Satire darf alles!

Das „Haus der Karikaturen“ hat zu einem Karikaturen-Wettbewerb zum Thema Holocaust aufgerufen., wie das „Handelsblatt“ vom 25. Februar meldet. Unter den Berliner Parteien herrscht helle Empörung. Harte Konsequenzen werden gefordert.

Der Israellobbyist und Grünen-Abgeordnete Volker Beck forderte: „Der Wettbewerb des Iranischen Regimes ist ein Aufruf zum Judenhass und zu ihrer Vernichtung. Daher muss er auch als solcher mit aller Konsequenz behandelt werden. Deutsche und Europäische Zeichner, die sich daran beteiligen und den Holocaust leugnen, müssen deshalb auch mit der notwendigen und möglichen Härte der geltenden Strafgesetze verfolgt werden.“

Waren Sie, sehr geehrter Herr Beck, nicht auch unter denjenigen, die noch vor einem Monat laut gerufen haben: SATIRE DARF ALLES!

Offensichtlich doch nicht alles. Juden beleidigen darf Satire nicht. Nur den Islam beleidigen, das darf Satire immer.

Und woher nehmen Sie die absurde Information, dass es sich um „ein(en) Aufruf zum Judenhass und zu ihrer Vernichtung“ handelt?

Waren die Mohamed-Karikaturen vielleicht auch ein Aufruf zum Hass und Vernichtung der Muslime?

Für mich als Juden ist das, was Sie tun purer Antisemitismus. Sie stellen die Juden wieder als etwas Besonderes und damit abseits der Gesellschaft dar. Solche Beschützer wie Sie brauchen wir Juden nicht. Wir können uns schon selbst schützen.

Ein antisemitisches Machwerk

Ein Zeichentrickfilm, den die radikalen Siedler auf YouTube und Facebook gestellt haben, erregt die Teilnehmer im Netz. Im Film wird eine Figur gezeigt, die „Herr Stürmer“ heißt, ein Hinweis auf die antisemitische Zeitschrift von Julius Streicher, die im Dritten Reich erschienen ist, die einen Juden mit Hakennase gebraucht, um Lügen gegen die israelische Armee und Israel allgemein zu verbreiten. Für jede einzelne Lüge wird „der Jude“, der die israelische Linke darstellen soll, mit Goldmünzen entlohnt. Schließlich fragt der „Linke“ Herrn „Stürmer“ was er noch bringen soll, und dieser antwortet, jetzt soll er sich um sich selbst kümmern. Der linke Jude hat keine andere Wahl und gehorcht. Er bringt sich um.

Am Ende werden die Symbole der linken Organisationen gezeigt, wie „Frieden jetzt“, „B’Tselem“, „Gush Shalom“, „Machsom Watsch“ und andere. Dazu der Kommentar: Die Europäer scheinen euch heute vielleicht anders, aber ihr scheint für die Europäer immer noch dieselben zu sein.  Weiterlesen →

„Zionistisches“ Urteil in Essen, ein rechtsstaatliches dagegen in Wuppertal

Wenn Palästinenser oder Muslime vor deutschen Gerichten angeklagt werden, hängt das Urteil oft vom Einfluss gewisser Lobbyisten ab. Die Amtsrichterin in Essen hat mit ihrem Urteil gegen Taylan C. zu Beginn des Jahres 2015 mitnichten bewiesen, dass sie Zivilcourage Courage besitzt, sondern lediglich, dass sie von der zionistischen Propaganda solcher Zionisten wie Nathan Gelbart vermutlich beeinflusst wurde und offensichtlich einer massive Gehirnwäsche unterzogen worden ist.

Zu behaupten, dass „Zionist“ nur ein Codewort für „Jude“ sei, wie im Urteil behauptet und wie es auf Wikipedia vorgegeben zu lesen ist, zeigt, wie weit die Unabhängigkeit der Justiz in Deutschland in Sachen von Gräueltaten der israelischen Besatzungsmacht schon erodiert ist, wenn es gegen Muslime geht. Der Anwalt des Beschuldigten sollte schon aufgrund dieser Tatsache Einspruch gegen dieses Urteil einlegen.   Weiterlesen →

Wider das Verbot einer Nahost-Vortragsreihe an der VHS in Neuss

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Napp, 

die Mitglieder der Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost haben mit Erstaunen die Ereignisse in Neuss zur Kenntnis genommen. Besonders überrascht sind wir, da die Stadt Neuss bereits im Herbst 2013 das Thema „Nahost“ aufgegriffen hat und, wie im Flyer der Volkshochschule zu lesen ist, bereits auf großem Zuspruch stieß. Umso mehr verstehen wir nicht Ihre Entscheidung. Besonders beschämend fanden wir die Einmischung der Jüdischen Gemeinde in Düsseldorf und deren Druck, die Veranstaltungsreihe abzubrechen.

Die Mitglieder der Jüdischen Stimme sind deutsche Juden und Israelis, die in Deutschland wohnen. Wir sehen in der Absetzung der Vortragsreihe aber vor allem einen Verstoß gegen den Geist des Grundgesetzes, in dem ausdrücklich Gleichheit und Freiheit für alle garantiert wird und auch ganz besonders auf die Meinungsfreiheit verwiesen wird. Weiterlesen →

Ein „koscherer Antisemit“?

Broder weiß  zu unterscheiden zwischen einem „lupenreinen Antisemiten“ (Inge Höger), einem „glühenden Antisemiten“ (Jürgen Elsässer), einem „ewigen Antisemiten“ (Jürgen Totenhöfer) und noch andere Arten von Antisemiten, denen  man nicht jeden Tag begegnet. Besonders hat er es mit jüdischen Israelkritiker gehabt, die er „jüdische Selbsthasser“ und, wie ich jetzt durch das linke Ratsmitglied im Rathaus von Neuss, Roland Sperling, erfahren habe, wohl auch „koschere Antisemiten“ nannte. Sperling, der Anwalt ist und das scheinbar gerne betont, schrieb mir:

„Sehr geehrter Herr Melzer,

in Sachen Antisemitismus brauche ich von Ihnen keine Belehrungen. Dank Henryk M. Broder und Micha Brumlik ist mir auch das Phänomen eines „koscheren Antisemiten“ bekannt.

Mit freundlichen Grüßen, Roland Sperling.“  

Ich habe mir erlaubt zu antworten: „Na, dann bin ich ja beruhigt. Da haben ja Broder und Brumlik ganze Arbeit geleistet. Ihr koscherer Antisemit.“  Weiterlesen →

Meinungsfreiheit ohne Grenzen

Broder schreibt: „Die Kairoer Erklärung fußt vom ersten bis zum letzten Absatz auf der Scharia und stellt fest, diese sei die “einzig zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung”, das Recht auf freie Meinungsäußerung etwa gilt nur insoweit, wie es nicht die Grundsätze der Scharia verletzt. Es sei verboten, “die Heiligkeit und Würde der Propheten zu verletzen, die moralischen und ethischen Werte auszuhöhlen und die Gesellschaft zu entzweien, sie zu korrumpieren, ihr zu schaden oder ihren Glauben zu schwächen”.

Das ist genau das, was auch Broder in Bezug auf Israel und Zionismus sagt. Das Recht auf freie Meinungsäußerung etwa gilt für ihn nur und insoweit, wie es nicht die Grundsätze des Zionismus und der zionistischen Propaganda verletzt. Ansonsten sei es verboten die Heiligkeit und Würde des Zionismus und der zionistischen Propheten zu verletzen, die moralischen und ethischen Werte des Zionismus anzuzweifeln und die Gesellschaft zu entzweien, sie zu korrumpieren, ihr zu schaden oder ihrem Glauben zu schwächen. Es ist allerdings erlaubt, wenn nicht gar geboten, die Elemente aus der Gesellschaft zu entfernen, die den Zionismus schwächen und ihm schaden.  Weiterlesen →

Also doch – Volksverhetzung?

Weil er auf einer antiisraelischen Demonstration in Essen “Tod und Hass den Zionisten” gerufen hatte, ist ein 24-Jähriger vom Amtsgericht der Stadt wegen Volksverhetzung verurteilt worden. Wer gegen Zionisten hetze, meine eigentlich Juden, erklärte die Richterin.

Die Liste der Skandale wird immer größer und länger. Erst gestern haben wir vom Skandal in Neuss erfahren und heute vom Skandal beim Amtsgericht in Essen, wo eine Richterin Gauri Sastry glaubte feststellen zu müssen, dass wer gegen Zionisten hetze, eigentlich Juden meine.

Richtig ist, dass fast alle Zionisten Juden sind (es gibt auch nichtjüdische Zionisten), aber genauso richtig ist, dass nicht alle Juden Zionisten sind. Woher also diese Richterin ihre Weisheit bezogen hat, ist mir schleierhaft. Selbst in Israel „hetzen“ viele Juden gegen Zionisten und es gibt sogar jüdische Ultra Orthodoxe Juden, die mit den Zionisten nichts zu tun haben wollen. Sind das auch Antisemiten?  Weiterlesen →

Meinungsfreiheit für alle

Broder schreibt: „Die Kairoer Erklärung fußt vom ersten bis zum letzten Absatz auf der Scharia und stellt fest, diese sei die “einzig zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung”, das Recht auf freie Meinungsäußerung etwa gilt nur insoweit, wie es nicht die Grundsätze der Scharia verletzt. Es sei verboten, “die Heiligkeit und Würde der Propheten zu verletzen, die moralischen und ethischen Werte auszuhöhlen und die Gesellschaft zu entzweien, sie zu korrumpieren, ihr zu schaden oder ihren Glauben zu schwächen”.

Das ist genau das, was auch Broder in Bezug auf Israel und Zionismus sagt. Das Recht auf freie Meinungsäußerung etwa gilt für ihn nur und insoweit, wie es nicht die Grundsätze des Zionismus und der zionistischen Propaganda verletzt. Ansonsten sei es verboten die Heiligkeit und Würde des Zionismus und der zionistischen Propheten zu verletzen, die moralischen und ethischen Werte des Zionismus anzuzweifeln und die Gesellschaft zu entzweien, sie zu korrumpieren, ihr zu schaden oder ihrem Glauben zu schwächen. Es ist allerdings erlaubt, wenn nicht gar geboten, die Elemente aus der Gesellschaft zu entfernen, die den Zionismus schwächen und ihm schaden.  Weiterlesen →

Lächerliche Debatte in der UNO

Immer wieder hört man von israelischen Politiker und israelischen Diplomaten, aber auch von Vertretern der jüdischen Gemeinden, dass die Kritik an Israel und Demonstrationen gegen Israel dann zunehmen, wenn Israel massiv und ungerecht gegen Palästinenser in den besetzten Gebieten und in Gaza vorgeht. So war es im Winter 2008/2009 und so war es auch im Sommer 2014. Dennoch wagt es der Leiter der Abteilung im israelischen Außenministerium, die für die Bekämpfung des Antisemitismus zuständig ist, Gideon Bachar, zu behaupten, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Politik Israels und dem Anwachsen des Antisemitismus gibt. Er behauptet, dass die OSZE schon vor zehn Jahren „eindeutig“ festgestellt hat, dass es einen solchen Zusammenhang nicht gibt. Dabei zeigen alle Studien, die in jüngster Zeit erschienen sind, dass das Anwachsen des Antisemitismus nur eine Fiktion ist und in Wahrheit die Zahl sinkt und nicht steigt. Natürlich bringt er Ungarn als Beispiel. Aber Ungarn ist eine Ausnahme im OSZE Verbund. In Ungarn wächst nicht nur der Antisemitismus, sondern die antidemokratische Gesellschaft, und es leiden darunter nicht nur Juden, sondern alle Demokraten und liberalen Bürger.  Weiterlesen →