Zionismus als Fluch des Judentums

von Alan Hart

Offener Brief an den Parteivorsitzenden der Konservativen Partei David Cameron von Alan Hart am 2. August 2007.

Lieber Herr Cameron,

Nach dem Lesen des publizierten Textes Ihrer Antwort auf Fragen von Danny Finkelstein an Sie anläßlich des jährlichen Geschäftsessens der Freunde Israel’s der Konservativen Partei stellte ich mir die folgende Frage:

Würden Sie sich auch dann noch als einen “Zionisten” bezeichnen, wenn Sie wüßten, was der Zionismus in Wirklichkeit war und ist?

Ich will im folgenden unterstellen – nicht behaupten -, daß wenn Ihre Antwort auf diese Frage “Ja” wäre, daß sie gleichbedeutend mit einer Billigung der Verbrechen des Zionismus wäre; zugleich würden Sie sich in Widerspruch setzen mit den moralischen Grundwerten und ethischen Prinzipien des Judaismus.

Aber lassen Sie mich mit dem beginnen, was Sie tatsächlich gesagt haben:

Wenn (meine Betonung) man unter einem Zionisten jemanden versteht, der glaubt, daß die Juden ein Recht auf ein Heimatland in Israel und ein Anspruch auf ihr Land haben, Ja – dann bin ich ein Zionist, und ich bin stolz auf die Tatsache, daß Politiker der Konservativen Partei durch alle Zeiten hinweg eine große Rolle gespielt haben, dieses Wirklichkeit werden zu lassen.“ 

Wenn Sie etwas Anderes sein wollen als ein Zionistischer Propagandist (wie Tony Blair einer war und ich fürchte Premierminister Brown möglicherweise einer ist), müssen Sie als erstes den Unterschied zwischen Judaismus und Zionismus kennen und warum beide einander totale Gegensätze sind.

  • Judaismus ist die Religion von Juden ( nicht “der” Juden, weil nicht alle Juden religiös sind ) und – wie auch das Christentum und der Islam – er bekennt sich in seinem Wesenskern zu einer Reihe von ethnischen Prinzipien und moralischen Werten.
  • Zionismus, der seine Existenz ungefähr 4 Jahrzehnte vor der Obszönität des Nazi Holocaust öffentlich konstituierte, ist eine säkulare, kolonialistische Ideologie, welche die moralischen Werte und ethischen Prinzipien des Judaismus verspottete und verachtet.

Wie das? Eine kurze Antwort in zwei miteinander verbundenen Teilen.

Zum ersten ist festzustellen, daß die Rückkehr von Juden in das Land des biblischen Israel durch menschliches Tun – eine mögliche, wenngleich jämmerlich inadäquate Definition von Zionismus – vom Judentum selbst verboten war. (Nur wenige zeitgenössische Juden scheinen sich dessen bewusst zu sein, aber dies ist ein Faktum). Mit anderen Worten, Zionismus war und ist eine Rebellion gegen den Judaismus.

Zweitens: Israel wurde geschaffen – jedenfalls hauptsächlich – durch Zionistischen Terror und ethnische Säuberung. Und dieses Verbrechen, welches etwa drei Viertel der einheimischen arabischen Bevölkerung Palästinas ihres Landes und ihrer Rechte beraubte, geschah nicht zufällig. Es war so vorher geplant.

Hier, Herr Cameron, möchte ich zwei Bücher empfehlen, welche Sie und ihr Schatten-Außenminister lesen sollten, wenn Sie beide hinreichend gut informiert sein wollen, um eine aktive Rolle zu spielen, den Countdown nach Armageddon aufzuhalten.

  • Das erste ist Die Etnische Säuberung von Palästina[1]. Es ist das neue Buch von Professor Ilan Pappe, ein führender (und ehrenwerter) Historiker Israel’s der Gruppe „neuer“ oder „ revisionistischer Historiker zugehörig. Obwohl er die offizielle, zionistische „S.H.I.T.“ (Selbst-Hassender Israelischer Verräter) Liste anführt, ist Ilan weltweit geachtet und bewundert von vielen Menschen verschiedenen Glaubens für seine Humanität, seine Courage sowie sein wissenschaftliches Format.
  • Das zweite Buch ist „Eine Bedrohung von Innen, Ein Jahrhundert Jüdischer Opposition gegen Zionismus“.[2] Sein Autor, Yakov Rabkin, ist Kanadischer Jude und Professor der Geschichte an der Universität Montreal. Bei einem Besuch Yakov’s in London stellte ich ihm, nachweisbar, eine sehr präzise Frage: „ Ist es gerechtfertigt, zu sagen, daß die Juden der Welt jetzt eine Wahl treffen müssen : entweder sich zu ihrer Treue zum Jüdischen Glauben (Judaismus) zu bekennen und den Zionismus abzulehnen oder sich zum Zionismus zu bekennen und dem Judaismus abzuschwören?“ Er antwortete mit einem Wort: „Ja!”

Sie sagten, daß “die Juden (vermutlich meinten Sie jegliche Art Juden und/oder alle Juden der Welt) haben ein Recht auf Heimat in Israel und ein Recht auf „ihr Land“.

Zu allererst zum Begriff „ihr Land.

Es ist Tatsache, daß viele, wenn nicht die meisten Juden, die dem Ruf des Zionismus folgend nach Palästina kamen, keine biologische Verbindung zu den Hebräern der Vorzeit hatten. Diese zionistischen Juden waren hauptsächlich ausländische Staatsangehörige vieler Länder, die von Juden abstammten, die Jahrhunderte nach dem Fall des alten jüdischen Königreichs Israel und nach der sogenannten „Zerstreuung“ in die „Vergessenheit“ ihres Volkes jüdisch geworden waren.

Die Vorstellung, daß zwei ganze Völker mit einem gleichberechtigten Anspruch auf ein und daßelbe Land haben, ist ein historischer Unfug.

Die relativ wenigen Juden mit einem gültigen Anspruch waren die Nachkommen derjenigen, die seit jeher in Palästina geblieben waren. Dies waren zur Zeit der Geburt des Zionismus nur ein paar Tausend; sie verstanden sich als Palästinenser und sie widersetzten sich vehement dem kolonialen Unternehmen des Zionismus, weil sie zu Recht befürchteten, daß es sie ebenso wie die ankommenden, fremden zionistischen Juden zu Feinden der Araber machen würde, unter denen sie in Frieden und Sicherheit gelebt hatten.

Nun (wenn auch zu kurz und damit unangemessen) zu dem Thema : Existenzrecht Israelsja oder nein.

Der ersten und noch aktuellen Erzählung einer jüdisch-christlichen Geschichte zufolge, die sich auf zionistische Mythologie gründet (mehr dazu später), erhielt Israel durch die UN-Teilungsresolution vom 29. November 1947 seine Geburtsurkunde und damit Legitimität. Das ist Unsinn.

Erstens hatten die UN ohne die Zustimmung der Mehrheit der Palästinenser nicht das Recht, zu beschließen, Palästina zu teilen oder irgendeinen Teil seines Territoriums einer Minderheit von ausländischen Einwanderern zu überlassen, um einen eigenen Staat zu gründen.

Dennoch verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit einer höchst knappen Mehrheit – und dies nur mithilfe einer manipulierten Stimmabgabe – eine Resolution, die zur Teilung Palästinas führte und zwei Staaten schaffen sollte, einen arabischen und einen jüdischen Staat, mit Jerusalem weder dem einen noch dem anderen zugehörig. Die Resolution der Generalversammlung war jedoch nur eine Empfehlung, was bedeutet, daß sie politisch nicht wirksam werden konnte, wenn sie nicht vom Sicherheitsrat gebilligt würde.

Tatsächlich aber wurde die Teilungsempfehlung der Generalversammlung niemals dem Sicherheitsrat zur politischen Entscheidung vorgelegt. Warum nicht? Weil die USA wussten, daß sie, wenn sie angenommen würde, nur mit Gewalt umgesetzt werden konnte; und Präsident Truman war nicht bereit, Gewalt anzuwenden, um Palästina zu teilen.

Der Teilungsplan wurde also rechtlich unwirksam (wurde ungültig) und die Frage, was nun mit Palästina zu tun sei, wurde zur weiteren Diskussion wieder in die Generalversammlung zurückverwiesen. Die von den USA favorisierte und vorgeschlagene Option war eine vorübergehende UN-Treuhandschaft. Während die Generalversammlung darüber debattierte, was geschehen solle, erklärte Israel einseitig seine staatliche Unabhängigkeit. Dies gegen den Willen der organisierten internationalen Gemeinschaft, einschließlich der Truman-Administration.

Es ist Tatsache, daß der zionistische Staat, der durch zionistischen Terrorismus und ethnische Säuberung entstand, kein Existenzrecht hatte und, um noch präziser zu sein, kein Existenzrecht für sich hätte reklamieren können, es sei denn, daß er durch diejenigen anerkannt und legitimiert würde, die während der Gründungsphase des zionistischen Staates ihr Land und ihre Rechte verloren hatten. Nach internationalem Recht hätten nur die Palästinenser Israel die Legitimation zuerkennen können, nach der es sich so sehr sehnte. Aber eine solche Zustimmung war das Einzige, was die Zionisten von den Palästinensern nicht mit Gewalt  erzwingen konnten und können.

Folgende Frage gilt es all denen zu stellen ist, die verlangen, daß Hamas Israel anerkennen solle: WELCHES Israel sollte denn anerkannt werden ?

  • Ein Israel innerhalb der Grenzen vor dem 1967 Krieg und somit im Einklang mit der Sicherheitsrat Resolution 242?
  • Das Groß-Israel von heute, welches täglich seine illegalen Siedlungen in der West Bank ausdehnt?
  • Oder (vielleicht) ein etwas kleineres Groß-Israel von morgen, d.h. ein Israel, welches für immer Land und Wasserressourcen in 1967 an sich riss?

Welches, Herr Cameron, ist Ihre Antwort auf diese Frage?

Ich sagte bereits, daß nach der ersten und heute noch aktuellen Erzählung einer jüdisch-christlichen Geschichte (bezüglich der Entstehung und Aufrechterhaltung des arabisch-israelischen Konflikts) auf der zionistischen Mythologie basiert, eine Version von Geschichte, die nicht den Tatsachen und dokumentierten Wahrheit entspricht ist und kaum mehr als reine Propaganda ist.

Um einen ersten umfassenden, wahrheitsgetreuen Bericht über die Geschichte zu verfassen, habe ich mehr als fünf Jahre meines Lebens gewidmet, und für mein neuestes Buch „Zionismus, Der wahre Feind der Juden“ [3]recherchiert.

Angesichts der Tatsache, daß es sich um eine Aufarbeitung der gesamten Geschichte der Entstehung und des Aufrechterhaltens des arabisch-israelischen Konflikts handelt, welche die zionistische Mythologie durch Fakten und dokumentierte Tatsachen ersetzt, möchten Sie vielleicht fragen, warum ich einen solchen Titel gewählt habe. Ich entschied mich für „Zionismus, Der wahre Feind der Juden“, weil er in sieben Worten für unsere Zeit zwei miteinander verbundene Wahrheiten Ausdruck verleiht.

Die erste ist, daß der schlafende Riese des klassischen Antisemitismus in den westlichen Nationen, in denen die meisten Juden der Welt leben, wiedererweckt wurde. Die zweite ist, daß die Hauptursache für sein Wiedererwachen das Verhalten des zionistischen Staates Israel ist.

Ich wüsste gerne, Herr Cameron, ob Sie sich der Tatsache bewusst sind, daß die meisten der besten jüdischen Köpfe der Zeit vor der Obszönität des Holocausts gegen das koloniale Unternehmen des Zionismus eingestellt waren. Warum? Weil sie der Überzeugung waren, daß es moralisch verwerflich ist. Sie hatten die Befürchtung, daß es in Anbetracht des Widerstands der gesamten Arabischen und Muslimischen Welt zu einem endlosen Konflikt führen würde.

Sie befürchteten auch, daß die Schaffung eines zionistischen Staates im arabischen Kernland für einige Juden (eine Minderheit) nicht im besten Interesse derjenigen Juden (der Mehrheit) wäre, die es, damals wie heute, vorzogen, als integrierte Bürger in den vielen Ländern der hauptsächlich nicht-jüdischen Welt zu leben. Einfach ausgedrückt befürchteten sie, daß der Zionismus, wenn er von den Großmächten zugelassen würde, Antisemitismus provozieren würde.

In neuerer Zeit findet eben dieselbe Befürchtung Ausdruck in Israels Schicksalsstunde von Yehoshafat Harkabi, dem dienstältesten und weitsichtigsten Direktor des militärischen Nachrichtendienstes Israel’s. In diesem bedeutenden Buch, das 1988 auf Englisch veröffentlicht wurde, schrieb Harkabi folgendes (meine Hervorhebung hinzugefügt):

„Israel ist das Kriterium, nach dem alle Juden beurteilt werden. Israel als jüdischer Staat ist ein Beispiel für den jüdischen Charakter, der in ihm freien und komprimierten Ausdruck findet. Antisemitismus hat tiefe und historische Wurzeln. Dennoch wird jeder Fehler israelischen Verhaltens, der zunächst als Anti-Israelismus bezeichnet wird, sich wahrscheinlich in einen empirischen Beweis für die Gültigkeit des Antisemitismus umgewandelt werden.

Es wäre eine tragische Ironie, wenn der jüdische Staat, der das Problem des Antisemitismus lösen sollte, ein Grund für das Wiederaufleben des Antisemitismus würde. Israelis müssen sich bewusst sein, daß der Preis ihres Fehlverhaltens nicht nur von ihnen, sondern auch von Juden auf der ganzen Welt bezahlt wird.“

Mein Versuch, das gesamte vorhandene Wissen über die Tatsachen im globalen Kontext darzustellen, erforderte zwei Buchbände, aber ich kann das Wesentliche in vier kurzen Abschnitten zusammenfassen. Bevor ich das tue, muss ich betonen, daß mein Buch das Gegenteil von Antisemitismus ist.
Der essentielle Kern des Buches „Zionismus, Der wahre Feind der Juden“, ist mein Aufruf eines Nicht-Juden an die Juden, die ich als „die intellektuelle Elite der westlichen Zivilisation“ beschreibe, zum Licht für die Nationen (der Welt) zu werden, indem ich nachwies, daß es in der Politik einen Platz für die Moral gibt und daß das Recht über Macht siegen kann.

Hier nun meine Zusammenfassung des Wesentlichen der historischen Wahrheit in vier Punkten:

  • Seit seiner einseitigen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1948 ist Israels Existenz als Staat NIEMALS durch welche vereinten arabische Militärkräfte auch immer in Gefahr gewesen – nicht 1948, nicht 1967 und nicht einmal 1973. Anders ausgedrückt, die Befürchtung israelischer Juden “ ins Meer“ getrieben zu werden, war NIEMALS eine begründet wirkliche Gefahr.
    Der Zionismus behauptet das Gegenteil: Dieser Mythos, auf dem die erste und heute noch aktuelle Version der jüdisch-christlichen Geschichte beruht, diente als Vorwand, der es Israel erlaubte, in Westeuropa und Nordamerika, d.h. dort, wo es am wichtigsten war, seine Aggression als Selbstverteidigung zu präsentieren und sich selbst als das Opfer, obwohl Israel tatsächlich der Unterdrücker war bzw. ist.
  • Wie die der Öffentlichkeit zugänglich gemachten, zuvor geheimen Dokumente zeigen, waren es NICHT die Araber, sondern Israel, das eine Gelegenheit nach der anderen ungenutzt ließ, Frieden zu schließen. Die jüngste Gelegenheit ist das erneute Angebot der der saudi-arabischen Initiative. Israels oft wiederholte Behauptung, es habe „keinen Partner für den Frieden“, und die Behauptung, daß es in der Gefahr der totalen Vernichtung gelebt habe, sind die (zwei) Hauptleitideen einer der größten und erfolgreichsten Propaganda-Lügengeschichte der Menschheit. Chutzpah,[4] könnte man sagen, von seiner brillantesten und erschreckendsten Art.
  • Derjenige, der am meisten dafür getan hat, Frieden zu Bedingungen zu ermöglichen, die jede vernünftige israelische Regierung und jedes Volk mit Erleichterung angenommen hätten, war Jassir Arafat, weshalb er aus der Sicht des Zionismus dämonisiert und zerstört werden musste.
  • Das koloniale Unternehmen Zionismus hat alles korrumpiert, was es berührte, angefangen mit den Vereinten Nationen und einschließlich der Mainstream-Medien, das, was in der westlichen Welt (besonders Amerika) als Demokratie gilt bis zum Judentum selbst.

Und warum ist die Kenntnis über den Unterschied zwischen Judaismus und Zionismus so wichtig?

Die kurze Antwort in zwei Teilen.

  • Eine erste Antwort ist, daß diese Kenntnis die Erklärung dafür ist, warum es vollkommen möglich ist, leidenschaftlich antizionistisch zu sein (d.h. gegen das koloniale und kriminelle Unternehmen Zionismus), ohne in irgendeiner Form antisemitisch zu sein.

Der entscheidende Punkt ist dies. Der falsche Vorwurf des Antisemitismus als Antwort auf Kritik an Israel ist die Erpressungskarte, welche die Obszönität des Nazi-Holocaust ermöglichte und es dem Zionismus ermöglicht, Kritik an seinem selbstgerechten und aggressiven Kind Israel zum Schweigen zu bringen und eine informierte und aufrichtige Debatte darüber zu unterdrücken, wer was und warum für Gerechtigkeit und Frieden tun muss.

Wenn aber Bürger den Unterschied zwischen Judentum und Zionismus kennen, können sie nicht, wie die meisten Nichtjuden heutzutage, zum Schweigen gebracht werden aus Furcht davor, wegen Kritik an Israel fälschlicherweise als Antisemiten angeklagt zu werden.

Mit anderen Worten, das Wissen um den Unterschieds zwischen Judentum und Zionismus ist der Schlüssel, um die Erpressungskarte des Zionismus zu neutralisieren (oder diese zu überwinden), und um eine informierte und ehrliche Debatte möglich zu machen.

  • Zweitens, wenn Bürger in überwiegend nicht-jüdischen Ländern der jüdisch-christlichen Welt, in denen die meisten Juden leben, nicht über den Unterschied zwischen Judentum und Zionismus informiert sind, ist es sehr wahrscheinlich, daß zu einem absehbaren Zeitpunkt in der Zukunft alle Juden überall für die Verbrechen der wenigen hardcore Zionisten verantwortlich gemacht werden.

Um eben diese gerade getroffene Aussage in einen notwendigen Kontext zu stellen, werde ich nun einige Auszüge aus einem kurzen, noch unveröffentlichten Artikel einfügen, den ich über das Thema Wie man das Monster des Antisemitismus stoppen kann, noch einmal zu wüten geschrieben habe.

Der Riese des klassischen Antisemitismus wird in der vorwiegend nicht-jüdischen christlichen Welt wiedererweckt. Ein Hauptgrund für das Wiedererwachen ist das Verhalten des zionistischen (nicht des jüdischen) Staates Israel. (…)

Ich bin der Ansicht, daß der Antisemitismus-Riese nach der Obszönität des Nazi-Holocausts höchstwahrscheinlich wieder eingeschlafen wäre, eingeschlafen geblieben wäre und in aller Wahrscheinlichkeit in seinem Schlaf gestorben wäre, wenn die Großmächte, zuerst Großbritannien, dann Amerika, es dem Zionismus nicht gestattet hätten, sich durchzusetzen wie Balfour es formulierte, egal ob richtig oder falsch. (…) (Da ist was dran an dem Spruch: mit britischen und amerikanischen Politikern als „Freunde“ haben die Juden der Welt keine Feinde gebraucht).

Auf welcher Grundlage basiert die Annahme eines deutlich anwachsenden Antisemitismus? Die Zunahme der Entweihung von Synagogen und jüdischen Gräbern (und dergleichen), Beschimpfungen und Angriffe auf Juden sind ein Hinweis darauf. Aber da ist etwas viel Unheilvolleres. Nämlich das, was eine wachsende Zahl von Nichtjuden, insbesondere der Mittel- und Oberschicht, denkt und jetzt hinter verschlossenen Türen und bei Dinnerpartys zu sagen beginnt. Und was sagen sie?

„Diese verdammten Juden!“ Und diese Antipathie ist gewachsen, als Reaktion auf Israels Arroganz seiner Macht und die korrekte Wahrnehmung Israels als Unterdrücker. Und je mehr es offensichtlich wird, daß Israel das Hindernis für einen wie auch immer gearteten Frieden ist, den die meisten Palästinenser und andere Araber und Muslime akzeptieren können, desto mehr wird diese Antipathie anwachsen, mit der realen Gefahr, daß sie ausbricht, nicht eingedämmt wird und sich als gewalttätiger Antisemitismus manifestiert.

So wie die Dinge stehen und aussehen, sich zu entwickeln, ist Holocaust II, als Kurzformel für eine weitere große Wende gegen Juden, in absehbarer Zukunft eine reale Möglichkeit. Ich glaube auch – und ich weiß, nicht wenige angesehene Juden teilen meine Meinung im privaten Bereich -, daß, wenn das Monster des Antisemitismus wieder wüten wird, es in Amerika seinen Anfang nehmen könnte.

Dafür sprechen zwei hier kurz genannte Gründe:

  • Viele Mitglieder des Kongresses (der Vergangenheit und Gegenwart) hassen sich selbst, weil sie tun, was die zionistische Lobby ihnen heißt zu tun. Wenn sich die Gelegenheit bietet, sich von ihrer unterdrückten, Schuldgetriebenen Wut befreien zu können, werden sie sich rächen wollen.
  • Die Hauptgründe für die Invasion des Irak waren Neokonservative, die auch Hardcore-Zionisten sind. Während nur wenige dies öffentlich zugeben wollen, wissen viele, daß es so ist.

FRAGE: Was ist zu tun, um die Gefahr eines erneuten Wütens des Antisemitismusmonsters abzuwenden?

Kurze Antwort. Die Nichtjüdische Bevölkerung der westlichen Nationen, unter denen die meisten Juden der Welt leben, muß über die Unterschiede zwischen Judentum und Zionismus informiert und aufgeklärt werden, und es deshalb falsch ist, alle Juden für die Verbrechen (ja Verbrechen) der wenigen Hardcore-Zionisten verantwortlich zu machen.

Und das ist der Grund, warum ich mehr als fünf Jahre meines Lebens der Forschung gewidmet und „Zionismus, Der wahre Feind der Juden“ geschrieben habe.

Wenn ich in den Vereinigten Staaten auf einer Rede- und Diskussionsreise von Küste zu Küste bin, dann betone ich folgende drei Hauptpunkte an die amerikanischen Zuhörer:

  • Gib den Juden, die hier mit Euch leben, keine Schuld für die Verbrechen des Zionismus.
  • Tadeln Sie nicht einmal die zionistische Lobby dafür, sich Einfluss auf die amerikanische Außenpolitik zu erkaufen, weil die Lobby nur das Spiel nach geltenden Regeln gespielt hat.
  • Aber beschuldigen Sie Ihr korruptes Gesetzgebungssystem, welches das, was hier als Demokratie gilt, an die Meistbietenden verkauft.

Der wesentliche Unterschied zwischen mir, einem Nichtjuden, und den Hardcore-Zionisten lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, daß das Monster des Antisemitismus wieder herumrasen wird. Sie wollen, brauchen sogar den Antisemitismus, um ihre Verbrechen zu rechtfertigen – die in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Ich schließe mit einer Definition dessen, was ein Zionist heute ist. (Eine Definition, die neben anderen auch von Professor Ilan Pappe unterstützt wird).

Ein Zionist heute ist nicht unbedingt ein Jude, aber jemand, der, um Balfour zu zitieren, den zionistischen Staat Israel unterstützt gleich, was auch immer er macht, egal ob „Richtiges oder Falsches“, und der weder zugeben kann noch will, daß durch den Zionismus den Palästinensern ein Unrecht angetan wurde, das der Gerechtigkeit und des Friedens wegen zu solchen Bedingungen korrigiert werden muss, die für die Palästinenser akzeptabel sind.

In Anbetracht der gemachten Ausführungen, Herr Cameron, wollen Sie sich immer noch als Zionisten bezeichnen?

Alan Hart

Anmerkungen:

[1] Ilan Pappe: „Die ethnische Säuberung Palästinas“ – Zweitausendeins, 2007; aus dem Englischen von Ulrike Bischoff; www.Zweitauseneins.de; Original : „The Ethnic Cleansing of Palestine“ –  publ. by arrangement with Oneworld Publications, Oxford, 2006

[2] Yakov M. Rabkin, March 2006, “A Threat From Within: A Century Of Jewish Opposition To Zionism” – The University of Chicago Press Books; ISBN 978-1842776995

[3] Alan Hart: Zionism: Real Enemy of the Jews; Clarity Press, United States (2009)

Volume 1: The False Messiah – ISBN 10: 0932863647 ISBN 13: 9780932863645

Volume 2: David Becomes Goliath – ISBN 10: 0932863663 ISBN 13: 9780932863669

Volume 3: Conflict without End? – ISBN 10: 0932863698 ISBN 13: 9780932863690

[4] Chutzpah, auch Chuzpe oder Chutzpe, aus dem Jiddischen für „Frechheit, Anmaßung, Dreistigkeit, Unverschämtheit“ entlehnt, ist eine Mischung aus zielgerichteter, intelligenter Unverschämtheit, charmanter Penetranz und unwiderstehlicher Dreistigkeit. https://de.wikipedia.org/wiki/Chuzpe 

Übersetzung aus dem Englischen: Norbert Jost.

Ein Gedanke zu „Zionismus als Fluch des Judentums

  1. Zionismus als Fluch des Judentums?

    Alan Hart wie auch viele andere zeitgenössische Juden bedauern, dass sich der Zionismus in einer Weise entwickelt habe, der „mit den moralischen Grundwerten und ethischen Prinzipien des Judaismus“ nicht zu vereinbaren sei.

    Im Hintergrund solcher Klagen steht eine idealisierte Sicht auf ein „Diaspora-Judentum“ in der Art eines Martin Buber, das einst für jene Grundwerte in emanzipatorischer Weise für alle Menschen eintrat, das mit dem „sapere aude“ und dem „kategorischen Imperativ“ skizziert werden könnte.

    Doch stimmt dies?

    Nein, denn alles, was im Laufe der Zeit an Hässlichkeiten in Palästina und später in Israel zu Tage trat, war schon vor jener Zeit vorhanden, als der Zionismus seine Programmatik verfasste und sich im Laufe der Zeit zunehmend radikalisierte.

    Der Vollständigkeit angemerkt sei, dass es nie „den“ Judaismus, „das“ Judentum gab, dass es immer die konträrsten Meinungen gab über die Auslegung der schriftlich fixierten Grundlagen des Judaismus.

    Dass vorrangig die humanitären Werte des Judentums betont werden, die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens, sollte nicht jene Aspekte zu sehr verdunkeln, die auch Teil des Judentums sind.

    Ist Rassismus mit Judaismus unvereinbar?

    Ein Blick in Esra genügt um deutlich zu machen, dass „Mischehen“ dem „auserwählten Volk Gottes“ nicht erlaubt seien.

    Entstammten nicht Ismael und Amalek „Mischehen“, die später zu Feinden der Juden wurden? Es verwunderte mich nicht als ich las, dass Zionisten (nicht „die“ Zionisten) die Nürnberger Rassegesetze im Jahr 1934 begrüßten, damit endlich getrennt wurde, was am Zusammenwachsen war.

    Sind ethnische Säuberungen oder auch Völkermorde inkompatibel mit Judaismus?

    Wie soll man das Gebot des jüdischen Gottes an König Saul verstehen, die Amalekiter vollständig zu vernichten?

    „Denn das ist die Natur und das Los des Judentums, daß sein Höchstes an sein Niederstes gebunden ist und sein Erlauchtes an sein Schändliches. Das Judentum ist nicht einfach und eindeutig, sondern vom Gegensatz erfüllt. Es ist ein polares Phänomen.“ (MARTIN BUBER, DREI REDEN ÜBER DAS JUDENTUM 2. Rede)

    Das bleibt festzuhalten, dass Menschen, die sich der jüdischen Kultur, dem Judaismus zurechnen, zu all den großartigen Leistungen und auch Missetaten fähig sind, zu denen auch Menschen aus anderen Kulturräumen und Konfessionen fähig sind.

    Der einzige Unterschied zwischen dem Zionismus und dem Rest der Menschheit liegt heutzutage darin, dass mit der Errichtung des weltanschaulich-religiösen Dogmas der „Singularität“ des „Holocaust“ ein Unterscheidungs-, Begründungs- Kritikabwehr- und Rechtfertigungsmechanismus errichtet werden konnte, der keiner anderen kulturellen und/oder religiösen Gemeinschaft zur Verfügung steht.

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