Solidarität mit Israel – die Kriminalisierung der Gerechtigkeit durch den Bundestag

Es sind erst zwei, drei Jahrzehnte vergangen, dass der Eiserne Vorhang gefallen ist und wir alle geglaubt haben, dass ein neues, friedliches und gerechteres Zeitalter beginnt. Wir haben uns alle geirrt. Das Gute blieb ein Traum und das Böse übernimmt überall die Macht. In Brasilien, in den USA, in Polen, Ungarn und Russland sowie in Israel. Deutschland wird auch nicht verschont, aber hier ist es nicht das Böse, sondern das schlechte Gewissen und die Dummheit, die sich immer mehr verbreiten und nachdem sie Städte und Gemeinden vergiftet haben, haben sie nun auch das deutsche Parlament, den Bundestag, mit Blindheit geschlagen und die Abgeordneten zu einem Beschluss verführt oder vielleicht sogar gezwungen, der gegen ihren Willen war. Nicht wenige sagten, dass sie dagegen sind, obwohl sie dafür gestimmt haben.

Es sind erst zwei, drei Tage vergangen, dass der Bundestag in einer Sondersitzung den 70. Geburtstag des Grundgesetzes gefeiert hat. Wie hatte man da die verschiedenen Paragrafen gelobt und gefeiert, besonders § 1 und §5, wo es um die Würde des Menschen und um seine Meinungsfreiheit geht. Kaum sind drei Tage vergangen und dieses Grundgesetz, und besonders diese genannten Paragrafen, wurden mit braunen Stiefeln in den Boden gestampft. Wir erlebten ein feiges, opportunistisches und antidemokratisches Parlament, das sich nicht schämte, Meinungsfreiheit zu verbieten und den Einsatz von Millionen Menschen für Gerechtigkeit zu kriminalisieren. Da wurden schlicht und einfach noch vorhandene Schuldgefühle zynisch manipuliert. Dabei hat doch schon der erste deutsche Bundespräsident Heuss richtig gesagt, dass die nachfolgenden Generationen keine Schuld haben, und keine Schuldgefühle haben dürfen, sondern Schamgefühle. 

Das scheinen aber die heutigen Mitglieder des deutschen Parlaments längst vergessen zu haben. Sie haben keine Schuldgefühle und keine Schamgefühle mehr. Sie schämen sich nicht einen gemeinsamen Beschluss zu fassen, bei dem die Väter des Grundgesetzes in ihrem Grab sicherlich rotieren.  Ein ekelhafter und verlogener Beschluss, bei dem alle demokratischen Parteien sich sogar mit der AfD verbrüdert haben, um es den Palästinensern wieder einmal zu zeigen. Das Parlament ist immer noch antisemitisch, aber diesmal gegen andere Semiten, gegen die Palästinensern, an deren Unglück Deutschland und Deutsche nicht unschuldig sind.

Und weil sich deutsche Parlamentarier nicht schämen können oder vielleicht auch nicht schämen wollen, müssen wir Juden, von Daniel Barenboim bis Moshe Zuckermann uns schämen, auf die Gefahr hin, dass uns deutsche Parlamentarier und diverse Berufsjuden als Antisemiten verleumden. Und wer glaubt, dass wir es tun, weil wir Israel hassen, weil wir Juden hassen, weil wir Antisemiten sind, den möchte ich an Thomas Mann und seinem Bruder Heinrich Mann erinnern (und natürlich viele andere mehr), die die Nazis hassten, aber Deutschland liebten. So darf ich von mir und vielen anderen Juden und Israelis behaupten, dass wir Netanjahus und Trumps Politik hassen, aber das Land Israel/Palästina lieben.

Da kann man zwar lachen, aber eigentlich ist es zum Weinen. Was ist aus unseren Hoffnungen und Träumen geworden, wenn wir von einem Parlament regiert werden, das opportunistisch entscheidet und das Recht kriminalisiert. Was ist denn los in diesem Land, wenn jüdische Funktionäre und diverse Berufsjuden, andere Juden, die anderer Meinung sind in Bezug auf die israelische Politik, als „berüchtigte Antisemiten“ oder gar als „Terroristen“ bezeichnen und der Hofjude des Springerkonzerns mich nicht nur als einen „koscheren“ Antisemiten bezeichnen kann, sondern, weil das nicht reicht, mich auch noch mit Hitler vergleichen darf, ohne dass die Öffentlichkeit, vor allem die Presse, protestiert. Solche Vergleiche hätte seinerzeit nicht einmal der Stürmer gewagt. Und koschere, aber selbstgerechte und ein wenig verblödete zionistische Historiker, die die jüdische Geschichte nach zionistischer Ideologie und Vorgaben vom israelischen Propagandaministeriums betreiben, beleidigen das Parlament, weil es „aus rein taktischen Gründen“ das Grundgesetz kriminalisiert hat. Es hätte besser aus Liebe zu Israel zustimmen sollen, wo wir doch mit Israel die gleichen moralischen Werte teilen. Ich frage mich welche Werte das sein sollen. Sollen wir eine israelische Justizministerin lieben, die Werbung mit einem Parfüm macht, das „Faschismus“ heißt und sie dazu sagt: „Für mich riecht es wie Demokratie!“

Soweit sind wir nach der letzten Debatte im Bundestag inzwischen auch schon. Auch unsere Demokratie duftet übel nach Opportunismus und Mangel an Zivilcourage. Denke ich an Deutschland in der Nacht, dann werde ich um den Schlaf gebracht. Menschen, und ganz besonders Juden, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen, werden kriminalisiert, als Terroristen und Antisemiten diskreditiert und verleumdet und nicht nur die Politik, die Kirche und die Gewerkschaften schweigen, sie machen sogar noch mit. Vor allem ist es verstörend, dass die Presse, deren Aufgabe es ist, die Demokratie zu kontrollieren und zu schützen, ebenfalls schweigt und sogar noch Öl ins Feuer gießt, indem sie den gleichen Unsinn schreibt, den manche Abgeordnete von sich geben.

Keiner reagiert, wenn ein arroganter, selbstgerechter und dummer jüdische Geschichtsprofessor von 3000 Jahre jüdischer Verfolgungsgeschichte spricht und meint, dass der Staat Israel eine „Lebensversicherung für alle Juden weltweit“ sei. Millionen von Juden legen keinen Wert auf eine solche Lebensversicherung, die fortlaufend Kriege produziert und ein ganzes Volk unterdrückt und quält. Und im Übrigen werden Juden nicht seit 3000 Jahren verfolgt. Wenn überhaupt, dann sind es gerade einmal 800 Jahre und selbst diese Zahl stimmt nicht, denn die Verfolgung der Juden, weil sie Juden waren, begann zwar mit den Kreuzzügen, aber sie herrschte nicht ununterbrochen, sondern wurde von langen friedlichen Perioden unterbrochen. Davor gab es zum Beispiel in Spanien ein „Goldenes Zeitalter“ von ca. 500 Jahren, in dem Juden, Moslems und Christen in Andalusien friedlich miteinander gelebt haben und auch im Reich Karls des Großen gab es keine Judenverfolgungen.

Dieser jüdische Bundeswehrhistoriker wird sich politisch nicht ändern, und da er offensichtlich ein Problem hat, als gediegener Historiker in der Zunft ernst genommen zu werden, bedient er sich der Stammtisch-Provokation. Er schreibt: „Wer Juden diese Existenzsicherheit verweigert, ist ein Antisemit.“ Jeder halbwegs gebildete und anständige Mensch weiß aber, dass das Unsinn ist. Antisemit ist, wer Juden hasst, weil sie Juden sind und nicht wer Israel als Staat bekämpft, weil dieser ihm seine Grundrechte wie Freiheit und Gleichheit verweigert, und erst recht nicht, wer Israels Politik kritisiert. Nicht alle Juden sind Israelis und nicht alle Israelis sind Juden. Man kann also Israels Politik kritisieren, ohne „alle Juden weltweit“ damit zu meinen. Und Israels Politik gibt uns täglich neue Gründe sie zu kritisieren. Man braucht da nur die Zeitung zu lesen und die Nachrichten zu sehen. Und wenn ich von Zeitung schreibe, dann meine ich israelische Zeitungen und nicht die „antisemitische“ Presse in Deutschland.

Es ist eine Schande wie jüdische Funktionäre und Berufsjuden versuchen, die Geschichte zu fälschen und uns alle zu manipulieren. Es ist nicht wahr, dass die Palästinenser den Krieg 1948/1949 begonnen haben. Der Krieg begann schon mit dem ersten Zionistenkongress in Basel, 1897, als die Parole ausgegeben wurde: Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land. Das war nichts anderes als eine Kriegserklärung gegen das palästinensische Volk, das damals in Palästina lebte, und es war eine ungeheuerliche Lüge, die leider heute noch lebt und von Zionisten verbreitet wird. Leider wird diese Lüge auch noch von vielen unbeteiligten Menschen und sogar von Abgeordneten des Bundestages geglaubt.

Ich habe einmal einen Juden gekannt, der es bedauert hat, dass er nicht Mitglied der NSDAP werden konnte, weil er Jude war. Nun ja, es gibt auch dumme und unbelehrbare Juden. Heute lobt ein jüdischer Geschichtsprofessor die AfD, weil sie eine proisraelische Linie hat. Ja, die Dummen und die Dummheit sterben nicht aus. Loben tut dieser Schmock die FDP, die seiner Meinung nach „eindeutig proisraelisch und damit ungebrochen projüdisch“ ist. Dabei sind große Teile des orthodoxen Judentums gegen den zionistischen Staat Israel, weil sie der Meinung sind, dass es kein jüdischer Staat ist. Nur naive Antisemiten, von denen es leider genug gibt und die sich Philosemiten, Antideutsche und Christen für Israel nennen, glauben, dass Zionismus und Judentum dasselbe sind.

Besonders bizarr und lächerlich wird es, wenn man den anderen Fraktionen CDU/CSU, SPD und GRÜNEN vorwirft, sie hätten sich dem FDP-Vorstoß „aus rein taktischen Gründen“ angeschlossen. Als ob es in der Politik je um etwas anderes geht, als um taktische Gründe. Aber den Zionisten genügen taktische Gründe offensichtlich nicht. Sie verlangen absolute Ergebenheit. Sie beleidigen einen ehrlichen, vernünftigen und aufrechten Politiker wie Norbert Röttgen, behaupten, dass er „mehrfach gescheitert“ ist und deshalb in die „Außenpolitik abgeschoben“ wurde, weil er offensichtlich das gesagt hat, was gesagt werden musste.

Und natürlich freut sich die zionistische Fraktion über die Linken und besonders über deren Speerspitze, der nichtjüdischen Zionistin Petra Pau, deren Parfüm vielleicht auch so übel riecht, wie das Parfüm von Ajelet Shaked, der früheren israelischen Justizministerin, die stolz darauf ist, eine Rassistin zu sein. Interessant wer hier zusammengeht. Eine deutsche Linke und eine radikal-nationale israelische Rechte. Es wächst zusammen was zusammengehört. Warten wir ab was für eine Schlangenbrut daraus wird.

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