Süddeutsche Zeitung erinnert an „dunkle Zeiten“

von Jürgen Jung

Es ist schon erstaunlich, mit welcher deutschbefindlichen Hartnäckigkeit hierzulande immer wieder die durchsichtigen Verleumdungen der BDS-Bewegung durch die rechtsreaktionäre israelische Regierung reproduziert werden. Leider beteiligt sich die SZ an dieser verantwortungslosen Diffamierungskampagne, dabei sollten ihre Autoren es eigentlich besser wissen.

Die schlichte Frage ist doch: gibt es Gründe für diese an der Anti-Apartheid-Kampagne gegen Südafrika sich orientierende Bewegung? Die Antwort hat der israelische Ministerpräsident Netanyahu höchstselbst unfreiwillig geliefert, als er am 10. März auf Facebook feststellte, «Israel ist nicht das Land sämtlicher Bürger. Nach Verabschiedung des Nationalstaats-Gesetzes [im Juli 2018] ist Israel der Nationalstaat der jüdischen Nation – und nur dieser allein»! (https://www.tachles.ch/product/25896)

In einem Artikel in Haaretz hatte sich Daniel Barenboim am 22. 7. 2018 bereits öffentlich geschämt, „ein Israeli zu sein“, weil dieses Gesetz „ein klarer Ausdruck von Apartheid“ sei. Schon am 29. 12. 2011 lautete die Überschrift einer SZ-Aussenansicht: „Wie einst in Südafrika“, verfasst von Alon Liel, dem ehemaligen israelischen Botschafter jenes Landes. Und das sind nur einige wenige Stimmen in Israel und von Juden weltweit, die Israel auf dem Weg in die  Apartheid sehen.  Weiterlesen

Süddeutsche Zeitung diffamiert BDS-Bewegung

von Wolfgang Behr

Bröslers Artikel erinnert tatsächlich an dunkle Zeiten, aber nicht so wie er sich das wohl gedacht hat. Ich denke da eher an die Nazizeit, als Menschen mundtot gemacht wurden, die sich mutig für die Einhaltung von Menschenrechten und gegen die Diskriminierung von Juden einsetzten.

Bröslers Diffamierung der BDS-Bewegung zeigt, wie bitter notwendig BDS und ihre Unterstützung ist. Wer sich auf Grund der Untätigkeit westlicher Politik gegenüber den von der UNO bestens dokumentierten Verbrechen des auch von ihr so benannten rassistischen Apartheidstaats Israel für die Einhaltung von Menschen- und Völkerrecht einsetzt ist kein Antisemit ! Begleitet wird der Artikel von einem grossen Foto des BDS-Sympathisanten und Mitbegründers der Pink Floyd-Band Roger Waters, der damit an den Pranger der Freunde Israels gestellt wird.

Sie zeigt auch, welch mieser Journalismus in der Südd. Zeitung sich breitmacht. Wer wie Felix Klein und andere philosemitische deutsche politische Eliten, da wäre besonders Kanzlerin Merkel zu nennen, die zionistisch agierenden Juden zu einer unantastbaren Spezies erklärt, die über allen universal gültigen Gesetzen stünden, der argumentiert selber wie ein Rassist. Der in Deutschland von der zionistischen Lobby verfemte und an Auftritten gehinderte israelische Wissenschaftler Moshe Zuckermann spricht zu recht von einer Israel-Neurose vieler Deutscher.

Die offensichtlich auch von Brösler der BDS unterstellten „dunklen Zeiten“ erinnern daran, dass Christophe Ayad in der LE MONDE richtig liegt, wenn er von der Israelisierung der Welt spricht. Daniel Brösler gehört sicher zu ihren Vorreitern.

Leserbrief zu Daniel Böslers Beitrag „Dunkle Zeiten“, in Süddeutsche Zeitung vom 16. April 2019.

Uwe Becker – eine Fehlbesetzung als Beauftragter für Antisemitismus

von Ludwig Watzal

Die schlimmsten Befürchtungen sind wahr geworden. Der fanatische Zionist und Philosemit Uwe Becker, Bürgermeister, Stadtkämmerer und Kirchendezernent (sic!) der Stadt Frankfurt, wurde zum Beauftragten für Antisemitismus des Landes Hessen ernannt. Becker hat in der Mainmetropole ein unsägliches Regime installiert, das es „bestimmten“ Juden nicht mehr gestattet, in öffentlichen Räumen Vorträge zu halten, die sich kritisch mit dem israelischen Besatzerstaat und Unterdrückungssystem auseinandersetzen.

Becker ist nichts anderes als ein Sprachrohr der extremistischsten Zionisten in Deutschland. So hat er Amnesty International vorgeworfen, sie würden zu „ethischen Säuberungen“ im Nahen Osten aufrufen, weil die Menschrechtsorganisation Ferienbuchungsportale kritisiert habe, weil diese Ferienwohnungen in den illegalen jüdischen Kolonien in den besetzten palästinensischen Gebieten zur Vermietung angeboten hätten.

Becker interpretierte diesen Aufruf als „die Vertreibung von Jüdinnen und Juden„, was ein „schockierender Skandal“ sei. Die israelischen Kolonien in den besetzten Gebieten sind nach Völkerrecht illegal. Becker stellt sich mit seiner Kritik also gegen geltendes Völkerrecht und schlägt sich damit auf die Seite des israelischen Besatzungsregimes.  Weiterlesen

Michael Blume – wer nichts wird, wird Antisemitismusbeauftragter

Ich quäle mich durch das verworrene Buch – Warum der Antisemitismus uns alle bedroht –  des Antisemitismusbeauftragten von Baden-Württemberg, Michael Blume, und möchte es eigentlich in den Papierkorb werfen. Die Antwort auf die im Titel gestellte Frage habe ich schon längst gefunden: Der Antisemitismus bedroht uns natürlich nicht, vielmehr bedrohen uns die Antisemitismusbeauftragten, die wie Pilze nach dem Regen aus dem Boden schießen und uns mit ihren Verschwörungsmythen langweilen.

Blume wollte offensichtlich die jahrhundertealte Frage beantworten und ist dabei kläglich gescheitert. Was quer durch das ganze Buch stört, ist seine impertinente Art statt „Juden“ immer wieder „Jüdinnen und Juden“ zu schreiben. Ich habe vergeblich gehofft er würde auch mal „Christinnen und Christen“ oder „Araberinnen und Araber“ erwähnen, aber vergeblich. Juden sind für ihn nur noch „Jüdinnen und Juden“. Das geht mit der Zeit auf den Geist, besonders wenn auf zwei Seiten siebenmal von „Jüdinnen und Juden“ die Rede ist. Das führt zu solchen Stilblüten wie „Juden und Nichtjüdinnen…Schulen und Journalistinnen, Richterinnen… Wissenschaftlerinnen…“ etc.  Weiterlesen

„Rotzfrecher Judenlümmel“

Broder nennt seinen Zwillingsbruder im Geiste, Benjamin Weinthal, einen „rotzfrechen Judenlümmel“. Wenn er in den Spiegel schaut, hat er einen weiteren „rotzfrechen Judenlümmel“ vor sich. Aber er sieht ihn nicht. Dabei hat er vollkommen Recht. Benjamin Weinthal ist genau das, was Broder von ihm behauptet und darüber hinaus ein übler Denunziant, und damit ist er nichts weniger als Broder selbst, der seit Jahren Juden und Nichtjuden denunziert, die es wagen, Israels Politik zu hinterfragen.

Broder behauptet, dass „der Denunziant ein Meister aus Deutschland“ sei. Hier beziehter sich zwar auf Paul Celan, der schrieb, dass der Tod ein Meister aus Deutschland sei, aber er ist sehr wohl auch ein Meister aus Israel, wo Denunzianten sogar in der Regierung sitzen und wo Soldaten, die Araber töten, nicht einmal vor Gericht gestellt werden. Man muss nur die Justizministerin Ajelet Shaked anschauen und weiß sofort, wie eine Denunziantin aussieht. Ein Gesicht, das nach „Faschismus“ duftet. Das ist tatsächlich der Name ihres Lieblingsparfums, für das Werbung zu machen, sie sich nicht geniert. Die ganze Regierung besteht im Grunde aus „rotzfrechen Judenlümmeln“ mit Benjamin Netanjahu an der Spitze, der rotzfrech behauptet, dass Israel nicht die Heimat der Palästinenser sei, die dort seit Generationen leben und immerhin nahezu 20 Prozent der israelischen Bevölkerung ausmachen. Es ist nicht lange her, da hat ein gewisser Adolf Hitler und sein Sprachrohr Joseph Goebbels behauptet, dass Deutschland nicht die Heimat der Juden sei, die dort schon seit Generationen lebten.  Weiterlesen

Henryk M. Broder – ein „Schmock“ oder Cherem (Bann-reif)?

Sehr geehrter Herr Broder,

du meinst darauf hoffen zu können, als erster Jude seit Baruch Spinoza mit einem Cherem belegt zu werden. Da kommst du aber mindestens 20 Jahre zu spät, denn schon vor mehr als 20 Jahren bin ich von den jüdischen Gemeinden, damals auch die Gemeinde in Frankfurt, mit einem Cherem belegt worden, weil ich es wagte, Israels Politik zu kritisieren. Tut mir leid, dass ich auch hier vor dir war, du „rotzfrecher Judenlümmel“. Du bist Jude und trotzdem ein Schmock. Du hast geschrieben ich hätte den „Adolf“ gemacht. Wann, wo, wie und weshalb?

Du bezichtigst die Autoren des Buches „Das Netzwerk der Neuen Rechten“  der Denunziation politisch Andersdenkender. Ist das ein Witz oder meinst du es ernst? Was tust du denn den ganzen langen Tag anderes, als Andersdenkende zu denunzieren, zu beleidigen, zu diffamieren und „fertig zu machen“? Jeder weiß doch, dass du jeden, der anderer Meinung ist als du, einen Verräter nennst, einen „koscheren Antisemiten“, einen selbsthassenden Juden und noch mehr.  Weiterlesen

Zionistischer McCarthyismus ante portas

Um in München ein Seminar für Friedensaktivisten mit Prof. Moshe Zuckermann zu verhindern, hat eine anonyme Gruppe, die sich „Münchner Bürger gegen Antisemitismus und Israelhass“ nennt, einen hasserfüllten Brief an die Wirtin der Gaststätte Rumpler verschickt, in der das Seminar stattfinden sollte, und an die Geschäftsführer der Augustiner Brauerei, der die Gaststätte gehört. Das Schreiben hat die Wirtin dermaßen verschreckt, dass sie die Raumreservierung sofort aufkündigte und die Besucher nicht rein ließ. Dem Veranstalter, Herrn Jürgen Jung, erklärte sie, dass sie sich besorgt um ihr Geschäft und ihre Mitarbeiter – genötigt sah, dem Druck nachzugeben. Gleichzeitig gab sie ihrer Verärgerung und Empörung über das Schreiben der „Münchner Bürger…“ Ausdruck.

Dieses denunziatorische Schreiben beginnt mit einem Rufmord. Prof. Moshe Zuckermann und ich werden als „umstritten“ verleumdet. Die Frage ist natürlich, bei wem wir umstritten sein sollen. Man beruft sich auf den umstrittenen Stadtratsbeschluss, wonach der angeblich „antisemitischen BDS-Bewegung“ keine Räume mehr zur Verfügung gestellt werden dürfen. Jeder, der sich sachkundig macht, weiß aber, dass die BDS-Bewegung mitnichten antisemitisch ist und dass sich diese Bewegung, der auch unzählige Juden und Israelis angehören, nicht rechtfertigen muss gegenüber den zionistischen Verleumdern und ihren deutschbefindlichen Gefolgsleuten. Das ist etwa so, als wenn du beschimpft wirst: „Deine Schwester ist eine Hure“, und du hast gar keine Schwester. Wenn du darauf aufmerksam machst, verlangen die Diffamierer „Beweise“ dafür. Wie soll die BDS-Bewegung „beweisen“, dass sie nicht antisemitisch ist, zumal sie sich ausdrücklich „gegen jeden Antisemitismus“ positioniert?!  Weiterlesen

Vier Tage Ordnungshaft wegen zweier Emails an Broder

Mein lieber Henryk M. Broder,

jetzt kannst du einen Orgasmus genießen, falls du noch einen bekommst. Das Landgericht Berlin hat mich tatsächlich zu vier Tagen Haft verurteilt, weil ich dir zwei Mails geschickt habe, ohne dass eine „ausdrückliche Genehmigung“ von dir vorlag. Der Hauptmann von Köpenick lacht sich tot und ich warte auf den Dramatiker, der daraus eine Komödie macht.

Ich habe dir eine Information über mein Buch DIE ANTISEMITENMACHER verschickt, weil du doch permanent behauptest, dass du der alleinige und einzige Antisemitismus-Experte in diesem Land bist. Ich wollte dir kein Buch verkaufen, sondern dich nur über ein neues Buch über Antisemitismus informieren, zumal ich mich in einem ganzen Kapitel mit dir beschäftige. Du bist aber mit meiner Mail sofort zu deinem Anwalt gerannt und zusammen habt ihr überlegt, wie man darauf antwortet. Wer von euch kam denn auf die glorreiche, Idee daraus Werbung zu machen und da das Verschicken von elektronischer Werbung verboten ist, gleich eine Abmahnung zu erlassen und 1000 Euro von mir zu verlangen?  Weiterlesen

Cem Özdemir – ein Wolf in Schafspelz – ein Rassist, der sich als Menschenfreund gibt

Zufällig fand ich bei facebook die Rede von Cem Özdemir, die er am 5. Juli 2018 vor einem jüdischen Publikum gehalten hat. Er spricht sich in aller Öffentlichkeit für die Kriegsverbrechen Israels aus. Er findet, dass Israel mit dem Töten von Palästinensern richtig handelt und rechtfertigt in seiner Rede die Vertreibung der Palästinenser. Da bin ich aber froh, diese Rede noch rechtzeitig gefunden zu haben. Sie sorgt jetzt dafür, dass ich bei den Europawahlen auf gar keinen Fall die Grünen wähle, und ich werde auch alle meine Freunde und Bekannten überzeugen, dass man solch eine verlogene und verkommene Partei sowie solch zynische Politiker wie diesen Deutsch-Türken nicht wählt kann. Scheinbar ist Özdemirs großes Vorbild der unsägliche und heuchlerische Fischer, der durch seinen Auschwitz-Vergleich zum Kriegseintritt gegen Serbien wesentliches beigetragen hat. Für mich sind die Grünen die Kriegspartei schlechthin.

Legen Sie mir das „Deutsch-Türke“ nicht als Rassismus aus. Ich bin Israeli und Deutscher schon seit 61 Jahren und dennoch bin ich kein „Deutscher“, obwohl ich mich hier sehr wohl fühle und in der deutschen Kultur und Geschichte zuhause bin. Dennoch kann ich nicht vollkommen frei und unbeschwert sagen, dass ich Deutscher bin, obwohl ich inzwischen lieber in Deutschland als in Israel lebe. In meinen Bekenntnis zu Deutschland bleibt immer ein Rest Reserviertheit zu sagen, dass man Deutscher ist, wo doch die Wurzeln ganz woanders liegen. Ich bin fest davon überzeugt, dass es Cem Özdemir genauso geht, und das ist gut so. Schlecht ist freilich, dass er sich zu deutschen Werten wie z. B. dem Grundgesetz bekennt, aber es leider nicht befolgt.  Weiterlesen