das ganze zionistische Unternehmen nun zu scheitern droht.

Die israelische Politik, der die Ideologie des Zionismus zu Grunde liegt, ist eigentlich nur mit dem Begriff des Tragischen zu verstehen, wobei man in diesem Zusammenhang natürlich an die griechische Tragödie denken muss. Sie thematisiert die Verstrickung des Protagonisten, der sich in eine so ausweglose Lage bringt, dass er das Verhängnis durch jedwedes Handeln nicht mehr abwenden kann und schuldig werden muss. Sein Scheitern ist unausweichlich. Die herannahende Katastrophe lässt sich nicht mehr abwenden. Der Keim der Tragödie ist, dass der Protagonist der Hybris – der Arroganz, dem Hochmut und der Selbstverblendung – verfällt. Die Übereinstimmung mit der Situation Israels liegt auf der Hand. Nur eines gibt es in der der israelisch-jüdischen Tragödie nicht: Die griechische Tragödie sollte einen Sinneswandel bei den Beteiligten hervorrufen – eine Reinigung oder Katharsis. Das Durchleben von Jammer und Rührung, die das Drama hervorrief, sollte zu einer seelischen und moralischen Läuterung führen, davon kann in der israelisch-jüdischen Tragödie keine Rede sein. Es gibt keinerlei Empathie.  Weiterlesen

Eine heuchlerische Solidaritätserklärung der „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit  in Hamburg e. V.“ (GCJZ)

Der Geschäftsführer der „Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit  in Hamburg e. V.“ (GCJZ), Rien van der Vegt, hat in einer Email vom 10. April 2018 dazu aufgefordert, die im Anhang verbreitete Erklärung des Vorstands der GCJZ „weiterzuleiten und bekanntzumachen“. Außerdem sei die GCJZ „dankbar für Hinweise und Reaktionen“.

Ich verbreite diese absurde Stellungnahme sehr gern, zeugt sie doch davon, wie verblendet und einseitig diese Gesellschaft ist, insbesondere ihre protestantischen Mitglieder. Mich als Jude widert diese philosemitische Erklärung an. Verwundert bin ich jedoch nicht. Haben nicht gerade Protestanten in der Nazi-Zeit scharenweise Bücklinge vor dem Massenörder Hitler  gemacht? Ich erinnere nur an die „Deutschen Christen“.

Bei diesem widerlichen Verhalten dieser „Christen“ fallen mir die klugen Worte aus dem Talmud ein: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Eine solche heuchlerische „Solidarität“ mit Juden widert mich an. Juden können darauf verzichten, Zionisten vielleicht nicht. Für mich ist dies eine Solidarität, die nichts kostet und die keines Mutes bedarf. Vielleicht sollten sich diese Super-Christen einmal mit den rassitischen Aussagen aus der Halacha, dem Talmud und dem Alten Testament beschäftigen, dann würde es ihnen die Sprache verschlagen. Dazu empfehle ich als Einstieg das Buch von Israel Shahak „Jewish History, Jewish Religion. The Weight of Three Tausend Years.“  Weiterlesen

Reden ist Silber, Schweigen aber Gold

Oft wird von der „Israelisierung“ Deutschlands gesprochen und geschrieben, wenn man den Druck der israelischen Behörden auf deutsche Gerichte und Behörden meint. In Irland ist vor wenigen Tagen der israelische Botschafter zur persona non grata erklärt und ausgewiesen worden, nachdem Israel Druck auf irische Banken ausgeübt hat, damit diese Konten von BDS-Sympathisanten kündigen. In Deutschland hat sich die Regierung noch nie eingemischt, geschweige denn einen israelischen Botschafter ausgewiesen.

Bei uns ist das schon mehrmals passiert, auch mir, als die Commerzbank mein Konto kündigte und ich es aus der Jerusalem Post erfuhr. Diese rechtsradikale israelische Zeitung, die man wegen ihrer permanenten Hetze durchaus mit dem Stürmer und deren Mitarbeiter Benjamin Weinthal mit Julius Streicher vergleichen kann, ist informiert worden, noch bevor ich die Kündigung in Händen hielt. Ich vermute, dass diese israelische Version des Stürmers hinter der Kündigung stand.

Ich meine aber, dass es in Deutschland eher um eine „Nazifizierung“ der Gesellschaft geht. Noch schwebt über uns allen das Damoklesschwert eines Judenbeauftragten, den man „Antisemitismus-Beauftragten“ nennen will. Das erinnert mehr an den Judenreferenten der Nazis, dessen Aufgabe auch nur darin bestand die noch verbliebenen Juden zu kontrollieren, zu schikanieren und am Ende in die Gaskammer zu verschicken. Die Aufgabe eines Antisemitismus-Beauftragten wird auch nicht viel anders sein. Er wird nicht den Antisemitismus kontrollieren, sondern diejenigen, die ihn bekämpfen, besonders natürlich diejenigen, die Israels Politik kritisieren, wie ich. Und wenn wir heute schon Schwierigkeiten haben mit der Anmietung von Räumen für Vorträge oder öffentliche Debatten, wenn schon heute Stadtkämmerer wie Uwe Becker in Frankfurt in jeder Kritik der israelischen Politik ein Zeichen von Antisemitismus sehen und im vorauseilenden Gehorsam auch schon Veranstaltungen verbieten wollen, bevor sie wissen, um was es sich handelt, dann ahnen was uns erwartet. Becker will den Innenminister auffordern, die gewaltfreie, israelkritische Bewegung BDS in Deutschland zu verbieten, dann erübrigt sich wohl die Frage, was ein Antisemitismus-Beauftragter machen wird. Es stellt sich dann die Frage, was Antisemitismus überhaupt ist.  Weiterlesen

Ein dummer Spinger-Journalist will den Antisemitismus bekämpfen

BILD – eine Zeitung, die antisemitische Journalisten beschäftigt, die auf Philosemitismus tun und Hysterie und Lügen verbreitet. Das war schon vor 50 Jahren so, als die Studenten gegen Axel Springer und sein Hass und Zynismus verbreitenden Zeitungen protestierten und die BILD-Druckerei belagerten, und das ist noch heute so.

An der Spitze des BILD-Konzerns steht ein großer, schlanker Don Quichote der gegen antisemitische Windmühlen kämpft und damit den Antisemitismus in alle Windrichtungen verbreitet. Behilflich ist ihm dabei ein kleiner und runder Sancho Pansa, der immer nur Gift verspritzt und Menschen anderer Meinung platt machen will.

Eigentlich müsste eine solche Zeitung verboten und ein angeblicher Journalist wie Hans-Jörg Vehlewald von der Presse ausgespuckt werden. Sein Beitrag vom 27. März 2018 über das neue Buch von David Ranan ist nicht nur manipulativ, indem er den Inhalt des Buches nicht nur zynisch für eine Hetze gegen Muslime missbraucht, denen er Antisemitismus unterstellt, sondern auch noch grob verfälschend. Das Ergebnis des Buches von Ranan ist nämlich alles andere als „erschreckend“, wie die BILD behauptet. Im Gegenteil: Ranan stellt mit seinen ausführlichen Interviews klar, dass der „muslimische Antisemitismus“ eben nicht Judenhass ist, sondern nichts anderes als einerseits Vorurteile und andererseits Ergebnis des Nahostkonfliktes, des Hasses auf Israel wegen seiner völkerrechtswidrigen und araberfeindlichen Politik, wie sie sich gerade in diesen Tagen am Gazastreifen zeigt, wo israelische Soldaten mit scharfer Munition auf friedfertige Demonstranten schießen und inzwischen 16 von ihnen ermordet haben. Nur die BILD und ihr Schreiberling Hans-Jörg Vehlewald wollen uns glauben machen, dass diese Demonstranten die Existenz des Staates Israel gefährden, wie es Ministerpräsident Netanjahu gegenüber der Presse behauptet hat.  Weiterlesen

Braucht Deutschland Antisemitismus-Beauftragte?

von Ludwig Watzal

Deutschland hat endlich den Außenminister, den es nach seiner geistigen Verfassung verdient. Maas hat selbst noch Merkels Dummspruch getoppt, dass Israel zur deutschen Staatsräson gehöre. Er übernahm sein Amt von dem überaus erfolgreichen Vorgänger, Sigmar Gabriel, mit den Worten, dass er wegen Auschwitz und nicht wegen Willy Brandt in die SPD eingetreten sei. Dass Maas ein Opportunist und politischer Loser ist, ist allseits bekannt. So sollte dieses Eingeständnis niemanden überraschen. Wenigsten für seine „Karriere“ hat er vorgesorgt. Von Seiten der Israellobby wird ihm in Zukunft keine Gefahr mehr drohen, gleichgültig, was er auch anrichtet.

Er wird ein schlechter Außenminister aber ein exzellenter „Antisemitismus-Beauftragter“ Israels in Deutschland sein. Über diese politische Witzfigur wurde eine Debatte initiiert, als Demonstranten gegen die israelischen Verbrechen und die einseitige Anerkennung von Jerusalem als „Hauptstadt“ Israels in Berlin demonstrierten und eine selbstgemachte „Israelfahne“ verbrannten, woraufhin eine regelrechte Hysterie innerhalb der moralisch-medialen Kaste ausbrach und der Ruf nach einem „Antisemitismus-Beauftragten“ ausbrach.

Diese Schnapsidee wurde zuerst von der der „Süddeutschen Zeitung„, der so genannten Prantl-Prawda, ventiliert, benannt nach Heribert Prantl, dem Leiter der Meinungsseite dieser Zeitung. Wie konnte es anders sein, griff diese Idee sofort die heimliche Regentin Münchens, die Dauervorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, auf. Sie forderte einen „Antisemitismus-Beauftragten“ für jedes Bundesland. Wäre es nicht viel effektiver, wenn jeder Ort einen solchen „Antisemitismus-Beauftragten“ als Blogwart bekäme?  Weiterlesen

Mehr Differenzierung in der Süddeutschen Zeitung, bitte!

von Jürgen Jung

Der Autor möchte uns glauben machen, dass der Antisemitismus im Nahen Osten „Staatsraison“ sei. Offensichtlich gehört er – ganz abgesehen von der Ungeheuerlichkeit dieser im Grunde islamophoben Unterstellung – zu jenen Meinungsmachern hierzulande, die Israel mit dem Judentum gleichsetzen, was übrigens gemeinhin als Ausdruck von Antisemitismus gilt ! Kein Wort zu der hier unbedingt gebotenen Differenzierung zwischen Antisemitismus und Antizionismus, denn es ist schließlich der Hass gegen Israels siedlerkolonialistische Politik der Vertreibung, Enteignung, der Entrechtung und Entwürdigung der Palästinenser, der die Menschen im Nahen Osten umtreibt, und eben nicht der Hass auf Juden, weil sie Juden sind, was allein Antisemitismus wäre.

Es gab im arabischen Raum nie einen dem europäischen vergleichbaren Antisemitismus. Wenn die Juden in Europa verfolgt wurden, flohen sie ganz im Gegenteil vorzugsweise in den Orient, die Levante, wo sie zumeist gastfreundlich aufgenommen wurden. Das änderte sich erst mit der massenhaften Einwanderung der von der britischen Kolonialmacht unterstützten Zionisten und ihrem „Herrschaftsanspruch“ (Maxime Rodinson). Letztlich wurden die Palästinenser gezwungen, den von Nazi-Deutschland betriebenen Massenmord an den Juden mit dem Verlust ihrer Heimat zu bezahlen. So wurden sie zu den „Juden der Juden“ (Primo Levi).  Weiterlesen

Kann man Antisemitismus bekämpfen?

Das Problem des Nahost-Konflikts und des Antisemitismus interessiert eigentlich sehr wenige Menschen in unserem Land, und sogar Juden interessieren sich kaum dafür. Sie leben in ihren Ghettos in einer sie schützenden Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit, glauben der israelischen Propaganda und den zynischen Worten ihrer Vorsteher und Präsidenten, dass alle Welt gegen sie sei, dass alle ohnehin Antisemiten seien. Man sollte ihnen diese Paranoia nicht nehmen.

Für die meisten Nichtjuden ist es kein Thema. Und wo stellt man das fest, wenn nicht auf einer Publikums-Buchmesse wie in Leipzig, wo mehr als 270 000 Besucher auf die Messe kamen und einen Stand mit Büchern zu diesem Thema links liegen ließen. Am Ende blieben in den vier Tagen vielleicht 150 Besucher stehen, diskutierten, debattierten und stellten Fragen. Das waren dann etwa 1,0 Promille der Messebesucher.

Das steht aber in einem krassen Widerspruch zu der Intensität, mit der diesbezügliche Fragen in den Medien, abgehandelt werden. Da könnte man glatt auf die Idee kommen, dass Antisemitismus das erste und größte Problem der Bevölkerung sei und im Mittelpunkt des nationalen Interesses stehe.  Weiterlesen