Antisemitismus oder das Müller-Milch-Syndrom

Bei uns Juden erzählt man folgende Geschichte: Ein Mann beleidigt einen anderen und sagt zu ihm, deine Schwester ist eine Hure. Der Beleidigte antwortet, ich habe keine Schwester. Darauf der dumme aggressive Beleidiger, macht nichts, sie ist trotzdem eine Nutte.

So verhält es sich im Antisemitismus- und Nahostdiskurs. Da kann man sagen was man will, man ist trotzdem Antisemit, auch wenn man Jude, Israeli oder gar orthodoxer Jude ist. Von Nichtjuden ganz zu schweigen, sie sind schon deshalb Antisemiten, weil sie keine Philosemiten sind. Neutral sein gilt nicht, weder bei den Zionisten noch bei den Antizionisten. Antizionisten sind per se Antisemiten und Zionisten sind die echten und einzigen Juden, die von Israelfans akzeptiert werden. Für sie ist alles, was nicht von der israelischen Hasbara kommt, antisemitisch, oder was?

Die BILD und die übrige Springer-Presse stehen ohne Wenn und Aber hinter Israels Politik, und israelischen Politikern, auch wenn diese stolze Faschisten sind. Ajelet Shaked, Israels noch Justizministerin, warb bei den letzten Wahlen mit einem Parfüm, welches FASCHISM hieß und sie meinte, für sie ist Faschismus Demokratie. Tatsächlich wird aber umgekehrt ein Schuh daraus: Die israelische Demokratie ist wie Faschismus. 

All das wird von großen Teilen der deutschen Presse verteidigt und für gut befunden. Nicht nur von BILD und WELT, sondern auch von der Süddeutschen Zeitung (SZ) und anderen. Da behaupten philosemitische Journalisten, die nicht wissen, dass Philosemitismus die Kehrseite von Antisemitismus ist, beides also dasselbe, dass sie Israel verteidigen wollen und wissen offensichtlich nicht, dass Israel deren philosemitisch-antisemitische Verteidigung gar nicht benötigt, weil solche Verteidigung, wie kürzlich wieder durch Hubert Wetzel, den Antisemitismus macht.

Der Intendant des WDR ist von der Jüdischen Allgemeinen diffamiert worden, ein Antisemit zu sein, weil er behauptet hat, dass die israelische Politik sich zum Büttel der Amerikaner beziehungsweise von Donald Trump macht, als sie zwei amerikanische Kongressabgeordnete nicht ins Land einreisen ließ mit der Behauptung, sie seien antisemitisch. Es ist sehr leicht, heute ein Antisemit zu werden. Früher konnte man zwar auch leicht Antisemit sein, aber man musste schon einiges dafür tun, Juden schlagen, jüdische Geschäfte zertrümmern oder Versammlungen von Juden sprengen. Heute reicht es, Israels Politik zu kritisieren und schon ist man Antisemit. Und wenn heute WDR-Intendanten beleidigt und als Antisemiten diffamiert werden, dann sind sie natürlich selbst schuld, weil sie es nicht wagten, die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Schutz zu nehmen vor durchgeknallten jüdischen Funktionären oder feigen Bankdirektoren oder feigen Journalisten, die ihre Karriere auf Kosten von mutigen Juden machen wollen.

Hubert Wetzel von der SZ ist so einer, der immer an vorderster Front marschiert, wenn es darum geht, Palästinenser zu beleidigen und jüdischen Mob zu verteidigen. Er behauptet wieder und immer wieder, dass die BDS-Bewegung antisemitisch sei und beruft sich diesmal auf den Deutschen Bundestag, der zu seiner Schande, festgestellt hat, dass BDS antisemitisch sei. Wetzel meint, dass die BDS-Anhänger Israel ruinieren und zu einer anderen Politik zwingen wollen. Wie dumm und unwissend muss man denn sein, um solch einen Schwachsinn zu schreiben. Natürlich will BDS Israel zu einer anderen Politik zwingen. Was ist denn daran antisemitisch? Der Boykott Südafrikas wollte auch Südafrika zu einer anderen Politik zwingen und die Apartheid beseitigen.

BDS will eine andere Apartheid beseitigen. BDS ist nicht rassistisch, also gegen Juden an sich gerichtet, will Israel nicht „ruinieren“, sondern agiert gegen die Politik eines Staates, der Menschen- und Völkerrecht mit Füssen tritt. BDS kämpft für die Rechte der Palästinenser und das vollkommen zu Recht. Aber die BDS-Führung kann noch so oft behaupten, dass sie nicht gegen, sondern für etwas kämpft, fanatische und einseitige Funktionäre und dumme Journalisten werden immer wieder sagen: Deine Schwester ist eine Nutte – BDS ist antisemitisch. Hunderte israelische und jüdische Intellektuelle aus der ganzen Welt haben den Beschluss des Bundestages verurteilt, aber das gilt für eingefleischte Zionisten von der Israel-Lobby nicht. Wetzel von der SZ ignoriert das. Er glaubt lieber an Fakenews, an Lügen und Propaganda der israelischen Hasbara, als den vielen Intellektuellen, deren Namen alle bekannt sind.

Hasbara bedeutet auf Deutsch Erklärung. Als ein israelischer Botschafter in den USA einmal gebeten wurde das Wort „Hasbara“ zu erklären, sagte er: „Hasbara bedeutet die Wahrheit sagen.“ Und so denkt offensichtlich auch die ganze Springer-Presse und Journalisten wie Hubert Wetzel. Das Hasbara-Ministerium verfügt über ein Propagandaetat von mehr als hundert Millionen Dollar. Der Beschluss des Bundestages beruht auf falschen Annahmen und Lügen, die offensichtlich im israelischen Hasbara-Ministerium ausgearbeitet wurden. Dass die Abgeordneten bedenkenlos diesen Beschluss abgenickt haben, ohne sich mit den Zielen der BDS-Bewegung wirklich zu beschäftigen, zeigt nur, wie tief die deutsche Demokratie gesunken und wie sehr sie mit der verbrecherischen Politik Israels verbunden ist. Dieses Mitläufertum kennen wir ja aus vergangenen Zeiten. Dass die Springerpresse das kritiklos übernimmt, ist kein Wunder, denn Axel Springer hat seine Journalisten verpflichtet, Israel ohne Wenn und Aber beizustehen und Israels völkerrechtswidrige Politik zu ignorieren. Warum die SZ das macht, bleibt mir schleierhaft, denn einst war ja die SZ eine gute Zeitung. Heute trägt sie das Label „Prantl-Prawda“ zu Recht.

Heute wurde der Intendant des WDR als Antisemit verleumdet, gestern war es der Direktor des Jüdischen Museums und morgen wird es jeder von uns sein, der es wagen würde, Israels Politik zu kritisieren. Dabei gehen den philosemitischen Agitatoren die Argumente verloren. Man bekommt fast schon Schnappatmung, wenn der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein einen jüdisch-israelischen Propagandisten und Agitator, von Arye Sharuz Shalicar, finanziert, der tatsächlich die Situation der Juden in Deutschland von heute mit der Verfolgung von 1936 vergleicht. Infamer gehts nicht. Aber das ist noch nicht einmal der Skandal. Der wahre Skandal liegt darin, dass Journalisten wie Hubert Wetzel dazu schweigen und sich mit Themen beschäftigen, von denen sie keine Ahnung haben. Wäre es nicht besser, Wetzel würde sich mit Meinungsfreiheit in Deutschland beschäftigen und damit, dass BDS fair und vorurteilsfrei beurteilt wird.

Es ist nicht alles antisemitisch, auch wenn es sich um Kritik an Israels Politik handelt. Und Kritik an Israel ist nicht schon deshalb antisemitisch, weil es den Begriff „Israelkritik“ gibt, nicht aber „Frankreich- oder Hollandkritik.“ Es ist endlich an der Zeit, dass sich Journalisten, Professoren und andere Vertreter der Israel-Lobby mit Inhalten beschäftigen und nicht mit Schlagworten. Und wenn Wetzel und seine Kollegen von der BILD oder der WELT ein Thema fehlt, dann sollten sie doch recherchieren und kommentieren, was Rabbi Eliezer Kashtiel meinte, als er seinen Soldaten in der Militärakademie sagte: Come be my slave- Die Presse meinte, dass er damit sagen wollte, dass die Palästinenser die Sklaven der Juden sein sollen, so wie die Juden einmal die Sklaven der Ägypter waren. Auf die Frage von entsetzen israelischen Journalisten meinte er: „Yes, we are racists, of course we are.“ „Ja, wir sind Rassisten, natürlich sind wir das.“

Und wie lange noch will Israel so weiter machen? Zumindest solange Teile der deutschen Presse und zynische Journalisten wie Hubert Wetzel und, und, und, solche Vorkommnisse ignorieren und verschweigen werden. Solange naive Minister wie Heiko Maas und sogar die Bundeskanzlerin behaupten werden, dass Deutschland und Israel die gleichen Werte haben. Solange die Netanjahus in Israels Politik sich auf die Unterstützung der feigen und verlogenen deutschen Politik verlassen können, solange wird sich nichts ändern.

2 Gedanken zu „Antisemitismus oder das Müller-Milch-Syndrom

  1. Schon lange bewundere ich Abi Melzer für seinen Mut und sein Wissen.
    Er ist ein wahrer Aufklärer und hat mir durch seine Meinung und durch
    seine Hintergrundinformationen geholfen, viele Zweifel zum Thema
    Israel, Juden und Antisemitismus auszuräumen.

  2. Die Behauptung, Deutschland habe die gleichen Werte wie Israel, wie unsere Israellobbyisten in Regierung und Parlament sprachlich täglich vor sich herkotzen,
    ist ein Produkt der histor. Tatsache, dass die BRD ihre Nazi-Vergangenheit
    wegtuschieren möchte, denn schließlich wurde diese Republik mehrheitlich
    von blutbeschmierten Nazis aufgebaut, primär aus CDU/CSU u. FDP.
    Bei CDU/CSU bezeichnete man sich zur Wählertäuschung als „christlich“; es hätte richtigerweise „nazistisch“ heißen müssen. Demokratisch waren sie ebenfalls nicht, denn dieses Nazi-Gesocks hatte überhaupt keine Kenntnisse von „Demokratie“! Woher auch als Nachfolger des Dritten Reiches!?
    Das deutsche Volk wurde mit der Gründung der BRD genauso politisch
    missbraucht getäuscht, belogen und hypnotisiert wie im Dritten Reich!
    So wie gleichermaßen mit der vergewaltigten Übernahme der damiligen DDR!
    Gleiche Werte? Die möchte ich mal aufgezählt haben! Ich sehe nur gleiche
    Werte insofern, dass das deutsche Volk, vielmehr seine kriminellen Schurken
    in der Politik, nach der massenhaften, barbar. Vernichtung unseres jüd.
    Volkes inzwischen schon wieder an einem schleichenden Völkermord
    beteiligt sind: dem des zionist. Israels an den Palästinensern!!
    Auch als jüd. Deutsche müssen wir diese Politik massiv bekämpfe!.
    Und wenn aktuell Josef Schuster vom Zentralrat davor warnt, die AfD
    zu wählen, weil sie rechtsradikal und „völkisch“ sei, dann frage ich diesen
    Demagogen und Heuchler: Ist Dir die rechtsradikal-faschist. Mentalität des zionist.
    Staates Israel immer noch nicht bewußt? Und nicht aufgefallen, dass Dein
    zionist.Staat Israel der Juden nur für Juden völkisch ist? Demnach ein Nazi-
    Regime?

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