Der Judenreferent

In welchem Deutschland leben wir, wenn unmittelbar nach der Entscheidung des Deutschen Bundestages der widerliche Antisemitismus-Beauftragte, der Judenreferent, von Hessen öffentlich dazu aufruft, der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ die Gemeinnützigkeit zu entziehen? Juden scheint es also verboten zu sein, sich für Frieden einzusetzen.

Ich frage mich, was Uwe Becker antreibt, sich so radikal gegen eine jüdische Gruppe zu stellen. Waren seine Eltern und Großeltern vielleicht Nazis? Haben sie vielleicht geholfen, Juden zu ermorden, vielleicht auch meine Familie? Was treibt ihn an, Israels Kolonialismus und Israels Verbrechen gegen das Völkerrecht zu legitimieren? Will er damit die Verbrechen seiner Eltern und Großeltern damit auch legitimieren?

Und Sie alle schweigen dazu? Reicht es nicht, was die Nazis den Juden angetan haben? Wollen Sie jetzt zusehen, was den Palästinensern angetan wird und schweigen dazu? 

Als Jude und Deutscher schäme ich mich für einen Bundestag, der das Grundgesetz, das er gerade vor zwei Tagen gefeiert hat, so unverschämt verletzt. Sie schreien alle Antisemitismus, Antisemitismus und dabei sorgen Sie mit solchen Beschlüssen dafür, dass der Antisemitismus wächst und gedeiht. Angeblich demokratische Parteien verbünden sich mit rechtsradikalen Populisten, die so tun, als ob sie Juden schützen wollen, als ob sie sich mit Juden solidarisieren wollen. Bisher war das das Vorrecht der Antideutschen, von denen wir wissen woher sie kommen und was sie wollen.

In letzter Zeit wollen auch die bürgerlichen Parteien der Mitte uns Juden beschützen und sich mit Israel solidarisieren. Wie sagte uns Schulsprecher Maas: Wir teilen mit Israel die gleichen Werte. Welche Werte denn? Seine Freundin, die ehemalige Justizministerin Ajelet Shaked machte Wahlkampf mit einem Parfüm, welcher FASCHISMUS hier, und sie meinte dazu: Es riecht wie Demokratie. Ja, da hat sie nicht einmal gelogen, aber umgekehrt wird ein Schuh daraus, die israelische Demokratie riecht nach Faschismus.

Und es bleibt Ihnen unbenommen zu glauben, dass ich ein Antisemit bin. Heute ist doch fast jeder ein Antisemit. Sie alle doch auch. Oder etwa nicht? Heute ist es sehr leicht, Antisemit zu sein. Es reicht Israels völkerrechtswidrige Politik im Namen des Völkerrechts zu kritisieren und schon ist man ein Antisemit. Es reicht die notwendige BDS-Bewegung, durch die die Palästinenser ihre Rechte, Würde und Freiheit verlangen, für rechtmäßig zu halten, und schon ist man ein Antisemit. Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben schon vergessen, was sie zwei Tage vorher zum Grundgesetz gesagt haben.

Es ist ein Schande Abgeordnete zu haben, die keine Zivilcourage besitzen, die Recht und Gesetz und vor allem Moral und Anstand für ein Linsengericht verkaufen. Oder bekommen Sie mehr als einen warmen Händedruck vom israelischen Botschafter?

Es ist eine Schande und es erinnert mich an andere Schandtaten, die das deutsche Parlament begangen hat, auch wenn diese schon viele Jahrzehnte zurückliegen.

Wenn die Deutschen einen brauchen, der ihnen Schuldgefühle ausredet oder ihnen versichert, dass hinter Nazis eigentlich Kommunisten stecken, dann nahmen sie früher gerne Michael Wolffsohn als Kronzeugen. Heute nehmen sie die verschiedenen Judenreferenten, die wie Pilze aus dem Boden schießen. Am heftigsten drängt sich Uwe Becker in den Vordergrund.

Bei den Nazis haben die Judenreferenten Juden nach Auschwitz verschickt. Heute wollen sie die Juden ins unheilige Land verschicken. Früher haben die Nazis mit den Zionisten zusammengearbeitet und heute arbeiten die Zionisten mit dem Deutschen Bundestag zusammen.

Es ist schon bizarr und absurd wenn ein Judenreferent einer Bank ein Gutachten ausstellen soll, ob die „Jüdische Stimme“ antisemitisch sei. Und ebenso absurd ist es, wenn eine Richterin in Deutschland auf Antrag einer jüdischen Funktionärin entscheiden soll, ob ich ein Antisemit bin oder nicht.

Deutschland 2019, mir graust vor dir. Antisemiten unterstützen Israel und Israel unterstützt Antisemiten.

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